Architekturfotografie - Tipps und Ratgeber für tolle Fotos

Architekturfotografie: Die besten Tipps für faszinierende Architektur-Fotos

Architekturfotografie ist für mich – neben der Landschaftsfotografie – wahrscheinlich eines der faszinierendsten Fotografie-Themen überhaupt. Die geometrischen Formen, die Linien, die Perspektiven – all das macht Architekturfotos so anziehend und einzigartig. Doch auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht nicht so aussieht, das Fotografieren von Gebäuden und Bauwerken ist gar nicht so einfach. Stürzende Linien, Objektiv-Verzeichnungen, Dynamik und extreme Licht und Schatten-Verhältnisse sind nur einige der Herausforderungen vieler Architekturfotografen.

Um wirklich tolle Ergebnisse zu erzielen, braucht es einiges an Know-How und Erfahrung, du solltest die ein oder andere Regel der Bildgestaltung kennen (um auf tolle Bild-Kompositionen zu kommen) und auch die Kameraeinstellungen oder die Wahl der passenden Kameraausrüstung ist in der Architekturfotografie wichtig.

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Ich freu mich auch immer auf deine Tipps, Ideen und liebsten Architekturfotografie-Motive.x

In diesem Artikel teile ich mit dir meine besten Architekturfotografie Tipps und Tricks. Von der Vorbereitung über die Aufnahme bis hin zur Nachbearbeitung findest du in diesem kurzen Ratgeber alles, was du wissen musst, um atemberaubende Architekturfotos zu machen.

Ratgeber für Architekturfotografie
Verdrehte Wirklichkeit: Eine wundervolle Symmetrie und abstrakte Perspektive macht die Architekturfotografie so spannend.
Foto: Verne Ho/unsplash

Wie fotografiere ich Architektur?

Architekturfotografie: Tipps und Trick für tolle Architekturfotos
Verwinkelten Zickzack-Architektur von Daniel Libeskind / Jüdisches Museum in Berlin
Foto: Tanja Cotoaga

Architektur beziehungsweise ein Gebäude hat oft ein Hauptmotiv oder ein bestimmtes architektonisches Thema, das hervorgehoben werden soll. So hat die brasilianische Architektin Lina Bo Bardi oft eine gradlinige Formensprache und filigrane Elemente in den Vordergrund gestellt, der britische Architekt Norman Foster hingegen Hightech und Nachhaltigkeit. Daniel Libeskind hat mit seiner verwinkelten Architektur des jüdischen Museums in Berlin einen Zickzack-Grundriss angelegt, dem auf den ersten Blick jede Struktur zu fehlen scheint.

Um ein tolles Bild zu machen, ist es oft hilfreich diese Impulse zu finden und es in deinem Architekturfoto zur Geltung zu bringen und zu inszenieren. Achte darauf, dass das Motiv im Vordergrund des Bildes steht und die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich zieht. Dazu bedarf es einigen Grundlagen der Fotografie und Tricks der Bildgestaltung.

Emotionale Architekturfotografie am Potsdamer Platz
Ich fotografiere eher mit einem künstlerischen Ansatz und mag sehr das spielen mit einer Art emotionaler Architekturfotografie.

Eine grundsätzliche Entscheidung ist sicher, ob du in deiner Architekturfotografie einen eher künstlerischen Ansatz (mit Elementen der Abstraktion und freien Interpretation) verfolgst oder ob du bestmöglich realistisch und proportionsnahe ein Bauwerk fotografieren willst.

Die richtige Perspektive in der Architekturfotografie

Perspektiven in der Architekturfotografie
In der Architekturfotografie kann die Froschperspektive eine tolle Wirkung erzeugen.
Foto: Markus Spiske/unsplash

Eine gute Architekturfotografie spielt mit den Perspektiven. Dabei kannst du in der Bildgestaltung auf ein Sammelsurium an fotografischen Perspektiven zurückgreifen – ob Zentralperspektive, Froschperspektive, Vogelperspektive oder auch eine etwas fortgeschrittenere 2-Punkt Perspektive.

