Manchmal bleibt ein Satz länger im Kopf als die nächste Kameraempfehlung. Er erinnert dich daran, warum du überhaupt fotografierst: weil dich ein Mensch berührt, ein Licht nicht loslässt oder du etwas entdeckst, an dem andere vorbeigehen. Hier findest du Fotografen-Sprüche und Zitate über Fotografie – mit kurzen Einordnungen zu den Menschen dahinter und Anregungen für deine eigenen Bilder.
Du suchst einen bestimmten Fotografen? Über das Inhaltsverzeichnis springst du direkt zu seinem Abschnitt. Oder du suchst dir einen Gedanken aus und nimmst ihn mit auf deinen nächsten Fotospaziergang.
Hinweis zu den Zitaten: Diese Sammlung enthält verbreitete deutsche Fassungen und Übersetzungen. Nicht zu jeder Aussage liegt hier eine überprüfte Originalquelle vor; die Namenszuordnung ist deshalb nicht in jedem Fall gesichert. Die verlinkten Biografien dienen zur Einordnung der Personen, nicht als Beleg für den Wortlaut. Meine Fotoimpulse unter den Zitaten sind eigene Anregungen.
Zitate bekannter Fotografen und Gedanken über das Sehen
Henri Cartier-Bresson
Der französische Fotograf und Magnum-Mitbegründer steht für den „entscheidenden Augenblick“: den Moment, in dem Bewegung, Ausdruck und Bildaufbau zusammenfinden.
„Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut.“
„Es ist eine Illusion, dass Fotos mit der Kamera gemacht werden… sie werden mit dem Auge, dem Herz und dem Kopf gemacht.“
„Der schöpferische Akt dauert nur einen kurzen Moment, einen blitzschnellen Augenblick des Gebens und Nehmens. Gerade lang genug, um die Kamera auszurichten und die flüchtige Beute in Ihrer kleinen Box einzufangen.“
„Fotografieren, das ist eine Art zu schreien, sich zu befreien … Es ist eine Art zu leben.“
„Deine ersten 10.000 Fotos sind die schlechtesten.“
In Ergänzung zu den tollen Sprüchen zur Fotografie kann ich dir dieses Büchlein über Henri Cartier-Bresson sehr empfehlen.
Vivian Maier
Vivian Maier fotografierte das Leben auf der Straße und arbeitete als Kindermädchen. Ihr umfangreiches fotografisches Werk wurde erst spät einer größeren Öffentlichkeit bekannt. Besonders ihre Selbstporträts zeigen, wie spielerisch sich Spiegelungen und Schatten nutzen lassen.
„Wir müssen Platz für andere Menschen machen. Es ist wie ein Rad. Man steigt auf, fährt bis zum Ende und dann bekommt jemand anderes die gleiche Chance. Und so geht es immer weiter.“
Dorothea Lange
Die amerikanische Dokumentarfotografin machte mit ihren Bildern soziale Lebensbedingungen sichtbar. Ihr bekanntes Foto „Migrant Mother“ erinnert daran, wie viel ein einzelnes Porträt erzählen kann.
„Die Kamera ist ein Instrument, das Menschen lehrt, ohne Kamera zu sehen.“
Steve McCurry
Steve McCurry ist für seine farbintensiven Reportagen und Porträts bekannt. Bei seinen Bildern lohnt es sich, auf das Zusammenspiel von Blick, Licht und Umgebung zu achten.
„Wenn du wartest, werden die Menschen deine Kamera vergessen – und dann wird ihre Seele sichtbar.“
Ernst Haas
Ernst Haas zählt zu den Wegbereitern der künstlerischen Farbfotografie. Farbe und Bewegung werden in seinen Bildern selbst zum Motiv – eine schöne Einladung, beim Fotografieren über die reine Abbildung hinauszudenken.
„Es gibt nur dich und deine Kamera. Die Grenzen deiner Fotografie liegen in dir selbst, denn wir sehen, was wir sind.“
Chase Jarvis
Der amerikanische Fotograf und Kreativunternehmer lenkt den Blick auf das Machen. Sein Gedanke zur verfügbaren Kamera passt besonders gut zu Tagen, an denen du nur mit dem Smartphone unterwegs bist.
„Die beste Kamera ist die, die du gerade dabei hast.“
Leonardo da Vinci
Leonardo da Vinci war Künstler und Forscher, kein Fotograf. Sein Interesse am genauen Beobachten schlägt trotzdem eine Brücke zur Fotografie.
