Ich wollte einfach den Leuten zeigen, wie viele wunderschöne Orte es gibt – Fotograf Simon Markhof im Gespräch

Autumn Breeze: Herbsstimmung am Fichtelsee. Foto (c) Simon Markhof.
Interview Simon Markhof
Aus der Serie “Into the Night”, Foto (c) Simon Markhof

Ich weiß nicht mehr genau, wie ich auf Simon Markhof aufmerksam geworden bin. Aber es gab da dieses Foto, welches ich eine gefühlte Ewigkeit anschauen musste. Es ist einfach so wundervoll und beeindruckend. Entstanden ist es in der Fotosession “Into the night” – zu sehen auf Simons Blog.

Das Thema Landschaftsfotografie und insbesondere Nacht und Sternenhimmel finde ich faszinierend. Noch spannender finde ich es die Geschichten dahinter zu erfahren und vielleicht auch dadurch etwas mehr über die Art der Fotografie zu lernen.

Daher freue ich mich, dass Simon Lust hatte ein paar Fragen auf IG-Fotografie.de zu beantworten.

Wie bist Du zur Fotografie gekommen?

Auch wenn er es heute sicher bestreiten würde hat mich mein langjähriger Schulfreund Tobias Rumler das erste Mal wirklich mit der Fotografie als solches konfrontiert. Ich war damals wirklich beeindruckt von einem Bild, dass es vermutlich schon lange nicht mehr gibt. Es handelte sich um ein – aus heutiger Sicht – ziemlich rauschiges und etwas übersättigtes Foto von einem Windpark bei Sonnenuntergang. Tobias war damals auch noch in den Anfängen seiner fotografischen Laufbahn und es war eben die Art von Foto, die einen beeindruckt, wenn man nichts damit zu tun hat. Das war vor ca. 9 – 10 Jahren am Ende meiner Schulzeit und ist mir immer noch im Gedächtnis.

Simon Markhof im Gespräch
Simon Markhof im Gespräch

Ich fing darauf hin an mit meiner Kompaktkamera zu experimentieren. Ich wollte lernen wie das alles funktioniert, was gut aussieht und warum es gut aussieht. In der darauffolgenden Zeit war ich immer daran interessiert alles festzuhalten. Es ging mir zuerst gar nicht so sehr um die Qualität der Fotos, sondern vielmehr um den Spaß am Fotografieren und dem dahinterstehenden Lernprozess, der am Anfang natürlich noch sehr eingeschränkt war.

Meine damalige Kamera, eine Casio Exilim mit 3MP, gab den Rahmen vor, in dem ich mich bewegen konnte. Die Natur war dabei schon immer mein liebstes Motiv.

2008 ergab es sich dann, dass ich den Einstieg in die Fotografie mit einer digitalen Spiegelreflex (einer ziemlich rudimentären Version davon) fand. Ich wollte unbedingt Landschaften weitwinkliger fotografieren können und ging in den Fotoladen um mir eine Vorsatzlinse für meine Kompaktkamera zu kaufen. Der kompetente Verkäufer hatte eine Engelsgeduld mit mir und erklärte mir die Vorteile der Spiegelreflex, ohne dabei den Anschein zu machen unbedingt zu einem Verkaufsabschluss kommen zu müssen.

Nach einigen Tagen der Überlegung kratzte ich mein Erspartes zusammen – ich war damals noch Auszubildender und das Geld war knapp – und gab ca. 500,- € für ein Nikon D40 Kit aus, welches sich von da an schnell zu meinem wertvollsten Besitz mauserte.

Das Fieber hatte mich gepackt und ich habe mich in allen Arten der Fotografie ausprobiert Portrait, Makro, Stillleben, Tiere, Produkte usw. um letztendlich wieder bei der Landschaftsfotografie zu landen, die mich nach wie vor am meisten begeistert.

Interview Simon Markhof
Foto (c) Simon Markhof

Mit welchem Equipment fotografierst Du Deine Langzeit-, Nacht- und Landschaftsfotografie?

