Belichtungszeit ganz einfach erklärt

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Was ist die Belichtungszeit oder auch Verschlusszeit bei deiner Kamera? Das Prinzip der Belichtung hat sich seit Erfindung der Fotografie kaum verändert. Wenn ich den Auslöser drücke, öffnet sich der Verschluss und dann wird durch die Öffnung im Objektiv – genannt Blende – das Licht für einen bestimmten Zeitraum hindurch auf den Sensor gelassen. So arbeiten sowohl alte analoge als auch moderne digitale Fotoapparate. Nur das Medium Film wurde durch den Sensor ersetzt. Lass uns schauen wie wir die Belichtungszeit kreativ nutzen.

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Vier spannende Beispiele für Belichtungszeit: A: 1/1600s, B: 1/500s, C: 1/10s, D: 15s

Belichtungszeit in der Fotografie

In dem Artikel über die Blende habe ich dir erklärt, dass die Blende verantwortlich ist, wie groß die Öffnung ist, durch die das Licht auf deinen Sensor fällt und damit auch die Tiefenschärfe bestimmt. Die Belichtungszeit (auch Verschlusszeit genannt) regelt, wie lange das Licht auf deinen Kamerasensor fällt. Dazu wird der Verschluss geöffnet und geschlossen (Zudem gibt es da noch den Wert ISO, den ich dir hier erkläre).

Verschlusszeit nutzen für kreative Ideen

Durch diesen Zeitraum lassen sich tolle kreative Ideen umsetzten. Du kannst Wasser in tausend kleine Teile zerspringen lassen oder als milchige mystische Oberfläche darstellen. Du kannst den vorbei brausenden Radfahrer in voller Dynamik fotografieren oder die Nacht zum Leuchten bringen. Zeit und Licht sind zwei wundervolle Partner, die deine Fotografie zu einem echten Wunderwerk werden lassen. Freu dich auf eine Vielzahl an Möglichkeiten, die wir ausprobieren.

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Kreative Ideen mit Belichtungszeit ausprobieren: Stell deine Kamera mal auf 1/30 Sekunde oder kürzer und dreh dich im Kreis.

Welche Verschlusszeit bei Bewegung?

Durch die Wahl der passenden Verschlusszeit komponierst du dein Foto. Dabei geht’s oft um hundertstel Sekunden, die du sonst nur vom 100-Meter Olympia-Sprint kennst. Verschlusszeiten variieren in der Tat um Sekundenbruchteile von 1/15s, 1/30s, 1/60s bis hin zu 1/250, 1/500 oder 1/1000. Die Unterschiede einer 1/15s und einer 1/1000s für dein Foto ist gigantisch. Ganz zu schweigen, wenn du mit Langzeitbelichtungen von 5, 10 oder 30 Sekunden experimentierst.

Die Belichtungszeit ist für 3 Dinge wichtig:

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A: 1/4s, B: 1/30s, C: 1/125s, D: 1/640s: Die Puste-Geschwindigkeit blieb gleich, aber ich habe die Belichtungszeit jeweils verkürzt. Probiers aus! Erst ab einer Belcihtungszeit von 1/640s kommt mein Windrad ohne Unschärfe auf’s Foto.
  1. Die Belichtungszeit regelt, wie lange Licht auf deinen Bildsensor fällt und somit, ob ausreichend, zu viel oder zu wenig Licht für eine korrekt belichtete Aufnahme vorhanden ist.
  2. Je nach Belichtungszeit kann eine Aufnahme aus der Hand scharf oder verwackelt sein. Je länger die Belichtungszeit, umso größer die Gefahr.

Die Belichtungszeit ist je nach Motiv für die Aussage notwendig (will ich bewegtes Wasser eingefroren oder fließend zeigen).

Tipp: Welche Verschlusszeit bei welcher Brennweite?

Wie schon vorher erwähnt, solltest du jedes Mal, wenn du mit einer Belichtungszeit von unter 1/100 fotografierst, die Schärfe nochmals prüfen. Merke dir dazu auch als Faustregel für Freihand-Verschlusszeit den Kehrwert aus Brennweite = Einstellung Verschlusszeit (50 mm = 1/50 s oder 100 mm = 1/100 s). Dieser Wert gilt für einen Vollformatsensor.

10 Beispiele für passende Belichtungszeit

Ein paar Beispiele für die Empfehlung für kurze Belichtungszeiten und sehr schnelle Momente.

  1. Flugzeugpropeller: Minimum 1/2000s
  2. Vögel mit scharfen Flügeln (je nach Vogel): ca. 1/1000s – Kolibri ab 1/4000s
  3. Insekten: Minimum 1/500s
  4. Rennende Kinder: Minimum 1/120s
  5. Winkende Person: Minimum 1/60s

Ab jetzt empfehle ich ein Stativ!

  1. Bewegungen verwischen/Dynamik: 1/30s
  2. Wasser leicht milchig
  3. Lichtspuren sichtbar machen: ab 5 Sekunden
  4. Wasser mystisch/seidig machen: ab 10 Sekunden und länger
  5. Sterne wandern: ab 30 Sekunden bis zu mehreren Stunden

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[Bücherchaos-Blog | 10/1017]

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[coca-cola Blog | 01/2016]

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