„Saper vedere.“ („Das Sehen verstehen.“)
Pablo Picasso
Pablo Picasso war Maler und Bildhauer. Der hier gesammelte Gedanke zur Inspiration ist auch für die fotografische Praxis interessant: Ideen können beim Arbeiten entstehen.
„Die Inspiration existiert, aber sie muss dich bei der Arbeit finden.“
Elliott Erwitt
Elliott Erwitt ist für seine humorvollen Alltagsbeobachtungen bekannt. Seine Bilder zeigen, wie viel Witz in einer Geste, einer zufälligen Begegnung oder dem Verhältnis zwischen Mensch und Tier stecken kann.
„Die ‚Essenz des Geschehens‘ – darauf kommt es an.“
„Fotografieren ist ziemlich einfach. Man reagiert einfach auf das, was man sieht.“
James Wayner
„Digitalfotografie ermöglicht uns nicht nur, Erinnerungen festzuhalten, sondern auch, welche zu kreieren.“
Robert Doisneau
Der französische Fotograf beobachtete das Alltagsleben, besonders in Paris. Seine Bilder laden dazu ein, im scheinbar Gewöhnlichen kleine Geschichten zu entdecken.
„Die Wunder des täglichen Lebens sind aufregend; Kein Filmregisseur kann das Unerwartete arrangieren, das Sie auf der Straße finden. “
Harald Schmitt
Hier steht das Gefühl im Mittelpunkt. Für deine Bilder lässt sich daraus eine Frage ableiten: Was hat dich an der Szene berührt, bevor du die Kamera gehoben hast?
„Ein berührendes Photo entsteht zuerst im Herzen und erst dann in der Kamera“
Werbespruch vom Kamerahersteller Leica
„Wer sehen kann, kann auch fotografieren. Sehen lernen kann allerdings lange dauern.“
Gisèle Freund
Gisèle Freund verband Porträtfotografie mit einem intensiven Nachdenken über die gesellschaftliche Bedeutung von Bildern. Ihre Porträts von Schriftstellern gehören zu ihren bekannten Arbeiten.
„Das Auge macht das Bild, nicht die Kamera.“
Peter Adams
Gefühlstiefe und Schärfentiefe sind unterschiedliche Dinge. Ein technisch perfektes Bild kann dich kaltlassen; eine kleine Geste kann dagegen ein ganzes Foto tragen.
„Bei großartiger Fotografie geht es um Gefühlstiefe nicht um Schärfentiefe.“
Andreas Feininger
Andreas Feininger war Fotograf und Autor von Fotolehrbüchern. An seinen Architektur- und Stadtaufnahmen lässt sich studieren, wie Linien, Perspektive und Ausschnitt ein Motiv ordnen.
„Bei ungünstigen Lichtverhältnissen oder unfotogenen Motiven ist es eine Kunst, nicht den Auslöser zu drücken.“
Wenn du seine fotografische Sicht vertiefen möchtest, findest du hier eine Leseempfehlung zu Andreas Feininger.
Helmut Newton
Helmut Newton wurde durch seine inszenierte Mode- und Porträtfotografie bekannt. Seine Bilder sind ein Anlass, über Bildwirkung, Inszenierung und die eigene fotografische Haltung nachzudenken.
„Es gibt Bilder, die misslingen. Aber ich mache Fotos nicht, um sie in die Schublade zu tun. Sie sollen gesehen werden. Ob man sie liebt oder nicht, ist mir vollkommen egal.“

Ansel Adams
Ansel Adams ist für seine Schwarz-Weiß-Landschaften des amerikanischen Westens bekannt. Bei seinen Bildern lohnt es sich, die Abstufungen zwischen tiefem Schwarz und hellem Weiß bewusst zu betrachten.
„An einem Bild sind immer zwei Leute beteiligt: der Fotograf und der Betrachter. Ein Foto wird meistens nur angeschaut, selten schaut man in es hinein.“
„Zwölf gute Fotos in einem Jahr sind eine gute Ausbeute.“
„Es gibt keine Regeln für gute Fotos, es gibt nur gute Fotos.“
„Es gibt nichts Schlimmeres als ein brillantes Bild eines schlechten Konzepts.“
Wenn du die Bilder von Ansel Adams in Ruhe betrachten möchtest, kann ich dir dieses Buch sehr empfehlen.