Da ich mit einer Nikon ins Spiegelreflex-Business eingestiegen bin, bin ich verständlicherweise auch dabei geblieben. Heute fotografiere ich eigentlich alle genannten Bereiche mit einer Nikon D7000, die mir gehört. Neuerdings leihe ich mir hin und wieder auch eine D610, die ich mir wahrscheinlich auch in näherer Zukunft zulegen werde.

Die Auswahl des Objektivs hängt natürlich immer von der Situation ab, aber für diese Art von Fotos liebe ich mein Sigma 10-20mm wegen dem großen Aufnahmewinkel. Aber auch mein Nikkor 24-70mm, f2.8 verwende ich seit der Anschaffung ganz oft für Landschaftsaufnahmen. Je nachdem, ob mir die Abbildungsleistung oder der Weitwinkel für das Ergebnis wichtiger erscheint entscheide ich eigentlich nur zwischen diesen beiden Objektiven.

“Darüber hinaus habe ich mich in die Langzeitaufnahmen am Tag verliebt, weil man so einfach Situationen abbilden kann, die man eigentlich nicht zu Gesicht bekommt.”

Darüber hinaus habe ich mich in die Langzeitaufnahmen am Tag verliebt, weil man so einfach Situationen abbilden kann, die man eigentlich nicht zu Gesicht bekommt. Dafür nutze ich einen LEE Big Stopper, der schon mal den Tag zur Nacht macht. Das positive dabei ist, dass ich aufgrund des gleichen Filterdurchmessers der oben erwähnten Objektive auch nur einen Adapter dafür benötige und so ist in meiner Tasche meistens auch noch etwas Platz.

Mit Stativen hatte ich bisher sehr viel Pech. Eines ist gebrochen, eines ist vom Salzwasser korrodiert und lässt sich nicht mehr ausziehen und so weiter. Stative und ich haben eine ganz besondere Geschichte – aber leider keine gute. Derzeit arbeite ich mit einem MeFoto GlobeTrotter, das ich mir bedauerlicherweise auch immer ausleihen muss. Noch bin ich mir nicht sicher, welches das nächste Stativ wird.

Für Nachtaufnahmen sind natürlich Fernauslöser notwendig, um Verwacklungen durch den nervösen Shutterfinger zu vermeiden. Aber hier habe ich einfach ein Produkt eines Fremdanbieters gewählt, das alles kann was ich brauche, nämlich die Kamera auslösen. Zur sonstigen Standardausrüstung in meinem Rucksack gehören darüber hinaus noch ein Circular Polfilter, ein weiches Tuch mit dem man die teuren Linsen säubern kann und noch anderer Kleinkram, der aber für die eigentlichen Aufnahmen selten eine Rolle spielt.

Interview Simon Markhof Fotografie
Foto (c) Simon Markhof

Kannst Du Dich noch an das erste Foto erinnern, das Du fotografiert hast?

Ich weiß nicht ob es wirklich das erste meiner Fotos war, aber an eines der ersten kann ich mich noch sehr gut erinnern. Ich war ca. 9 Jahre alt und hatte eine quietschgelbe Analogkamera mit Animationssounds um Leute zum Lachen zu bringen – was übrigens nie funktioniert hat, aber das lag vielleicht auch an der inflationären Benutzung der immer gleichen Sounds durch meine Wenigkeit. Als stolzer kleiner Racker habe ich damals meine nagelneuen Adidas Fußballschuhe in meinem Kinderzimmer drapiert und abgelichtet. Ich konnte es kaum erwarten bis ich die Bilder zu Gesicht bekam. Ich muss heute noch lachen, wenn mir das Bild in die Hände fällt.

Neben meinen allerersten Gehversuchen meinst du sicherlich die ernsthaftere Fotografie. Hier war es ein Foto von Regentropfen auf einem Blatt, das mich total begeistert hat. Aus heutiger Sicht war das Foto nicht besonders, aber ich mag es immer noch. Bei allen anderen Fotos die ich so am Anfang gemacht habe stellen sich mir heute meist die Nackenhaare auf, aber zu diesem Bild habe ich einen sehr emotionalen Bezug. Ich glaube, dass es genau dieses Foto war, dass den Unterschied zwischen knipsen und fotografieren gemacht hat und das mich auf den Weg gebracht hat, auf dem ich mich heute befinde.