2-Punkt Perspektiven in der Architekturfotografie
Eine 2-Punkt-Perspektive wird auch oft zum Zeichnen für die Außenansicht von Gebäuden verwendet und passt daher toll als Perspektive in der Architekturfotografie. Ein Merkmal der 2-Punkt-Perspektive ist, dass alle vertikalen Linien senkrecht zum Horizont verlaufen.

Du musst auch nicht immer das Gebäude so zeigen, wie es ist. Erlaubt ist, was dir gefällt. Denn auch die eher emotionale Architekturfotografie ist eine ganz wundervolle Technik, um sich einem faszinierenden Bauwerk zu nähern – auf deine ganz eigene Weise.

Wichtig ist: Sei neugierig. Zeige dem Betrachter mehr als nur eine Perspektive und gib nicht gleich nach dem ersten Foto auf. Versuche auch den Betrachter mit auf deine visuelle Architektur-Reise zu nehmen – so wie du das Gebäude siehst und spürst und wie du deine Motividee umsetzt.

Architekturfotografie Regeln Goldener Schnitt und Drittelregel

Drittelregel in der Architekturfotografie
In der Architekturfotografie kannst du häufig die Drittelregel anwenden.
Foto: Parrish Freeman/unsplash

Regeln sind da, um sie zu brechen. Aber einige sind auch sehr hilfreich, gerade für den Bildaufbau in unserem jetzigen Genre. Diese wichtige Regel in der Bildgestaltung, die du bei der Architekturfotografie kennen solltest, ist die fotografische Drittelregel. Diese besagt, dass ein Bild spannender wirkt, wenn dein Hauptmotiv nicht mittig platziert ist. Denn wenn alle Elemente genau in der Mitte platziert sind, ist es oft schwieriger für den Betrachter, das Wesentliche zu erfassen und das Foto wirkt auch etwas statisch oder gar langweilig – das wollen wir ja nicht. Dazu werden die Elemente auf dem Bild in drei gleich großen Teilen angeordnet. Nutze dazu auch das Gitternetz auf deinem Display. Die Anordnung kann entweder vertikal oder horizontal erfolgen. So können beispielsweise Hintergrund und Motiv auf dem Bild in drei gleich große Teile angeordnet sein, sodass sie der Drittelregel entsprechen.

Die Regel beruht auf der Regel des Goldenen Schnitts. Das ist eine weitere Gestaltungsregel, die es übrigens bereits seit der Antike gibt und in vielen Bauwerken zum Einsatz kommt oder auch in Gemälden. Der Goldenen Schnitt besagt, dass ein Bild am besten wirkt, wenn die verschiedenen Elemente in einem bestimmten Verhältnis zueinander stehen. Dieses Verhältnis wird als Goldenes Schnitt bezeichnet und entspricht ungefähr dem 1:1,618 Verhältnis. Wenn du also ein Foto machst, solltest du versuchen, die verschiedenen Elemente so anzuordnen, dass sie diesem Verhältnis entsprechen.

Wundervolle Symmetrie in der Architekturfotografie

Symmetrie in der Architekturfotografie
Es muss nicht immer die Drittelregel sein – gewisse Perspektiven einiger Bauwerke
bekommen durch eine Symmetrie eine wahre Sogwirkung.
Foto: Sven Read/unsplash

Symmetrie ist ein wundervolles Gestaltungsprinzipien für deine Architekturfotografie. Denn viele Bauwerke und architektonische Formen sind symmetrisch angelegt. Dann kann es auch sinnvoll sein die Aufnahmen symmetrisch auszurichten. Eine der besten Möglichkeiten, Symmetrie in deinen Fotos einzufangen ist eben solche Perspektive zu wählen, die genau durch die Mitte eines symmetrischen Gebäudes oder Objekts führt. Da entscheiden oft schon wenige Zentimeter. Sei kritisch und betrachte deine ersten Testfotos auf dem Display. Achte in deiner Perspektivwahl auch auf eventuelle Führungslinien im Boden, denn die können auch eine gute Hilfe sein.

