5 gute Gründe, warum du dir eine Festbrennweite kaufen solltest

Festbrennweite-Fotografieren-Lernen

Brauchst du eine Festbrennweite? Also früher oder später wirst du auf deinem Weg beim Fotografieren lernen definitiv auf den Begriff Festbrennweite gestoßen sein – oder? Hast du vielleicht sogar schon eine?

Ich habe mir meine erste Festbrennweite vor ungefähr einem Dreivierteljahr gekauft. Seit dem bin ich verliebt. Denn ganz ehrlich: Diese 50mm haben mir geholfen meine Fotografie enorm weiter zu entwickeln. Darum geht es unter anderem auch in meinem E-Book “10 Ideen für besser Fotos”, das ich kürzlich für dich geschrieben habe. Doch nun habe ich mir noch einmal ein paar Gründe vor Augen geführt, warum eine Festbrennweite nie wieder in meiner Fototasche fehlen darf.

Festbrennweite-Fotografieren-Lernen
So viel Liebe für 50mm: Meine Festbrennweite

Festbrennweiten und die Kreativität: Du komponierst dein Foto

Wahrscheinlich gibt es 1000 tolle Gründe für den Kauf einer Festbrennweite. Aber der für mich entscheidende Faktor ist die Bildgestaltung. Immer wieder bin ich in meiner Bildkomposition gescheitert an dem „ich habe zu viel auf meinem Bild“. Man sagt eine 50mm Festbrennweite bilde in etwa das gleiche Sichtfeld wie das menschliche Auge ab. Das bedeutet, dass der Blick durch deinen Sucher deinem Sichtfeld entspricht. Das macht dir das fotografische Leben einfacher. Denn du kannst eben nicht zoomen. Du kannst nicht „weitwinkeln“. Es geht nicht! Wenn du mehr – oder weniger – auf deinem Bild haben möchtest, benutze deine Füße. So einfach ist das. Mir hat das sehr geholfen. Ich bin ans Motiv ran gegangen, bin auf Distanz gegangen. Ich habe erneut geschaut und viel intensiver überlegt, bevor ich den Auslöser gedrückt habe. Hier findest du weitere Gedanke zum Thema Bildgestaltung.

Festbrennweite-Zoom-Fotografieren-Lernen
Die Festbrennweite lehrt dich das Wesentliche zu fotografieren

Zoomobjektiv vs. Festbrennweite: Scharfe Bilder

Eine Festbrennweite (im englischen auch Prime Lens oder Fixed Lens) liefert dir sehr scharfe Bilder. Es gibt eine Reihe von Gründen, warum das so ist. Zum einen hat eine Festbrennweite weniger optische Elemente als das klassische Zoom-Objektiv und so kommt das Bild schärfer auf deinen Sensor.

Zudem hat ein Zoom Objektiv in der Regel immer mehr Verzeichnungen und chromatische Aberrationen. Das meint Farbsäume an kontrastreichen Kanten, vorzugsweise eher in der Nähe von Bildrändern und den Ecken des Fotos. Diese chromatischen Aberrationen entstehen je nach Objektivqualität mehr oder weniger. Und bei Zoom Objektiven eben mehr. Dazu kann ich dir den Blog Traumflieger ans Herz legen. Da kann man tolle Testberichte zu Objektiven lesen.

Festbrennweite-Portrait-Objektiv
Die Festbrennweite: Mein Portrait-Objektiv

Das 50mm-Geheimnis: Das wunderschöne Bokeh

Sobald du über Festbrennweite recherchierst, wirst du oft auch den Begriff Offenblende lesen. Denn das macht oft eine gute Festbrennweite aus: Die Möglichkeit mit einer so genannten Offenblende Fotos mit einem wundervollen Bokeh hinzubekommen. Das Bokeh bezieht sich auf die Qualität der Unschärfe in den Bereichen, die nicht im Fokus sind. Dieser verschwommene Hintergrund macht dein Foto oft zu einem Wow-Foto. Und Wow-Fotos tun uns als Fotografen doch gut – oder? Das Bokeh betont dein Hauptmotiv und du leitest den Blick des Betrachters. Mit einem Zoom Objektiv ist es nicht immer leicht ein tolles Bokeh hinzubekommen, da es dazu eben kleine Blendenwerte benötigt (hier übrigens eine kurze Auffrischung zum Thema Blende).