“Auch die Natur hat mal schlechte Laune und ich gehe frustriert nach Hause ohne den Shot, den ich im Kopf hatte.”

Deine Schwerpunkte liegen im Bereich Landschaftsfotografie. Gibt es dafür spezielle Gründe bzw. welchen Reiz üben diese Bereiche auf Dich aus?

Landschaftsaufnahmen empfand ich schon immer als etwas ganz Besonderes. Wenn ich früher, als ich noch nicht fotografierte, einen großformatigen Druck von Orten gesehen habe, die man selbst so vielleicht nie zu Gesicht bekommt, weckte das immer das Fernweh in mir. Die Vielfalt von Aufnahmen faszinierte mich jedes Mal.

Von Regenwald bis zu Gebirgsketten gibt es auf der Welt so viele wunderbare Orte. Als ich dann mit der Fotografie begann kam es einfach irgendwie, dass ich mich am meisten damit beschäftigte wie man Landschaftsszenerien am besten auf den Sensor bekommt. Ich wollte einfach den Leuten zeigen, wie viele wunderschöne Orte es gibt. Ihnen das Gefühl zu geben, das man selbst im Moment der Aufnahme hatte, das ist eigentlich der Reiz den das Ganze für mich hat. Dazu kommt, dass man völlig frei von anderen ist. Es ist für mich kein Problem mit meiner Kamera loszuziehen und einfach mehrere Stunden unterwegs zu sein.

Mit einem Model wäre das schon schwieriger. Da ist man dann auch von der Laune und dem Durchhaltevermögen der Models abhängig. Je nachdem wird das Ergebnis besser oder eben schlechter. So gesehen ist natürlich die Natur mein Model. Auch die hat mal schlechte Laune und ich gehe frustriert nach Hause ohne den Shot, den ich im Kopf hatte. Aber dann gehe ich einfach ein anderes Mal wieder nach draußen. Das Gute ist, dass ich einfach von niemandem abhängig bin.

Interview Simon Markhof Fotografie
Foto (c) Simon Markhof

Wie würdest Du Deinen fotografischen Stil beschreiben?

Das ist eine schwierige Frage. Auf Landschaftsaufnahmen bezogen versuche ich die Aufnahmen immer relativ realistisch zu halten. Dabei habe ich aber gerne einen Teil des Bildes, der etwas zeigt, was man sonst nicht so wahrnimmt. Ich liebe es z.B. Teile von Landschaften per Langzeitbelichtung verschwimmen zu lassen (wie. z.B. Wasser oder Wolken). Das gibt dem Bild noch einmal eine besondere Note. Dabei versuche ich aber immer nicht zu kitschig zu werden.

“Ich will dem Betrachter die Situation so zeigen, wie ich sie empfunden habe.”

Ich würde mich jedoch nicht einer festen Richtung zuordnen. Das überlasse ich gerne anderen. Ich versuche das Foto immer so zu gestalten, dass es die Aufnahmesituation am besten wiedergibt. Was mir allerdings sehr wichtig ist, ist dass meine Fotos natürlich wirken. Ich will dem Betrachter die Situation so zeigen, wie ich sie empfunden habe. Derjenige, der das Foto sieht soll sich in die Situation, in den Moment der Aufnahme hineinversetzen können.

Was zeichnet Deiner Meinung nach ein tolles Foto aus?

Neben technischen Aspekten wie Komposition, Belichtung, Schärfe etc. die unabdingbare Grundlage für ein gutes Foto sind ist es für mich oft einfach die Geschichte hinter dem Bild die aus einem Foto etwas Besonderes macht. Es gibt sehr viele technisch gute Fotografen da draußen, aber ich habe das Gefühl, dass in dem digitalen Zeitalter ein gutes Foto immer weniger wert wird. Man scrollt durch die „Popular-Galerie“ auf 500px.com und sieht sich ein Foto im Durchschnitt 2-3s an. Dann hinterlässt man entweder sein „Gefällt mir“ oder eben nicht. 2 Sekunden später hat man das Foto auch schon wieder vergessen.

