Bildbearbeitung: Geheime Tipps und Tricks, die dir keiner raten wird

Es gibt hunderte Seiten und Artikel zum Thema Bildbearbeitung Tipps Tricks. Die digitale Fotobearbeitung ist schließlich die digitale Dunkelkammer. Völlig berechtigt. In jedem Beitrag wird dir erklärt, wie man die Sättigung verändert, die Tonwerte anpasst oder die Kontraste anhebt. 

Doch einige Hinweise hingegen wirst du nicht finden. Dabei sind es für mich sehr wertvolle Tipps, wenn ich an die Bildbearbeitung ran gehe. Lange habe ich diese außer acht gelassen. Auch wenn ich schon einige Beiträge geschrieben zum Thema Bildbearbeitung oder dir meine liebsten Lightroom Presets vorgestellt habe.

Egal was deine Bildbearbeitungssoftware so drauf hat, wenn du dir diese etwas anderen Tipps und Tricks in der Bildbearbeitung zu Herzen nimmst, wird dir die Bildbearbeitung noch mehr Freude machen.

1. Es gibt keine „funktioniert mit jedem Bild“ Abkürzung

Foto: Ryoji Iwata/unsplash

In der Foto Nachbearbeitung geht es darum viel kleine Einzelschritte zum Ziel auszuführen. Das ist auch gut so.

Zum Start der Bildbearbeitung nehme ich zum Beispiel immer meinen Weißabgleich in der Farbtemperatur vor. Dann gleiche ich das Objektiv-Profil an, muss das Foto etwas aufhellen oder zuschneiden.

Erst dann steige ich in die Detailbearbeitung ein. Ich retuschiere so viel wie nötig und so wenig wie möglich (gerade bei der Portrait-Retusche). Und viele dieser Schritte kannst du meiner Meinung nach nun mal auch nur manuell und individuell vornehmen. Klar, gibt s hilfreiche “passt-für-alle” Schritte wie die Stapelverarbeitung für die Bildgröße oder ähnliches.

Aber im Herzen ist jedes Bild anders. Jedes Foto ist einzigartig. Jedes Foto hat ein anderes Licht.

Behandele es auch so. Klar, Presets und Stapel sind super praktisch und nehmen dir viel Arbeit ab. Doch manche Handgriffe können eben nur manuell ausgeführt werden.

2. Leg das Foto zur Seite

Foto-Nachbearbeitung
Wie viel Foto-Nachbearbeitung tut dem Bild gut?

Zeit ist ein sehr wichtiger Faktor für eine gute Foto-Nachbearbeitung. Bei mir in meiner Business-Fotografie geht es oft um einen effizienten Workflow. Doch bevor du das Foto anfasst., schau dir an und fühle in die hinein – zumindest für einen Moment. Hast du vielleicht sogar schon vor Augen, wo du mit dem Foto (noch) hin möchtest? Ist es vielleicht schon ohne Bearbeitung wunderschön? Auch das ist erlaubt.

An so manchen Foto habe ich schon Ewigkeiten geschraubt. Ich habe immer weiter gebastelt.

Dann hilft mir manchmal nur: Lass das Foto ein wenig liegen, schau dir die Schritte an, die du vorab gemacht hast. Gib dem Foto dann erneut etwas Zeit.

Betrachte es nach einer Weile (ein paar Stunden oder Tage) und überlege, was vielleicht noch fehlt oder angepasst werden sollte. Und wenn es nicht passt, leg es zur Seite oder starte von vorne mit der Bearbeitung – was bei einer RAW-Datei ohne Probleme möglich ist.

3. Genieße den Moment – du erschaffst etwas besonderes

Bildbearbeitung-Kaffee
Nimm dir Zeit für deine Fotobearbeitung – mach dir ‘nen Kaffee.

Genauso wie der Faktor Zeit ist auch der Genuss für mich ganz wichtig.

“Häh, was soll ich den genießen” fragst du dich vielleicht nun?

Den Prozess der Foto-(Weiter)-Entwicklung. Schließlich befindest du dich bei der Nachbearbeitung ja quasi in deiner digitalen Dunkelkammer. Klar, wenn du jetzt Vollprofi bist und die Zeit im Nacken hast, dann muss es auch schnell gehen. Trotzdem kein Grund dich nicht an dem zu erfreuen, was du tust.

Wie toll ist das: Du kommst von einem Fotowalk oder einer Fotosession wieder. Dann legst du dir coole Musik auf, holst dir ‘nen Kaffee, Bier oder einen Rotwein und machst Dich an die Bildbearbeitung. Das mache ich heute immer noch so – nach jeder Fotosession (selbst denen im Kundenauftrag).

Schritt für Schritt wird am Ausschnitt gearbeitet, aufgehellt, Kontrast intensiviert, das richtige Motiv ausgewählt, Kollektionen zusammengestellt und was auch immer in deiner Nachbearbeitung dazu gehört. Am Computer oder Laptop ist es doch etwas ganz anderes, als mit dem Chemiegeruch der Dunkelkammer.

4. Gib den Fotos eine zweiten Blick und eine zweite Chance

Fotoshooting auf TfP Basis - Zusammenarbeit mit dem Model ist wichtig
Fotoshooting auf TfP Basis – Beide Seiten können tolle Motive überlegen und aussuchen

Ich weiß nicht wie viele Fotos im letzten Jahr auf meiner Festplatte gelandet sind. Tausende, die nur ICH gesehen habe. Geht auch keine was an! Oder?

Äh, vielleicht doch. Ich hatte vor ein paar Monaten eine Fotosession mit einem Fotomodel auf TfP Basis (TfP bedeutet „Time for Print“ in der Fotografen-Branche: Ich fotografiere und investiere Zeit und das Model bekommt dafür einige fertig bearbeitete Fotos).

