Fotos online verkaufen: Meine ersten Erfahrungen

Ein tolles Bild zum Thema Ausflug in Berlin. Aber ich habe keinen Model-Release. Also darf ich es nicht verkaufen!

Kürzlich habe ich mit dem Fotos online verkaufen begonnen. Eins vorab: Ich kein professioneller Fotograf und fotografiere eigentlich nur für mich. Doch die eigenen Fotos auf Agentur-Webseiten online zu verkaufen klingt nach einem attraktiven Nebenverdienst. Also einen Versuch ist es wert.

Fotos verkaufen über professionelle Online Stockfoto-Agenturen

Natürlich gibt es den eigenen Fotografen-Onlineshop für die Webseite wie zum Beispiel fotograf.de. Der eigene Shop ist natürlich eine tolle Sache.

Ich meine mit Fotos online verkaufen aber den Verkauf über professionelle Online Bild-Agenturen, also Stockfoto oder Microstock-Agenturen. Die Reichweite bei etablierten Stockfoto und Microstock-Agentur sowie die Möglichkeit auf diese Weise Millionen potentielle Käufern weltweit zu erreichen, klingt schon cool!

Wie die Profis der Stockfotografie es machen

Wer sich ein wenig in die Szene einliest, kommt schnell auf den großen deutschen Stockfotografen Robert Kneschke. Wer mehr über Robert lesen will, sollte mal auf alltageinesfotoproduzenten.de vorbeischauen. Ein paar spannende Insights über die Szene erfährt man auch über den Stock Photo Guru Steve Harmon. Doch die klassische Art der Stockfotografie ist nicht meins. Das grenzt für ja fast schon Fließband-Produktion. Aber mal schauen, ob ich auch mit meinen Fotos auf klassischen Online-Stockfotoseiten als Anbieter angenommen werde …

Hier übrigens ein sehr lustiges Video über Klischee-Stockfotos

Ein sehr lustiges Video über Stockfotografie …

Voraussetzungen für das Fotos online verkaufen

Microstock Photography: Fotos online verkaufen auf PicsaStockWie fange ich an? Es sind einige Hürden zu nehmen. Zu allererst die Frage: Was verkauft sich gut? Klare Antwort: Es kommt drauf an. Je nach Plattform werden immer andere Fotos gesucht. Aber grundsätzlich natürlich sollte das Foto etwas aussagen. Denn der Käufer sucht ja ein Foto, um damit zum Beispiel eine Werbeaussage zu unterstreichen oder einen Artikel zu bebildern.

Und welche Bild-Agenturen gibt es so? Es gibt die großen Stockfoto-Agenturen wie Fotolia, Shutterstock, Dreamstime, 123rf und iStockphoto. Dann gibt es Agenturen, die sich eher auf künstlerische oder auch authentische Fotografie spezialisiert haben. Hier sind zum Beispiel zu nennen Photocase, twenty20.comPicsaStock oder Stocksy. Zudem gibt es einige rein auf Smartphone-Fotografie spezialisierte Agenturen wie Foap oder clashot.

Wie schon gesagt ist mein Stil der Fotografie alles andere, als der Stil einer klassischen Stockfoto-Agentur. Also teste ich doch einfach mal alle möglichen Agenturen mit dem gleichen Material und schaue, was wo ankommt beziehungsweise überhaupt angenommen wird.

Voraussetzungen für die Akzeptanz deiner Bilder

Wichtig ist bei den meisten Agenturen immer eine gewisse Bildgrösse. Desto größer, desto besser. Ich fotografiere in RAW. Sollte also nicht das Problem sein. Zum Start sind in der Regel ein paar beispielhafte Werke hoch zuladen. Das gilt wie quasi wie eine Bewerbung quasi.

Ganz wichtig für die Vorbereitung der Bilder:

  • Grundsätzliche Bearbeitung ist erlaubt
  • Aber: Keine Komprimierung, keine Hochskalierung
  • Es sollten nur wirklich scharfe Bilder eingereicht werden – aber nicht nachschärfen (!)
  • Finger weg von den Filtern à la Instagram und Co. – die werden i.d.R. immer abgelehnt

Warum diese Regeln? Stockfotos werden von Agenturen und Kunden gekauft, die mit dem Bild (weiter) arbeiten wollen. Desto unbearbeiteter das Bild ist, desto mehr Möglichkeiten hat der Grafiker mit deinem Bild zu arbeiten.

Rechtliche Grundlage vor dem Bildupload: Model Release und Property Release

Ein tolles Bild zum Thema Ausflug in Berlin. Aber ich habe keinen Model-Release. Also darf ich es nicht verkaufen!
Ein tolles Bild zum Thema Ausflug in Berlin. Aber ich habe keinen Model-Release. Gilt auch für Personen von hinten. Also darf ich es nicht verkaufen!

Grundlage jedes Uploads ist natürlich: Es sind deine Bilder. Du hast die vollen Rechte am Bild. Und damit gleich zum nächsten Punkt.

Model Release: Was ist das?