Fotografiere zu unterschiedlichen Zeiten

Architekturfotografie zu besonderen Tageszeiten
Ein Sonnenaufgang kann eine Architektur in ein wundervoll
goldenes Lininienmeer verwandeln.
Foto: Marco Perretta/unsplash

Der Tag hat 24 Stunden. Jede dieser Stunden hat ihre eigene Lichtstimmung und vor allem Lichtfarbe. Diese Farben kannst und solltest du für deine Architekturfotografie nutzen, um bestimmte Wirkungen zu erzielen.

Die Blaue Stunde, der Sonnenaufgang, die Goldene Stunde und Sonnenuntergang sind ohne Frage die Zeiten mit den für mich spannendsten Lichtfarben.

Architekturfotografie - Regierungsviertel in Berlin
Architektur getaucht ins kühle Blau – fotografiert im Regierungsviertel in Berlin bei Nacht.

Die Lichtfarben bei Sonnenaufgang sind weich und warm, die Goldene Stunde macht es lebendig, der Sonnenuntergang kräftig und die Blaue Stunde wirkt kühl und blau.

In der Mittagszeit ist das Licht am hellsten und klarsten – und du hast auch bei klarem Himmel eine Garantie für harte Schatten. Viele Fotografen planen ihre Fotosessions genau auf diese Zeiten hin, um eben ihre gewünschte Bildwirkung zu erzielen. Also trau dich auch gerne mal zu dir ungewohnten Uhrzeiten raus. Es lohnt sich.

Reflexionen und Spiegelungen in der Architektur

Neue Perspektiven entdecken auf Fototour durch Berlin
Reflexionen eröffnen ganz neue Perspektiven, so wie hier – fotografiert auf Fototour durch Berlin

Ich liebe die Reflexionen und Spiegelungen in der Architekturfotografie. Sie können ein Gebäude vergrößern, es in einem neuen Licht erscheinen lassen und die Perspektive der Betrachter deiner Fotos verändern. Die Reflexion kann auch als Mittel genutzt werden, um die zweite Ebene eines Gebäudes zu erzeugen, das sonst nicht sichtbar wäre – gerade in der Nachtfotografie ist das ein wundervolles Stilmittel.

Architekturfotografie in Berlin
Für tolle Spiegelungen nutze ich auch am Tage ein Stativ.

Entwickle einen Blick, wo und worauf sich Spiegelungen befinden und wie sie deiner Komposition helfen. Eine Wasserfläche (Brunnen, Pfütze oder See) ist da ein guter Start. Glas ist ebenfalls immer wieder toll – gerade in einer Gegend wie dem Berliner Regierungsviertel. Aber auch poliertes Metall/Chrome bietet ebenfalls tolle Reflexionen.

Arbeite mit einem Stativ

Architekturfotografie am besten mit einem Stativ
Auch ein kleines Reisestativ
hilft dir in der Architekturfotografie.
Foto: Josh Hild/unsplash

Ein Stativ ist ein wie ich finde unverzichtbares Hilfsmittel für die Architekturfotografie. In der Komposition, oft arbeite ich da mit Liveview-Modus/Kamera-Display, kann ich die Kamera sehr genau ausrichten. Manchmal ist d es ja Millimeterarbeit. Das kann ich nicht aus der Hand halten. Zudem ermöglicht das Stativ uns als Fotografen natürlich lange Belichtungszeiten zu nutzen und so die Kamera ruhig zu fixieren (bei längeren Belichtungszeiten als 1/50 Sekunde beispielsweise) oder in der Erzeugung von Bewegungsunschärfen.

