Als Fotograf merke ich immer häufiger, dass Kunden nicht nur nach guten Bildern fragen. Kurze Imagefilme, Interviews oder authentische Einblicke hinter die Kulissen gehören heute für viele Unternehmen ganz selbstverständlich zur Außendarstellung. Grund genug, einmal über den fotografischen Tellerrand zu schauen.
Michael Wenzel von MW munich VISUALDESIGN hat sich auf Videoproduktion in München spezialisiert und produziert Businessvideos, Imagefilme und Interviewformate für Unternehmen sowie Privatkunden. Da ich mich selbst immer häufiger mit dem Thema Bewegtbild beschäftige und den Austausch mit Kollegen schätze, habe ich die Gelegenheit genutzt, ihm einige Fragen zu stellen.
Michael, viele Unternehmen investieren zuerst in Fotos. Wann wird ein Video zur sinnvollen Ergänzung?
Michael Wenzel: “Fotos schaffen ohne Frage Aufmerksamkeit und transportieren Qualität. Ein gutes Video geht jedoch oft noch einen Schritt weiter. Sobald Menschen sprechen, arbeiten oder miteinander interagieren, entsteht Nähe. Gerade bei Dienstleistungen, Personal Brands oder erklärungsbedürftigen Angeboten hilft ein kurzer Film dabei, Vertrauen aufzubauen und Persönlichkeit sichtbar zu machen.”
Als Fotograf weiß ich, wie entscheidend Licht für ein gutes Bild ist. Worauf achtest du beim Filmen besonders?

(Foto: visualdesign-muenchen.de)
Michael Wenzel: “Licht sorgt nicht nur für eine technisch saubere Aufnahme, sondern beeinflusst vor allem die Stimmung. Mein Ziel ist es, Menschen natürlich und authentisch wirken zu lassen. Deshalb arbeite ich häufig mit zusätzlichem Licht, achte aber darauf, dass die Szene nicht künstlich aussieht. Das Video soll professionell wirken, ohne seinen natürlichen Charakter zu verlieren. Genau hier zeigt sich häufig der Unterschied zwischen einem spontanen Smartphone-Video und einer professionellen Videoproduktion.
Gerade bei der Videoproduktion in München entstehen viele Aufnahmen direkt in Unternehmen oder Praxen. Dort muss man sauber arbeiten und das Licht flexibel an die vorhandene Umgebung anpassen können, damit eine natürliche und gleichzeitig hochwertige Bildwirkung entsteht.”
Interviews wirken oft erstaunlich locker. Was macht für dich ein gelungenes Interview aus?
Michael Wenzel: “Ein gutes Interview beginnt lange bevor die Kamera läuft. Die Gesprächspartner müssen sich wohlfühlen und Vertrauen fassen. Ich arbeite deshalb mit gezielten Fragen und einer entspannten Atmosphäre. Im fertigen Film sind die Fragen meist gar nicht zu hören – verwendet werden nur die stärksten Aussagen, ergänzt durch passende Schnittbilder aus dem Arbeitsalltag. So entsteht ein authentischer Eindruck statt eines auswendig gelernten Werbetextes.
Gerade das finde ich spannend. Als Fotograf erlebe ich häufig, dass Menschen vor der Kamera zunächst unsicher sind. Eine entspannte Atmosphäre ist deshalb oft viel wichtiger als die teuerste Technik.”
Viele Kameras filmen heute in 4K oder sogar höher. Ist Technik überhaupt noch der entscheidende Faktor?
Michael Wenzel: “Nein. Moderne Kameras liefern eine hervorragende Qualität. Viel wichtiger sind Bildgestaltung, Kameraführung, sauberer Ton und ein stimmiger Schnitt. Erst das Zusammenspiel dieser Elemente sorgt dafür, dass ein Film professionell wirkt und die gewünschte Botschaft transportiert.”
Du sprichst häufig von Storytelling. Was bedeutet das bei einem Unternehmensfilm?
Michael Wenzel: “Jedes Unternehmen hat eine Geschichte. Es geht nicht darum, möglichst viele Informationen unterzubringen, sondern zu zeigen, wer hinter einer Marke steht, wie gearbeitet wird und warum Kunden Vertrauen haben können. Gute Videos erzählen genau diese Geschichte – oft schon in weniger als einer Minute. Gerade kurze Businessvideos leben heute von einer klaren Geschichte.”