Was ist auf dem Bild zu sehen? Sind (erkennbare) Personen drauf? Dann benötigst du ein Model Release. Das ist die schriftliche Zustimmung der von dir fotografierten Person zur Verwendung und Veröffentlichung des Bildes durch den dich. Hier findest du eine Vorlage für einen Model Release zum kostenlosen Download. Bloggerkollege und Profifotograf Michael Omori Kirchner hat einen sehr guten Beitrag über Bildfreigabe und Modelrelease und Namensnennung für Fotomodels auf seinem Blog geschrieben.

Property Release: Was ist das?

Wenn ein Gebäude auf dem Foto ist, benötigst du möglicherweise ein Property Release. Das ist die schriftliche Zustimmung eines Eigentümers bzw. Rechte-Inhabers zur Verbreitung und Veröffentlichung eines auf seinem Grundstück oder von seinem Eigentum fotografierten Bildes durch den Fotografen. Das gilt zum Beispiel bei Bildaufnahmen auf einem privaten Grundstück nicht aber für Fotos an öffentlichen Plätzen. Hier findest du eine Vorlage für Property Release zum kostenlosen Download.

Fotos online verkaufen: Was kannst du verdienen?

Der Verdienst ist sehr unterschiedlich und abhängig von von Status, Format und Lizenzart. Wird das Foto für Social Media eingesetzt, wird es im redaktionellen Zusammenhang eingesetzt, soll es vervielfältigt werden (Poster, T-Shirt, Flyer …) (Extended License).

Ein paar Cent bis zu vielen hundert Euro

Los geht es bei wenigen Cent pro Download bis hin zu einigen hundert Euro oder auch noch mehr Euro pro Download. Auch gibt es bei einigen Anbietern exklusive Fotos, wo der Käufer sich sicher sein will, dass er nur das Bild einsetzt (Exklusive Lizenz).

Für mich als Amateur ist es zu allererst wichtig erst einmal ein paar unterschiedliche Bilder hoch zuladen. Daraus will ich lernen welche Bilder einen klassischen/allgemeinen Anspruch erfüllen. Welche eignen sich und unterstützen auch eine gewisse Bildaussage. Am liebsten fotografiere ich Porträts. Doch diese sind für Stockagenturen natürlich unbrauchbar. Bilder sollen einen Geschichte erzählen. Also kann die Radfahrerin von der Brandenburger Tor zum Beispiel erzählen, wie schön Berlin per Rad ist. Das junge Paar am Fahrkartenautomat erzählt über Mobilität in der Stadt. Der Blick über die Schulter beim Laptop könnte zu einer Büroszene passen. Egal was ihr hoch ladet: Fragt euch vorab, was die Bildaussage ist.

Finden und gefunden werden: Name, Tagging und Stichworte vergeben

Ein Stichwort (Tag) beschreibt den Bildinhalt. Diese sollten also sehr allgemein beschreiben, was auf dem Bild zu sehen ist. Schließlich kann eine Suchmaschine nur Worte lesen, keine Bildaussagen erkennen. Daher sind Tags sehr wichtig für den Erfolg bei der Suche.

Einfach mal loslegen …

So, wer nun Lust bekommen hat, sein Bilder einmal online zum Verkauf anzubieten, sollte es doch einfach mal versuchen. Sucht euch 10 eurer besten Bilder aus, die ihr für geeignet haltet. Es kann das Bild von einen tollen Strand sein, die Städtepanorama, einen Szene bei euch zuhause oder was auch immer. Wichtig ist, dass ihr die Rechte am Bild habt und, wenn Personen drauf sind, ihr die schriftliche Einwilligung der Personen habt.

Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen. Ich werde euch auch auf dem laufenden halten über meine weiteren Erkenntnisse. 

Hier findest du 20 Ideen die dich beim fotografieren weiter bringen. Oder hast du mehr Lust auf 15 Dinge die beim fotografieren schief gehen können?


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PS: So schaute der letzte IG-Fotografie Newsletter aus!

 

2 comments

  1. Super Beitrag,

    Ich würde gerne was dazu beitragen:
    Zurzeit erkunde ich die Kamera meines Vaters, bin also eine absolute Anfängerin im Bereich der Fotografie (und es macht mir jetzt schon wahnsinnigen Spaß). Am Liebsten fotografiere ich im Zoo und denke, dass ich ab und zu ein paar gute Bilder dabei habe.

    Nun:
    Egal welcher Zoo, bisher habe ich auf jeder Webseite erfahren müssen, dass die Verbreitung von Fotografien der Tiere untersagt und nur für den privaten Gebrauch sind. Manche verlangen sogar eine Kennzeichnung der Bilder.

    Ich dachte das wäre gut zu wissen, falls jemand die Idee hat, diese Bilder in den Stockagenturen zu verteilen.

     
    1. Liebe Vanessa,
      danke für Deinen Anmerkungen. Ja, in der Tat sind – gerade bei besonderen Tieren wie z.B. Knut – solche Freigaben sinnvoll. Für mein Buch zum Beispiel haben ich auch immer die Zoos vorher gefragt. Sicher ist sicher 🙂
      Viele Grüße
      Lars

       

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