Eine größere Wertschätzung der Arbeit eines Fotografen ist heute doch eher selten. Auf anderen Plattformen läuft es ganz genauso. Die meisten Leute lesen keine Bildbeschreibungen mehr. Das ist wirklich schade. Denn oft ist die Story, die hinter dem Foto steckt ein wichtiger Bestandteil des Bildes. Erst wenn man die Geschichte kennt kann man einen Bezug zum Bild aufbauen. Sie gehört quasi genauso zu dem Foto wie die Exif-Daten.

Was mir auch gefällt ist, wenn ein Bild einfach Emotion transportiert. Wenn man beim ersten Blick emotional gefangen ist – und es gibt Leute, die das wirklich gut können – dann ist es auch ein gutes Foto, wenn es technisch nicht perfekt ist. Letztendlich ist die Fotografie aber ein Handwerk, das einfach gewissen Regeln folgt. Wenn man diese beachtet wird das Ergebnis tendenziell besser, als wenn man einfach drauf los knippst. Wenn man die Regeln beherrscht kann man diese gezielt brechen und damit einen Überraschungseffekt erzielen. Und diese Regeln machen oft den Unterschied zwischen gut und – naja, sagen wir – nicht so gut.

Spielt der Zufall bei Deinen Arbeiten eine große Rolle oder ist vieles geplant?

Natürlich kann man vieles planen, aber die Natur hält immer Überraschungen bereit, somit würde ich das mit dem Zufall schon bejahen. Grundsätzlich werden die Shootings schon geplant und vor allem auf Reisen, wo mittlerweile die meisten Fotos entstehen, hat man oft einen straffen Zeitplan. Aber ein wenig Glück muss man immer haben. Oft muss man Shoots 3-4 mal wiederholen, bis das man das Licht oder die Stimmung bekommt, die man sich vorgestellt hat.

“Ein gutes Foto kann man nur machen, wenn man die Kamera dabei hat.”

Manche Fotos entstehen aber auch ganz spontan, z.B. am Straßenrand während einer Fahrpause o.ä. Das hängt auch immer ein wenig von der Situation ab. Meine wichtigste Regel lautet aber „Ein gutes Foto kann man nur dann machen, wenn man die Kamera dabei hat“. Viel zu oft habe ich mich schon geärgert, dass ich meine Kamera in gewissen Situationen nicht zur Hand hatte. Das passiert mir so schnell nicht wieder!

Wie empfindest Du die technische Entwicklung in den letzten Jahren?

Es ist unglaublich was heutzutage möglich ist. Mich fasziniert es immer wieder, wie Hersteller und auch Fotografen die Limits immer weiter nach oben pushen. Das ist auch gut für die eigene Motivation, denn so setzt man sich auch selbst immer wieder neue Ziele und versucht immer besser zu werden.

Was zum Beispiel neue Kameras für einen verhältnismäßig geringen Preis bieten war bis vor einiger Zeit schier undenkbar. Auch Fotocommunities und Bearbeitungsprogramme erleichtern das Leben aller digitalen Fotografen ungemein. Das ist schon beeindruckend, wie diese Industrie sich stetig weiterentwickelt. So gut wie ich das auf der einen Seite finde, so hat es natürlich auch seine schlechten Seiten. Durch die Erschwinglichkeit einer soliden Fotoausrüstung sieht man immer mehr Fotos auf dem Markt und jeder ist plötzlich Fotograf und vergisst dabei, dass es sich bei der Fotografie um ein Handwerk handelt, dass eine 3 jährige Lehrzeit voraussetzt. In diesem Sinne bin auch ich kein Fotograf.

Man muss immer bedenken, dass eine gute Ausrüstung und ein paar Nachbearbeitungsskills einen noch lange nicht zum professionellen Fotografen machen. Da gehört leider noch eine Menge mehr dazu. Auch die technische Entwicklung trägt immer mehr dazu bei, dass ein Foto heutzutage nicht mehr die richtige Wertschätzung erhält. Leute zahlen bei Fastfoodketten locker mal 7€ pro Menü für Essen, das nicht besonders gut schmeckt. Möchte man aber Bilder einer Veranstaltung für 5€ pro Stück an den Mann bringen erntet man nur seltsame Blicke. Das empfinde ich als ein wenig schade. Das ist aber eher ein gesellschaftliches Problem und wird durch den technischen Fortschritt nur unterstützt.