Welche Videoformate werden derzeit am häufigsten nachgefragt?
Michael Wenzel: “Neben klassischen Imagefilmen entstehen heute viele kurze Businessvideos für Websites, LinkedIn oder Instagram. Auch Interviewformate gewinnen immer mehr an Bedeutung, weil sie Kompetenz und Persönlichkeit transportieren. Besonders spannend finde ich, wenn aus einem Drehtag gleich mehrere Formate entstehen – vom Imagefilm über Social-Media-Clips bis hin zu Behind-the-Scenes-Sequenzen.
„Viele Unternehmen – nicht nur aus München – die sich für eine Videoproduktion entscheiden, möchten genau diese Vielseitigkeit nutzen und aus einem Produktionstag möglichst viel hochwertigen Content mitnehmen.”
Gibt es einen Fehler, den du bei Unternehmensvideos immer wieder beobachtest?
Michael Wenzel: “Erst einmal merke ich, dass die Kunden in einem einzigen Film alles erzählen möchten. Dabei funktionieren kurze, klar strukturierte Videos häufig deutlich besser. Gerade, wenn wir an die Aufmerksamkeitsspanne im Online denken. Eine klare Botschaft bleibt beim Zuschauer eher hängen als eine lange Aufzählung von Leistungen.”
Was können Fotografen von Videografen lernen – und umgekehrt?
Michael Wenzel: “Beide Disziplinen profitieren voneinander. Fotografen bringen oft ein gutes Gespür für Licht, Komposition und den richtigen Moment mit. Videografen denken stärker in Abläufen, Bewegung und Storytelling. Die spannendsten Projekte entstehen meist dann, wenn beides zusammenkommt.”
Auf deiner Webseite sieht man dich häufig mit Gimbal unterwegs – du warst sogar schon auf dem Skateboard mit Kamera und Gimbal. Wie wichtig sind Spontaneität und Bewegung bei deinen Drehs?

Michael Wenzel: “Beides gehört für mich untrennbar zusammen. Natürlich plane ich jeden Dreh im Vorfeld: Welche Botschaft soll transportiert werden? Welche Szenen brauchen wir? Wie ist das Licht vor Ort? Gleichzeitig entstehen die besten Momente oft spontan. Wenn Mitarbeiter miteinander lachen, ein interessantes Licht durchs Fenster fällt oder sich eine ungeplante Perspektive ergibt, lasse ich den Ablauf bewusst flexibel.
Mit meinem mobilen Studio kann ich Licht, Ton und Kamera schnell an unterschiedliche Situationen anpassen. Und manchmal bedeutet das eben auch, mit dem Gimbal auf dem Skateboard besonders flüssige und dynamische Kamerafahrten aufzunehmen. Solche Bewegungen bringen Energie in den Film und wirken oft deutlich lebendiger als statische Einstellungen. Gerade bei Social Media oder modernen Imagefilmen sorgen diese kleinen, dynamischen Sequenzen dafür, dass ein Video im Gedächtnis bleibt.”
Zum Schluss noch eine Frage für meine Leser: Viele beschäftigen sich gerade intensiver mit Videografie oder möchten den Schritt von der Fotografie zum Film wagen. Welchen Rat würdest du ihnen mit auf den Weg geben?
Michael Wenzel: “Viele glauben, sie bräuchten zuerst die perfekte Kamera oder möglichst teures Equipment. Meine Erfahrung ist eine andere. Starte mit der Technik, die du bereits besitzt, und konzentriere dich darauf, Geschichten zu erzählen. Beobachte, wie Licht Räume verändert, achte auf einen sauberen Ton und überlege dir vor jeder Aufnahme, welche Botschaft du vermitteln möchtest.
Video lebt nicht von spektakulären Effekten, sondern davon, dass der Zuschauer etwas fühlt oder versteht. Deshalb lohnt es sich, zunächst kurze Projekte umzusetzen – zum Beispiel ein kleines Interview, einen Blick hinter die Kulissen oder einen kurzen Imageclip. Mit jedem Dreh wächst die Erfahrung.
Und noch etwas: Schau dir an, wie andere Videografen arbeiten, lass dich inspirieren und entwickle nach und nach deinen eigenen Stil. Gute Videografie entsteht nicht dadurch, dass man Trends kopiert, sondern indem man lernt, Menschen und Geschichten authentisch in Szene zu setzen.“
KI entwickelt sich rasant. Was glaubst du: Was macht die Videografie-Branche auch in Zukunft unverzichtbar?