Man Ray
Man Ray verband Fotografie mit künstlerischem Experiment. Seine Arbeiten erinnern daran, dass ein Foto auch eine erfundene Bildidee sein kann – mit ungewöhnlichen Perspektiven, Licht oder Verfahren.
„Ich verabscheue diejenigen, die die technische Fertigkeit in meinem Werk bewundern. Eine gewisse Verachtung für das Material, das verwendet wurde, um eine Idee auszudrücken, ist für die reinste Verwirklichung der Idee unerlässlich.“
„Ich lasse mich nicht von der Größe der Kamera diktieren. Ich benutze alles von 8 x 10 bis 35 mm. Aber ich benutze nicht diese modernen Kameras, die ständig ausfallen!“
„Hätte ich den Mut dazu gehabt, wäre ich ein Dieb oder Gangster geworden. Aber da ich den nicht hatte, wurde ich Fotograf.“
„Ist Fotografie eine Kunst? Es hat keinen Sinn, herausfinden zu wollen, ob sie eine Kunst ist. Kunst ist altmodisch. Wir brauchen etwas anderes.“
Bettina Rheims
Die französische Fotografin ist besonders für ihre Porträts bekannt. In diesem Abschnitt geht es um eine einfache, aber wichtige Frage: Was passiert vor dem Auslösen zwischen dir und deinem Gegenüber?
„Fotografieren ist mehr als auf den Auslöser drücken.“
Lisette Model
Lisette Model war Fotografin und Lehrerin. Der ihr zugeschriebene Satz über Interesse am Motiv ist ein guter Prüfstein: Fotografierst du gerade etwas, weil es dich berührt – oder weil es auf einem Foto gut aussehen soll?
„Fotografiere niemals etwas, das dich nicht interessiert!“
Fritz Pölking
Fritz Pölking war ein deutscher Naturfotograf. Sein hier aufgeführter Gedanke erinnert daran, dass Naturfotografie schon beim Beobachten beginnt, lange bevor du ein Bild mit nach Hause bringst.
„Natur fotografieren ist Erleben aus erster Hand.“
Annie Leibovitz
Annie Leibovitz ist für ihre Porträts bekannt, von aufwendig inszenierten Aufnahmen bis zu persönlicheren Bildern. Bei ihrer Arbeit lohnt der Blick darauf, welche Geschichte ein Porträt über einen Menschen erzählt.
„Was Sie auf meinen Bildern sehen, ist, dass ich keine Angst hatte, mich in diese Menschen zu verlieben.“
„Menschen kaufen Ideen, sie kaufen keine Fotos.“
Andreas Gursky
Andreas Gursky ist für großformatige fotografische Arbeiten bekannt. Seine Bilder regen dazu an, über Wiederholungen, Ordnungen und das Verhältnis von Fotografie und Wirklichkeit nachzudenken.
„Seit der Digitalisierung des fotografischen Mediums ist eine feste Definition des Begriffs Fotografie unmöglich geworden.“
„Was mich schlussendlich interessiert, ist nicht, Wirklichkeit zu erfinden, sondern die Wirklichkeit an sich. Sie hervorzuheben, zu akzentuieren erscheint mir dabei legitim. Ich versuche dabei, kein Bild so aussehen zu lassen, als sei es bearbeitet worden (…) und doch war nichts so, wie es hier erscheint. Diese Bilder sind vollkommen künstlich.“
Robert Capa
Robert Capa war Fotojournalist und Mitbegründer von Magnum Photos. Seine Kriegsreportagen prägen die Fotogeschichte. Nähe ist in diesem Zusammenhang kein Aufruf, sich oder andere für ein Bild in Gefahr zu bringen.
„Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, warst du nicht nah genug dran.“
„Die Wahrheit ist das beste Bild.“
„Die Bilder sind da, Du nimmst sie einfach auf.“
Robert Bresson
Zur Einordnung: Robert Bresson war ein französischer Filmregisseur. Er ist nicht mit dem Fotografen Henri Cartier-Bresson zu verwechseln. Sein hier aufgeführter Gedanke passt dennoch gut zur Frage, was du mit deinen Bildern sichtbar machen möchtest.
„Mach sichtbar, was vielleicht ohne dich nie wahrgenommen worden wäre.“
Paul Cézanne
Paul Cézanne war Maler. Für deinen Fotospaziergang lässt sich aus diesem Gedanken eine einfache Erinnerung mitnehmen: Licht und Situationen verändern sich – schau jetzt genau hin.