Auch bei der Aufnahme von Spiegelungen kann ein Stativ nützlich sein, da es die Kamera stabil hält und so verhindert, dass das Bild verwackelt.

Welche Blende bei Architekturfotografie

Architekturfotografie: Die besten Tipps und Tricks für faszinierende Architektur-Fotos
Welche Kamera-Einstellungen bzw. welche Blende
ist in der Architekturfotografie die passende?
Foto: Ailbhe Flynn/unsplash

Welche Blende und Einstellung für deine Art der der Architekurfotografie die richtige ist, hängt von der Art des Gebäudes und – tadaaa – deinem Hauptmotiv ab.

In der Regel fotografiere ich meine Architekturfotos mit einer mittleren Blende (ab ƒ/5.6 oder ƒ/8.0) für eine ausgewogene Tiefenschärfe.

Durch die Verwendung einer kleinen, geschlossenen Blende (ƒ/8.0) kannst du eine bessere Tiefenschärfe im Bild erhalten und damit das gesamte Gebäude betonen.

Die Verwendung einer geöffneten Blende richtet den Blick auf Details (das kann auch mal der Türknauf sein oder eine schöne Verzierung im Kirchenschiff), macht das Foto emotionaler und auch weicher – vermittelt damit einen Eindruck von Ruhe und Harmonie.

Hier habe ich im Beitrag Blende: ganz einfach erklärt die Funktion der Blende deiner Kamera aufgeschrieben.

Detailaufnahmen bei Architekturfotos

Bei der Fotografie von Gebäuden denken wir zu Beginn an das große Bauwerk. Weit, weg, Weitwinkel und alles drauf. Doch gibt es viele Details, die dein Architekturfoto bereichern können und eine Serie komplettieren. Nimm dir die Zeit und betrachte auch die kleineren Dinge genau – den Türknauf, die Fensterrahmen, die Linien an den Mauern.

Oft kannst du auch durch deine Kameratechnik – in der Kombi aus ganz nah ran gehen und Offenblende ein faszinierendes Bokeh erzeugen. So entstehen tolle Closeups, die deine Architekturserie noch interessanter machen.

Spiele mit dem Wetter in deinen Architekturfotos

Ein weiterer, oft unbeachteter Faktor in der Architekturfotografie ist das Wetter. Jeder wünscht mit bei meiner Fototour immer “sonniges Wetter”. Wie langweilig. Klar, die Architektur selbst mag schon der eigentliche Hingucker sein. Doch das Wetter einen entscheidenden Einfluss auf die Wirkung meiner Bilder haben.

Denn durch Regen, Schnee oder sogar ein Gewitter wird die Atmosphäre auf meinen Fotos dramatisiert. Denke an die Häuserschlucht bei Regen, die verschneite Kirche, die dunklen Wolken über den Wolkenkratzern oder die reflektierende Pfütze vor dem nächtlichen Haus. Diese Details geben meinem Foto noch viel mehr Emotion.

Nutze Licht und Schatten für deine Architekturfotos

Architekturfotografie: Die besten Tipps und Tricks für faszinierende Architektur-Fotos
Licht und Schatten können deinen Fotos eine weitere Ebenen und Formen-Wirkung verleihen,
so wie hier – fotografiert auf der Berliner Museumsinsel.

Ebenso wie das Wetter haben natürlich Grundsätzlich Licht und Schatten eine enorme Wirkung auf deinen Architekturfotos. Die Sonne ist enorm. So kann die Sonne – im richtigen Winkel – großartige Lichteffekte erzielen. Denke beispielsweise an den Lichtkegel, der direkt hinter deinem Gebäude erstrahlt. Auch werden durch die richtige Mixtur aus Licht und Schatten Dinge erkennbar, die eigentlich vorher unsichtbar waren – so wie hier auf der Museumsinsel. Das Schauspiel wird natürlich nur zu gewissen Tageszeiten sichtbar. Auch kann eine tolle Tiefenwirkung durch den Mix aus Licht und Schatten in deinem Architekturmotiv erzeugt werden oder – den Schatten richtig eingesetzt – können die Fotos noch dramatischer wirken.