Michael Wenzel: „Ich sehe KI nicht als Bedrohung, sondern als Werkzeug. Sie eröffnet uns heute schon enorme Möglichkeiten – von der Ideenfindung über die Planung bis hin zur Postproduktion. Viele Arbeitsschritte lassen sich schneller erledigen, und auch kleine Unternehmen können dadurch hochwertigeren Content produzieren als noch vor wenigen Jahren.
Gleichzeitig beobachte ich einen spannenden Gegentrend. Gerade in sozialen Netzwerken sehnen sich viele Menschen wieder nach echten Geschichten und echten Persönlichkeiten. Perfekt generierte KI-Avatare oder künstliche Sprecher beeindrucken vielleicht im ersten Moment, schaffen aber selten langfristiges Vertrauen.
Menschen möchten sehen, wer hinter einer Marke steht. Sie möchten echte Mitarbeiter erleben, authentische Einblicke bekommen und spüren, dass dort keine künstliche Fassade aufgebaut wird. Genau deshalb werden Interviews, Behind-the-Scenes-Aufnahmen oder ehrliche Einblicke in den Arbeitsalltag immer wichtiger.
Professionelle Videografie bedeutet für mich deshalb nicht, alles möglichst perfekt aussehen zu lassen. Es geht darum, Echtheit hochwertig einzufangen. Gute Lichtsetzung, sauberer Ton und eine durchdachte Bildsprache unterstützen die Botschaft – sie ersetzen sie aber nicht.
Ich glaube sogar, dass KI den Wert authentischer Videos weiter steigern wird. Je einfacher künstliche Inhalte erstellt werden können, desto mehr werden echte Menschen, echte Emotionen und echte Geschichten zum entscheidenden Unterschied. Gerade deshalb investieren viele Unternehmen heute bewusst in echte Gesichter statt in perfekte Avatare. Genau dort liegt aus meiner Sicht die Zukunft moderner Unternehmenskommunikation.“
Wenn Bilder Geschichten erzählen und Videos Vertrauen schaffen
Gute Fotografie und gute Videografie sind heute kein Entweder-oder mehr. Während Fotos häufig den ersten Eindruck schaffen, erzählen Videos Geschichten, transportieren Persönlichkeit und schaffen Vertrauen. Gerade im Business-Bereich wird diese Kombination immer wichtiger.
Wer sich intensiver mit dem Thema Videoproduktion in München beschäftigen oder sehen möchte, wie moderne Businessvideos, Imagefilme und Interviewproduktionen umgesetzt werden, findet bei MW munich VISUALDESIGN – Michael Wenzel Tipps und Inspiration. Besonders spannend finde ich den Ansatz, hochwertige Technik mit authentischem Storytelling zu verbinden – von dynamischen Gimbal-Aufnahmen bis hin zu natürlich wirkenden Interviewformaten.
Lars Poeck ist seit über zehn Jahren als selbstständiger Business-Fotograf in Hamburg tätig und arbeitet deutschlandweit für Unternehmen, Selbstständige und Kreative. Sein Fokus: authentische Businessporträts und Bildwelten mit Persönlichkeit – ohne steife Posen.
Auf seinem Fotografieblog ig-fotografie.de vermittelt er seit 2015 praxisnahe Tipps, Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Online-Fotokurse für Einsteiger und ambitionierte Hobbyfotografen.
Als Experte veröffentlicht er Fachbeiträge in Medien wie c’t Fotografie und DigitalPHOTO und war Interviewpartner u. a. im ZDF-Magazin „leute heute“ sowie im WDR 5 Morgenecho. Seine fotografischen Arbeiten erscheinen zudem in Zeitungen wie der Preußischen Allgemeinen Zeitung und dem Tagesspiegel.
Er ist Autor mehrerer Fotografie-Ratgeber, darunter „Kreative Foto-Aufgaben für jeden Tag“ (Humboldt Verlag). Seine Bücher werden auf Amazon vielfach positiv bewertet.
Als Fototrainer ist er regelmäßig auf Messen und Events wie der Autorinnenrunde der Leipziger Buchmesse, dem DVF-Jugendtreff, der photo+adventure, den Laupheimer Fototagen und der Berlin Photo Week vertreten.