Du fotografierst ja nicht nur Landschaft. Was sind die meist gestellten Fragen in Deinen People Fotoshootings?

Oh, das kann ich so gar nicht beantworten, da jedes Shooting mit Leuten unterschiedlich ist. Und so viele Porträtaufnahmen fremder Leute mache ich ja gar nicht. Die meisten sind langjährige Freunde, die mir da vertrauen und die ich auch ganz gut kenne. Aus der Erfahrung heraus kann ich sagen, dass man den meisten Fragen entgegenwirken kann, wenn man demjenigen vor der Kamera vorher die Angst/Unsicherheit nimmt.

Ein nettes Gespräch, ein wenig Smalltalk und Erklärungen wie das Ganze am besten abläuft, das hilft schon sehr. Lockere Atmosphäre mit ein wenig Hintergrundmusik zu schaffen finde ich auch immer gut. Leute die nicht so oft vor der Kamera stehen haben meistens Angst, wenn man Ihnen eine Linse mit 72mm Durchmesser ins Gesicht hält. Da hilft es den Leuten oft schon, wenn sie den Menschen hinter der Kamera erst einmal ein wenig besser kennenlernen, bevor sie sich dann als Model vor die Kamera begeben. Auf konkrete Fragen kann ich das aber leider gar nicht reduzieren.

Was sind Deine meist genutzten Kameraeinstellungen im Hinblick auf Blende, ISO und Belichtungszeit?

Bei Landschaftsaufnahmen ist die Blende natürlich eher geschlossen, also so zwischen f8 und f14 bewege ich mich da meistens. Da das Licht sehr unterschiedlich ist bei verschiedenen Aufnahmesituationen versuche ich einfach richtig zu belichten und ggf. die Belichtungszeit anzupassen. Unabhängig von den Gegebenheiten versuche ich dabei die ISO so gering wie möglich zu halten, da Bildrauschen mein – Sheldon Cooper lässt grüßen – persönlicher Todfeind ist.

Manchmal lässt sich eine höhere ISO nicht verhindern, aber das versuche ich schon bei 100 zu halten. Meistens gelingt das auch. Was ich als sehr nützlich empfinde ist die Belichtungsreihe, so kann man auch ein wenig experimentieren wie das Bild dann heller oder dunkler aussieht. Und das Stativ ist natürlich Pflicht. Ohne Stativ geht eigentlich gar nichts.

“Ich bin der Meinung, dass man aus einem schlechten Bild auch mit der teuersten Software kein Meisterwerk macht.”

Welche Rolle spielt die Bearbeitung und womit bearbeitest Du Deine Fotos im Nachhinein?

Bestenfalls spielt die Bearbeitung keine große Rolle. Eine gut komponierte Aufnahme kann eigentlich mit allen gängigen Bearbeitungsprogrammen optimiert werden. Da muss es nicht immer die teuerste Option sein. Ein wenig Kontrast hier, ein wenig Farbanpassung da. Das geht eigentlich mit jeder handelsüblichen Software. Die Marke und der Umfang sollte dabei für Leute die das Fotografieren lernen möchten gar nicht im Vordergrund stehen.

Viel wichtiger ist das Verständnis von Bildwirkung und dem was realistisch und was unnatürlich wirkt. Gerade in der Landschaftsfotografie ist das oft ein schmaler Grat der über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Bearbeitung sollte am Anfang sowieso nicht das sein, womit man die meiste Zeit verbringt. Am wichtigsten bleibt der Moment der Aufnahme! Alles was man hier richtig macht muss man in der Bearbeitung nicht korrigieren. Das wird meist vergessen. Ich bin der Meinung, dass man aus einem schlechten Bild auch mit der teuersten Software kein Meisterwerk macht. Lieber ein wenig mehr Zeit in das Foto an sich stecken als in die Bearbeitung. Es soll ja auch realistisch bleiben. Optimieren kann man dann mit jedem Programm, das in den finanziellen Rahmen jedes einzelnen passt.

Wer sind Deine fotografischen Vorbilder?