Stürzende Linien in der Architekturfotografie vermeiden

Architekturfotografie: Die besten Tipps und Tricks für faszinierende Architektur-Fotos
Stürzende Linien lassen ein Gebäude nach hinten kippen
und sollten in der Architekturfotografie vermieden wirken.
Foto: Michael Martinelli/unsplash

Stürzende Linien werden in der Architekturfotografie oft als störend empfunden, da sie die Perspektivenwirkung deines Fotos beeinträchtigen. Dieses stürzen der Linien wird häufig durch das fotografieren von unten nach oben verursacht. Hier laufen die parallelen Linien des Gebäudes nach oben hin konisch zu (konisch = wie ein Kegel geformt, spitz zusammenlaufend).

Um stürzende Linien in der Architekturfotografie zu vermeiden, gibt es einige Tricks, die du beachten kannst. Zunächst einmal ist es wichtig, dass du bei der Aufnahme deines Fotos auf eine gute Kameraposition achtest. So solltest du versuchen, deine Kamera so auszurichten, dass dein Sensor sich gerade zu deinen Linien verhält – also die Kamera nicht kippen.

Supertrick: Menschen im Bild verschwinden lassen

Architekturfotografie: Die besten Tipps und Tricks für faszinierende Architektur-Fotos - Das Sowjetische Ehrenmal in Berlin Treptow
Durch Langzeitbelichtung habe ich am Sowjetischen Ehrenmal in Treptow alle Menschen verschwinden lassen.

Oft bist du an belebten und beliebten Plätzen zwangsläufig nicht allein (es sei denn, du kommst sehr früh oder sehr spät). Doch zeigt das obere Foto in dem sonst oft gut besuchten Platz, wie Menschen in einer langzeitbelichteten Aufnahme verschwinden können. Dies ist möglich, da die Kamera bei einer Langzeitbelichtung mehrere Sekunden belichtet und alles, was sich bewegt dadurch verschwimmt oder sogar bei schnellen Bewegungen verschwindet. Alles was still steht, bleibt sichtbar.

Dazu habe ich einen ND-Filter (Neutraldichtefilter) genutzt. Dies ist eine tolle Methode, um besonderen Orten wieder ihre Stille und Ruhe zu geben – trotz Trubel der Besucher. Dazu brauchst du zwingend ein Stativ. Wenn du keinen ND-Filter hast, so kannst du auch zu einer späteren Tageszeit fotografieren, um ausreichend lange belichten zu können.

Die richtigen Kamera-Einstellungen in der Architekturfotografie

In der Architekturfotografie solltest du die richtigen Kamera-Einstellungen beachten. Die Wahl von Blende, ISO, Schärfe, Fokus und Belichtungszeit sind essenziell für dein perfektes Foto-Ergebnis. Und mit der richtigen Kombination an Kamera-Einstellungen in der Architekturfotografie wird dir ein um so spannenderes Foto gelingen – zum Beispiel ein Bild mit einer großen Dynamik und viel Tiefe.

Blende

Die Wahl der richtigen Blende (oder Blendenzahl) ist entscheidend für die Qualität des Bildes. Je größer die Blendenzahl ist, desto mehr Licht kann auf den Sensor fallen und umso schärfer wird das Bild. Eine kleine Blendenzahl erzeugt hingegen eine geringere Schärfentiefe und lenkt nichts von dem Hauptmotiv ab.
Hier habe ich dir die Funktion der Blende deiner Kamera im Beitrag Blende: ganz einfach erklärt zusammengestellt.