Während ich anschließend mein Foto-Equipment zusammen räumte fragte sie, ob sie schon mal durch meine Fotos klicken darf. Ohhhhh… Panik – was für eine Frage. Eigentlich lasse ich niemanden meine Fotos sehen, bevor ich nicht grob vorsortiert habe. Wie ist das bei dir?

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Wie ist das bei dir? Darf jemand deine Fotos anschauen, bevor du sie sortiert hast?x

Aber im Nachgang war es super. Sie hat ganz andere Favoriten ausgesucht, als ich ausgewählt hätte.

So kam es schließlich zu einer ganz tollen Mischung und Zusammenstellung, bevor ich an die Nachbearbeitung gegangen bin. Fazit: Also lass auch andere (egal ob Foto-Model, Freund, Freundin, Kollege) durch die Fotos deiner Fotosession klicken und Feedback gegeben, bevor du dich mit Deiner Bildbearbeitungssoftware einschließt.

5. Traue dich deine Regler wieder zurück zu ziehen

Foto: Onur Binay / unsplash

Es geht so schnell: Hier ist wird per Regler die Nacht zum Tag gemacht, da werden die Augen strahlend blau, wo vorher kaum eine Farbe zu sehen war und die Unebenheit war vielleicht eine Sommersprosse, die da bleiben wollte.

Traue dich nach der Bearbeitung wirklich noch mal den ein oder anderen Regler wieder sanft zurück zu ziehen in der Deckkraft. So behält das Foto etwas mehr Natürlichkeit. Weniger ist wie so oft mehr!

Nun finde deine passende Bildbearbeitungs-Software

Die Auswahl an Bildbearbeitungs-Software ist gigantisch. Meine erste Wahl ist Adobe Lightroom.

Also denke daran, wenn du das nächste mal an die Bildbearbeitung gehst, dann denke dran: Weniger ist mehr.

Womit bearbeitest du denn deine Fotos? Oder vielleicht fragst du dich noch: “Welche Bildbearbeitungssoftware die richtig für mich?”.

Hier kann ich nur sagen: Es kommt drauf an! Was soll deine Software für Aufgaben übernehmen.

  • Was für Fotos willst du damit bearbeiten. 
  • Was soll die Software noch an Aufgaben übernehmen (Archiv, Cloud, Mobile-App?)
  • Geht es dir “nur” um ein paar Anpassungen in Helligkeit und Kontrast.
  • Willst Du die Gradationskurven anpassen?
  • Arbeitest du mit dem Histogramm?
  • Stehst du auf HDR?
  • Willst du eine Diashow aus deinen Bildern erstellen können.
  • Fotografierst du in RAW und legst wert auf einen guten Converter?

So ist es im Vorfeld immer super wichtig dich selbst zu fragen, was du mit der Software machen möchtest.

Im Internet gibt es schöne Vergleiche von Software zur Fotobearbeitung. Was kann welche Software. Da sind einige alte Klassiker in der Bildbearbeitung wie Adobe Photoshop Elements oder auch Gimp immer gerne zu finden.

Ich arbeite nun schon seit Jahren mit Adobe Lightroom und seit kurzem ebenfalls mit Photoshop (wenn ich größere Dinge retuschieren will oder entfernen will). Capture One nutzen viele Kollegen, damit habe ich aber noch keine Erfahrungen. Was nutzt du gerne?

Wie gehst du deine Bildbearbeitung an?

Also, wie du es auch immer angehst – die Bildbearbeitung macht Spaß, braucht Zeit und ist ein ganz wichtiger Prozess in der Fotografie für mich. Womit bearbeitest du deine Bilder nach? Wie viel davon erledigt deine Software. Womit hast du gute Erfahrungen? Und wie denkst Du über das “weniger ist mehr” bei der Bildbearbeitung?

Ich freu ich auf deine Meinung.


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Maxi de Witt
Maxi de Witt
4 Jahre zuvor

Auch wenn der Beitrag schon ein paar Jahre alt ist, ein super Artikel! Darauf achten wohl die wenigsten… Hab ich gleich mal in meinem Blogartikel über meine liebsten Retusche Tipps verlinkt 🙂
Viele Grüße aus Hamburg,
Maxi
maxidewitt.com/photoshop-retusche-in-8-einfachen-steps/

Pascal
8 Jahre zuvor

Die Bildbearbeitung ist für mich ein zentrales Element. Besonders bei meiner Fahrzeugfotografie. Da kommen je nach Bild schon gut und gerne gegen die 4 Stunden an Postproduktion zusammen.
Es gibt aber auch Bilder (keine Fahrzeugbilder ;)), die ich lediglich aus RAW entwickle und dann passt das bereits. Schlussendlich ist es oftmals eine Entscheidung des jeweiligen “Künstlers”, in welche Richtung er/sie mit dem Bild gehen will.

Hier dauerte die Bearbeitung keine 5 Minuten: http://www.phpics.ch/index.php/taggeckos-mit-dem-nikkor-70-300mm/

Und bei dieser Driftaufnahme war ich um die 4 Stunden in Photoshop beschäftigt. http://www.phpics.ch/index.php/portfolio/bmw-e91/

Beste Grüsse
Pascal

Pascal
Antwort an  lars poeck
8 Jahre zuvor

Absolut, Lars. Dazu gibt es meistens noch eine Tasse Kaffee und gemütliche Musik. In der Regel erstreckt sich die Bearbeitung aber über mehrere Tage, um der “Betriebsblindheit” ein wenig vorzubeugen. 😉

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