Festbrennweite tolles Bokeh und Lichtstärke
Eine Festbrennweite liefert ein tolles Bokeh – auch bei wenig Licht

Lichtstärke: Viel Licht für tolle Bilder

Fotografieren lernen: Die Blende
Fotografieren lernen: Die Blende, Foto: KoeppiK (Eigenes Werk), Wikimedia.

Ebenso wie durch einen kleinen Blendenwert ein tolles Bokeh erzeugt werden kann, lässt ein Objektiv mit einem kleinen Blendenwert (zum Beispiel mit einer Offenblende von f/1.8) sehr viel Licht durch. Die Lamellen der Blende sind weit geöffnet und lassen viel Licht auf den Sensor beim Auslöser drücken.

Das ist super, wenn du in ungünstigen Lichtverhältnissen fotografierst und (natürlich) ohne Blitz auskommen möchtest. Mit einem Zoom-Objektiv, welches mit einer Blende von f/5.6 oder im Zoom-Bereich sogar erst ab f/6.5 startet, wirst du bei wenig Licht Schwierigkeiten haben ein scharfes Bild hinzubekommen, ohne das über ISO (Iso zu hoch = Bild-Rauschen) oder eine lange Belichtungszeit (Belichtungszeit zu lange = Bild verwackeln) ausgleichen zu können. Mit einer Lichtstarken Festbrennweite bist du da sehr viel unabhängiger auch mal in ungünstigen Lichtsituationen zu fotografieren.

Das günstigste Objektiv: Die Festbrennweite

Wenn du dich einmal auf dem Einsteigermarkt für Festbrennweiten umschaust, wirst du erstaunt sein wie günstig eine brauchbare Festbrennweite sein kann. Meine erste Festbrennweite – die Canon 50mm Festbrennweite mit Blende f/1.8 – hat gerade mal knapp unter 100 Euro gekostet. Und ich liebe das Objektiv immer noch! Vor ein paar Monaten habe ich mir noch eine 85mm Festbrennweite hinzu gekauft. Die war schon etwas teurer, aber klar – teurer geht immer. Sobald du nach einer Festbrennweite mit f/1.4 oder f/1.2 Ausschau hältst, wirst du wie immer sehen – äh, es geht auch noch mal teurer.

Aber wenn du keine Profi-Werbefotos machen willst, brauchst du diese nicht. Ich bin mit meinen zwei Festbrennweiten von 50mm und 85mm sehr glücklich.

Hast du schon eine Festbrennweite?

Was ist dein Lieblingsobjektiv? Und warum? Ich freue mich auf deine Meinung!


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lars poeck

lars poeck

Hier schreibe ich über mein Lieblingsthema: Die Fotografie. Ich schreibe über meinen Weg das Fotografieren zu lernen, mich verbessern zu wollen und stets neugierig zu bleiben.

5 comments

  1. Hi Lars
    Aktuell besitze ich zwei Festbrennweiten. Ein 50mm 1.8G von Nikon sowie eine 105mm 2.8er Makrolinse.
    Das 50mm zählt aufgrund seines geringen Gewichts, seiner guten Schärfe sowie der klassischen Brennweite zu meinen absoluten Favoriten. Zudem eignen sich 50mm auch ideal in der Fahrzeugfotografie. 😉

    Grüsse
    Pascal

     
  2. Hallo Lars !

    Ich habe für meine D90 die 50/1,4 D und die 85/1,8 D aber wirclich verliebt habe ich mich in den Bildausschnitt den ein 135mm Objektiv an DX macht .sind ja 202mm KB also eine ganze Menge , da heißt es sich zu bewegen . Da ich “Altglasliebhaber” bin , gehört mir ein Tamron (Adaptall 2) Close Focus 135/2,5 & ein Jupiter 11A 135/4 . Ich habe schon mit einem Walimex 135/2 geliebäugelt , aber ~ 600 € und dann auch ohne AF ? Die mit AF das Nikkor o. C.Zeiss sind jenseits von Gut & Böse . Festbrennweiten sind Klasse , kannte ich aber nicht anders . In der ehemaligen DDR einen Zoom ? Wir hatten “Turnschuhzoom” , darum waren Zoomobjektive eigentlich was Neues !

    LG Wirkola


     

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