ISO

Auch die ISO-Einstellung hat einen direkten Einfluss auf die Qualität des Bildes. Der ISO-Wert bestimmt die Lichtempfindlichkeit des Sensors und beeinflusst sowohl die Helligkeit als auch das Rauschverhalten des Bildes. Bei sehr hellen Szenen sollte man daher einen niedrigeren ISO-Wert verwenden, um möglichst wenig Rauschen zu haben.

Wofür steht der Begriff ISO und was macht er für deine Fotografie aus? Hier findest du alles zum Thema ISO – ganz einfach erklärt.

Schärfe

Um den Fokuspunkt scharf auf dem Foto zu halten, sollte man unbedingt ein Stativ benutzen. Dies hilft bei langen Belichtungszeiten und verhindert Verwackeln des Motivs. Zudem empfiehlt es sich, den Autofokus oder manuellen Fokus zu nutzen, um den gewünschten Punkt scharf zu stellen.

Belichtungszeit

Die Belichtungszeit hat ebenfalls Auswirkungen auf das Endergebnis des Fotos. Mit einer großen Blendenzahl und einer kurzen Verschlusszeit kann man helle Szenen optimal belichten, während lange Verschlusszeiten nötig sind, um dunkle Szenarien richtig auszuleuchten.

Hier findest du eine einfache Lektion, die Belichtungszeit ganz einfach erklärt.

Welche Brennweite für Architekturfotografie?

Brennweite ist ein sehr wichtiges Thema für Architekturfotografie. Denn damit bestimmst du die Wirkung deines Fotos maßgeblich. Mit der passenden Brennweite für dein Foto kannst du ganz neue Perspektiven eröffnen und das Bild komplett verändern.

Architekturfotografie: Die besten Tipps und Tricks für faszinierende Architektur-Fotos
Foto: sanin sn/unsplash

Ein Weitwinkelobjektiv ist beispielsweise ideal, um Gebäude als ganzes zu fotografieren, da es das gesamte Panorama großzügig ausnutzt und Details einfängt, die mit anderen Brennweiten nicht sichtbar wären. Mit einem Weitwinkelobjektiv kannst du zudem auch die Illusion von Tiefe erzeugen, indem du einen Komposition aus Vordergrund, Mitte und Hintergrund optimal ausnutzt.

Architekturfotografie: Die besten Tipps und Tricks für faszinierende Architektur-Fotos
Foto: Annie Spratt/unsplash

Eine Telebrennweite mit einem Teleobjektiv hingegen ist perfekt für Aufnahmen von Details und Ausschnitten eines Gebäudes in der Stadt. Du kannst beispielsweise Gebäude fotografieren, die weit entfernt sind oder die Details einfangen, die mit anderen Brennweiten nicht sichtbar wären.

Welches Objektiv für Architekturfotos?

Die Wahl des richtigen Objektivs für Architekturfotos scheint für viele magisch zu sein. Ich persönlich bevorzuge eher ein Invest in die kreative Idee und die Perspektive, als zu viel Technik-Gespräch.

Weitwinkel

Für eine tolle Weitwinkelperspektive braucht es eine besonders kurze Brennweite. Nun ja, dabei habe ich in der Regel ein Canon Zoom EF 24-70mm f/2.8L II USM Objektiv. Da bin ich sehr flexibel zwischen einer sauberen Weitwinkel-Perspektive aber habe auch die Möglichkeit für einen Zoom auf Details.

Das CANON Objektiv EF 16-35mm f/2.8 L III USM ist ohne Frage auch wundervoll – mir allerdings bisher zu teuer. Dieses deckt aber sogar den Ultraweitwinkel-Bereich ab, was auch sehr hilfreich in mancher Architektur-Perspektive ist.

Teleobjektiv

Ohne Frage ist ein Weitwinkelobjektiv ideal, um Gebäude als ganzes einzufangen oder auch Innenräume größer wirken zu lassen.

Ich habe jedoch auch oft ein Teleobjektiv (oft das 70-200mm) in der Tasche, um die Details der Gebäude hervorzuheben. Dieses Objektiv ist ideal für Aufnahmen von Fenstern, Türen oder Statuen – wenn sie weiter entfernt sein sollten.

