Challenge-Tag 2: Sehen lernen – Wir begeben uns auf Motivsuche

In meiner Fotografie geht’s immer darum, etwas sichtbar zu machen oder auf seine Weise in Vorstellung und Interpretation ins richtige Licht zu setzen. Allzuoft haben wir dann den Gedanken: „Wow, das sieht toll aus, da muss ich ein Foto machen.“ Aber dann ist es im Nachhinein nicht so, wie ich es gesehen hatte. Was ist schief gegangen?

“Wer sehen kann, kann auch fotografieren. Sehen lernen kann allerdings lange dauern.”

Werbespruch vom Kamerahersteller Leica

Wir nehmen das „Sehen“ als selbstverständlich wahr.

Doch genau das ist es nicht: Wir müssen trainieren, genauer hinzusehen und gewisse Dinge überhaupt erst wahrzunehmen. Diese Aufmerksam­keit ist vielen von uns verloren gegangen. Wir sind bequem gewor­den. Lass uns starten mit dem „Abenteuer des Sehens“.

Dazu auch heute wieder ein paar Gedanken als kurzes Video für dich:

Wie lerne ich Sehen?

Welche Form hat dein Sichtfeld? Du siehst ein ovales Bild, das zu den Rändern unscharf wird. Oder? Deine Kamera hingegen zeigt nur einen Teil deines Sichtfeldes – in rechteckiger Form. Du wählst aus und bist verantwortlich, was du auf deinem Foto zeigst!

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Als kleine Übung: Schneide dir ein Stück Pappe aus und schneide ein Rechteck rein. Das ist das fotografische Sichtfeld. Alles was du hier nicht siehst, ist nicht in deinem Foto – und andersherum.

Also wie lernst du nun Sehen? Du lernst es ständig! Immer wieder wirst du Dinge neu betrachten, in einem anderen Licht und mit einem anderen Gefühl im Herzen. Zu Beginn ist Übung wichtig. So wie wir lesen gelernt haben: Buchstabe für Buchstabe, von links nach rechts, Wort für Wort. Wir wurden schneller. Irgendwann haben wir Worte übersprungen, trotzdem erfassen wir Sinn und Inhalt.

Praxistipp: Ich sehe was, was du nicht siehst

Kennst du noch das Kinderspiel „Ich sehe was, was du nicht siehst“? Eine Person sieht sich im Raum um. Dabei sucht sie einen Gegenstand, eine Farbe oder Form aus. Alle anderen Teilnehmer raten um die Wette.

Nehmen wir die Idee mal als Fotospiel. Was siehst du? Zum Beispiel: „Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist rund.“ Lass andere raten.
Oder bitte den anderen, die Augen zu schließen. Fotografiere ein Objekt im Raum. Dieses muss er wiederfinden.

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Fotografiere einmal kleine, auf den ersten Blick unscheinbare Dinge in deinem Zuhause. Wichtig bei dieser Übung: Geh nah ran und fotografiere nur kleine Ausschnitte.

Tagesaufgabe: Wir machen uns auf Motivsuche

Der ein oder andere kennt diese Übung vielleicht schon. Doch auch in mache ich diese Übung auch immer wieder. Suche dir einfach ein neues Umfeld um gehe sie gerne nochmal an.

Denn diese Übung scheint auf den ersten Blick sehr banal und einfach, aber du musst dich gut konzentrieren. Vor allem ist die Übung toll, um Sehen und Wahrnehmung zu trainieren.

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  • Begib dich mit einer Kamera in einen Raum in deinem Zuhause, z.B. deine Küche, den Dachboden oder deine Garage. Es reicht eine einfache Kompaktkamera oder das Smartphone mit Kamerafunktion.
  • Wähle zu erst einmal nur den Automatikmodus (oder das Kameraprogramm mit dem du dich wohl fühlst) – denn es geht noch nicht um die Kamera-Technik.
  • Nun hast du 30 Minuten Zeit, um 30 Dinge in diesem Raum zu fotografieren.
  • Aber Achtung: Es gilt, dass du nur an diesem Ort bleiben sollst und nicht zwischen den Orten hin- und her wechselst.
  • Zusätzlichen Spaß macht es, wenn du einen Bekannten bittest, dir beim Betrachten der Fotos zu erzählen, was das Foto zeigt und wo dieser Gegenstand steht. Oder macht einen Rollentausch, und er fotografiert Dinge in deiner Wohnung, die du wieder erkennen musst. 

Deine Fotos als Collage

Bei dieser Übung wirst du mehr als ein Foto präsentieren wollen. Dazu der Tipp: Auf der Webseite https://www.fotojet.com/de/apps könnt ihr übrigens auch ganz schön Fotos als Collagen zusammenstellen und runterladen!

Ich freu mich auf deine Fotos.

Hast du Lust auf deine fotografische Transformation? Dann trage dich gerne in die Warteliste ein:

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Jens
Jens
2 Monate zuvor

Minimalismus

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Mike
Mike
2 Monate zuvor

Liebe Steeetfotos

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Mike
Mike
2 Monate zuvor

Ich fotografiere viel. Habe gerade sogar eine Ausstellung

Steffen Wilhelm
Steffen Wilhelm
2 Monate zuvor

Hallo Lars,

zu unserem heutigen Thema habe ich eine Collage von Bildern meiner Wohnung
erstellt. Ich hatte mal immer wieder in der Wohnung Fotoaufnahmen gemacht um
meine Kamera besser kennenzulernen. Dazu hatte ich verschiedene Motive fotografiert.
Die Fotos habe ich nun zurechtgeschnitten und eine Collage mit Hilfe Ashampoo erstellt.
Ich hoffe, du kannst dich ein wenig für meine Collage begeistern.

Viele Grüße
Steffen

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