Wenn ich diese Frage mit nur einem Namen beantworten sollte, dann wäre das sicherlich die Arbeit von dem südafrikanischen Landschaftsfotografen Hougaard Malan. Jedes seiner Fotos ist einfach technisch perfekt und wirkt dabei so natürlich als würde man die Szenerie selbst betrachten. Das fasziniert mich jedes Mal aufs Neue. Daneben gibt es aber noch viele andere Fotografen, deren Werke mich inspirieren. Marc Adamus zum Beispiel schafft mit jedem Foto eine absolut unglaubliche Stimmung, der man sich kaum entziehen kann. Diese Fotos sind allerdings nicht jedermanns Geschmack.

Im Hinblick auf fotografieren lernen: Was hättest Du gerne damals gewusst?

Ach, da bin ich eigentlich ganz froh, dass ich mich da so rein gearbeitet habe. Kritikfähigkeit ist allerdings etwas, dass ich lange Zeit lernen musste, die hätte ich gerne von Anfang an gehabt. Wenn ich gerne etwas gewusst hätte, dann dass Fotocommunities zwar eine tolle Sache sind, in den wenigsten Fällen aber die besten Fotografen die meisten Kommentare abgeben. Oft werden Kommentare dort nur abgegeben um selbst mehr Views/Likes/Faves oder was auch immer zu bekommen. Ein Kommentar wie etwa „so ein schönes Bild“ schmeichelt natürlich jedem und tut der Seele gut, bringt einen aber persönlich und fotografisch leider nicht viel weiter. Wenn jemand sagt „schlechtes Bild“ oder „gefällt mir nicht“ ist man oft geneigt das als nicht qualifizierte Kritik abzutun. Aber ebenso ist ein „Gefällt mir“ keine qualifizierte Kritik, auch wenn es sehr viel besser klingt. Wenn einem aber qualifizierte Leute sagen, was man falsch macht, dann nagt das zwar zuerst an einem, hilft einem aber auch dabei immer besser zu werden. Diese qualifizierten Leute zu finden ist gar nicht so leicht. Das hätte ich gerne von Anfang an verstanden.

Hast Du ein Foto, auf das Du besonders stolz bist?

Auf viele meiner Fotos bin ich stolz. Wäre ja auch schlimm wenn nicht. Sicher sind die Fotos aus Neuseeland ein Highlight meiner fotografischen Laufbahn. Ich mag zum Beispiel eine Foto aus dem Tongariro National Park, Neuseeland ganz besonders.

Tongariro National Park, Neuseeland
Tongariro National Park, Neuseeland, Foto (c) Simon Markhof

Aber auch auf die Fotos aus meiner Heimat, dem Fichtelgebirge, bin ich teilweise sehr stolz, weil ich damit den Leuten zeigen kann wie wunderschön es hier ist.

Autumn Breeze: Herbsstimmung am Fichtelsee. Foto (c) Simon Markhof.
Autumn Breeze: Herbsstimmung am Fichtelsee. Foto (c) Simon Markhof.

Was sind Deine nächsten Herausforderungen, auf die Du dich besonders freust?

Die wahrscheinlich größte Herausforderung steht nächstes Jahr an. Da werde ich zusammen mit meiner Freundin ein Jahr lang Australien bereisen und dabei hoffentlich ein paar schöne Bilder ergattern. Da wir noch knietief in den Vorbereitungen stecken kann es noch ein wenig dauern, aber ab nächstem Jahr gibt es dann auch jede Menge Fotos von diesem ganz besonderen Ereignis.


Wer mehr über Simon erfahren möchte, kann sich auf seinem Blog umschauen. Dort gibt es zudem auch alsbald Infos zu seiner geplanten Australienreise. Hierzu könnt ihr euch aber auch die Webseite wombat-chase.com vormerken.

Simon im Netz:

Website & Blog: simonmarkhof.de/photography.html

FB: facebook.com/simonmarkhofphotography

500px: 500px.com/simonmarkhof

Instagram: instagram.com/simonmarkhof (relativ neu)

Fotos: (c) Simon Markhof

 

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lars poeck

lars poeck

Hier schreibe ich über mein Lieblingsthema: Die Fotografie. Ich schreibe über meinen Weg das Fotografieren zu lernen, mich verbessern zu wollen und stets neugierig zu bleiben.

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