Tilt Shift

Es gibt – gerade in der Architekturfotografie – noch Tilt Shift Spezialobjektive (shift = verschieben). Diese kommen zum Einsatz, wenn du von der Straße aus versuchst, hohe Gebäude zu fotografieren. Du richtest dann nämlich in der Regel deine Kamera nach oben. Dann kommt es zu den bereits beschriebenen stürzenden Linien.

Architekturfotografie: Tilt-Shift
Foto/Quelle: wikimedia

Mit einem Tilt and Shift Objektiv kannst du die Linse so verschieben, dass die parallelen Linien gerade erscheinen. Das kannst du natürlich auch mit der Bildbearbeitung erreichen, jedoch sind die Resultate eher unbefriedigend im Vergleich zum Profi-Tilt and Shift Objektiv.

Supertrick: Panoramamodus für große Gebäude

Die Panorama-Funktion in vielen Kameras oder auch Smartphones ermöglicht es nicht nur, schöne Landschaftsbilder aufzunehmen. Auch im Hochkant-Format lassen sich so höhere Gebäude und interessante Architekturen ablichten.

Interessante Orte und Städte für schöne Architekturfotos

Ich bin immer wieder auf der Suche nach schönen Foto-Locations und Fotoorten – nicht nur in Berlin. Zudem überlege ich immer wieder neue Wege, wie ich schöne Foto-Locations oder Foto-Orte finden kann. Hier habe ich für dich einige Tipps wie du neue Foto-Locations in deiner Gegend findest aufgeschrieben. Als kleiner Spoiler: Gerade Tools wie Instagram und Google Maps finde ich super hilfreich. Aber auch Stockbörsen können schöneImpulse geben.

Rechte beachten: Panoramafreiheit in der Architekturfotografie

Grundsätzlich darf man in Deutschland ohne Genehmigung keine Fotos von Immobilien machen und diese veröffentlichen. Denn wenn ein Gebäude auf dem Foto ist, benötigst du möglicherweise ein Property Release. Das ist die schriftliche Zustimmung eines Eigentümers bzw. Rechteinhabers zur Verbreitung und Veröffentlichung eines auf seinem Grundstück oder von seinem Eigentum fotografierten Bildes durch den Fotografen. Das gilt zum Beispiel bei Bildaufnahmen auf einem privaten Grundstück. 

Es gibt jedoch eine Einschränkung, die als Panoramafreiheit bekannt ist (Paragraf 59 UrhG). Diese erlaubt es, „Werke, die sich bleibend an öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen befinden“ zu fotografieren und aufzunehmen, wenn man sie von einem öffentlichen Ort aus sieht. Die Aufnahmen dürfen dann veröffentlicht und weiterverwertet werden. Die Panoramafreiheit gilt auch für Kunstwerke im öffentlichen Raum, solange sie dort stehen bleiben.

Bildbearbeitung in der Architekturfotografie – Photoshop, Lightroom & Co.

Architekturfotografie: Die besten Tipps und Tricks für faszinierende Architektur-Fotos
Gerade im Innenbereich finde ich Weißabgleich super wichtig.
Foto: Todd Quackenbush/unsplash

Meine Bildbearbeitung (in der Regel arbeite ich in Lightroom) ist ein wichtiger Bestandteil meiner Architekturfotos. Sie ermöglicht es dir als Fotografen, deine Aussage zu verdeutlichen und vor allem ein “sauberes” Foto abzuliefern. Klar, den Grundstein legst du bereits während der Aufnahme.

Denn durch das Kontrollieren von Schärfe, Anpassung von Brennweite (ich habe normalerweise nie ganz aufgezogen sondern gebe ein paar Millimeter im Weitwinkel Spiel) und bestenfalls keine direkte Platzierung wichtiger Objekte am Bildrand kannst du Verzerrungen zusätzlich vermeiden.

Ich fotografiere zudem immer in RAW. Das liefert mir viele Möglichkeiten meine Architekturfotos gut zu bearbeiten.

Dabei gehe ich wie folgt vor:

  • Fehler des Objektivs korrigieren
  • Den Ausschnitt und Horizont anpassen
  • Weißabgleich korrigieren wenn nötig
  • Schärfe, Helligkeit und Dynamik prüfen und ggf. optimieren

Motivideen für deine Architekturfotografie

Lasse Menschen in deine Komposition.

Lasse Menschen auf dein Foto - Architekturfotografie: Die besten Tipps und Tricks für faszinierende Architektur-Fotos
Foto: Shayan Hefzi/unsplash

Greife Details in der Architektur raus.

Foto: Vi Tran/unsplash

Nimm auch kleine Details ins Sichtfeld.

Foto: Linh Le/unsplash

Erkunde die Umgebung eines Gebäudes – konzentriere dich nicht nur auf das Gebäude selbst, sondern auch auf das, was es umgibt – was macht es lebendig? Wie wirkt es sich auf die Umgebung aus? Was bedeutet es für die Leute, die in der Nähe leben? Erforsche einzelne Elemente, die dir beim Betrachten des Gebäudes auffallen, und versuchen Sie, eine Geschichte zu erzählen.

Grundsätzlich gilt: Hab keine Angst in der Architekturfotografie Experimente zu wagen, das machen die Architekten ja schließlich auch. Wenn du normalerweise Architekturaufnahmen von Gebäuden als ganzes machst, so versuche nun mal das Gegenteil.

Das kompositorische Verständnis, Teile Motivs – also bei uns eines Gebäudes – auszuschließen und dennoch seine Essenz einzufangen, braucht Zeit und Übung. Aber je mehr Elemente du entfernst, desto abstrakter und surrealer wird dein Foto. Dadurch hebst du nicht nur deine Architekturfotografie auf ein ganz neues Niveau, sondern wirst auch lernen in anderen fotografischen Bereichen mehr zu wagen,

Inspiration finden: Bekannte Architekturfotografen und Künstlerische Architekturfotografie

Es gibt so wundervolle Heinrich Heidersberger Architekturfotografen, die einen zu so wundervollen Ausflügen in die künstlerische Architekturfotografie mitnehmen können. Sei es ein Walter Hege, Hugo Schmölz oder die österreichische Fotografin Margherita Spiluttini. Einigen möchte ich dir hier vorstellen.

Klemens Ortmeyer

Der Architekturfotograf Klemens Ortmeyer ist ein Spezialist für Architektur, Landschaft Interior. Auf der Webseite von Klemens Ortmeyer sind viele Arbeiten einsehbar.

Heinrich Heidersberger

Heinrich Heidersberger war ein deutscher Fotograf, der einen Großteil seines Lebens in Braunschweig und Wolfsburg verbrachte.

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Alexander Komar

Toller Artikel über Architekturfotografie! Die Erläuterungen zu Perspektiven und Lichtverhältnissen sind super hilfreich und bieten kreative Einblicke. Besonders beeindruckt hat mich die Diskussion über Blende und Brennweite – essenziell für jeden Architekturfotografin. Klasse Tipps und Tricks auch für Ich als Portraitfotografe!

Thomas B.

Hallo Lars, Für Kundenfotos nutze ich ein Sigma 12-24 Zoom und einen Tilt/Shift Adapter von Fotodiox an meiner Fuji. Das funktioniert eigentlich ganz gut. Mit der Nikon benutze ich immer noch ein klassisches Balkengerät.

Privat mag ich lieber Situationen, für die andere “blind” zu sein scheinen. So, wie auf dem hoch geladenen Bild. Unterschiedliche Epochen an einem Ort vereint. Kommt selten so deutlich daher….

Gruss Thomas B.

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