„Man muss sich beeilen, wenn man etwas sehen will, alles verschwindet.“
Laura Helena
Ausprobieren lässt sich ganz klein anfangen: Fotografiere dasselbe Motiv einmal aus Augenhöhe, einmal vom Boden und einmal durch einen Vordergrund. Welche Variante überrascht dich?
„Hört niemals damit auf zu Experimentieren und auszuprobieren!“
Sebastião Salgado
Sebastião Salgado erzählte in langfristigen fotografischen Projekten von Menschen, Arbeit und Natur. Seine Schwarz-Weiß-Bilder zeigen, was entstehen kann, wenn man einem Thema Zeit und Aufmerksamkeit schenkt.
„Ich bin kein Künstler. Ein Künstler macht einen Gegenstand. Ich, das ist kein Objekt, ich arbeite in der Geschichte, ich bin ein Geschichtenerzähler.“
„Das Bild wird nicht vom Fotografen gemacht. Das Bild ist mehr oder weniger gut in Abhängigkeit von der Beziehung, die Sie zu den Menschen haben, die Sie fotografieren.“
„Wenn Sie ein Bild von einem Menschen machen, das ihn nicht ehrenhaft macht, gibt es keinen Grund, dieses Bild zu machen. Das ist meine Art, die Dinge zu sehen.“
„Ich glaube nicht, dass eine Person einen Stil hat. Was Menschen haben, ist eine Art und Weise, das zu fotografieren, was in ihnen steckt. Was da ist, kommt heraus.“
Mario Cohen
„Ein Bild gibt uns das Gefühl, die ganze Welt in den Händen zu halten. Fotos sind Dokumente des Augenblicks, des Lebens, der Geschichte. Die Fotografie verwandelt die Welt in ein ewig fortbestehendes Angebot, aus der Wirklichkeit in das Reich der Fantasie, aus dem Schmerz in die Freude zu fliehen – durch das Fenster der Seele, das Auge.“
Patrick Ludolph
Der praktische Kern dieses Gedankens: Du lernst auch durch Versuche, die noch nicht gelingen. Nimm dir für deinen nächsten Ausflug eine überschaubare Aufgabe vor, statt alles gleichzeitig verbessern zu wollen.
„Klar kann man den einen oder anderen Tipp aufschnappen und muss einiges an Grundlagen erlernen, aber am wichtigsten ist wohl, dass man sich traut selbst auszuprobieren, viel fotografiert und keine Angst davor hat auf die Schnauze zu fallen.“
Steffen Böttcher
Dieser Gedanke stammt aus meiner verlinkten Gesprächsreihe. Für mich steckt darin eine wohltuende Ermutigung: Du darfst ausprobieren, ohne aus jedem Bild sofort ein Meisterwerk machen zu müssen.
Unter der Überschrift „Hätte ich das früher gewusst“ habe ich vor einiger Zeit einmal mit einigen spannenden Fotografie-Persönlichkeiten gesprochen – so auch mit Steffen Böttcher und da ist mir dieses Zitat in Erinnerung geblieben:
„Fotografie ist keine Hirnchirurgie. Man sollte vor allem lernen loszulassen. Im Ergebnis ist es nur ein Foto und niemand tut es weh, wenn es keiner sieht.“
Benjamin Franklin
Benjamin Franklin war kein Fotograf. Sein hier aufgeführter Gedanke über Kritik passt zur Bildbesprechung: Eine konkrete Rückmeldung kann dir helfen, beim nächsten Foto eine bewusstere Entscheidung zu treffen.
„Kritiker sind gute Freunde, die uns auf Fehler hinweisen.“
Bill Allard
Bilder können Geschichten erzählen; ein präziser Text kann ihnen Kontext geben. Überlege bei einer kleinen Fotoserie, welche Information im Bild sichtbar wird und welche eine Bildunterschrift ergänzen müsste.
„Worte und Bilder kommunizieren gemeinsam viel stärker als alleine.“
„Du musst härter arbeiten. Du musst beginnen, nach Bildern zu schauen, welche sonst niemand machen kann. Du musst Deine Werkzeuge nehmen und tiefer bohren.“
Hier ein spannendes Interview mit Bill Allard.
Susan Sontag
Susan Sontag war Schriftstellerin und Essayistin. Ihre Texte über Fotografie fragen danach, wie Bilder unsere Wahrnehmung der Welt verändern.
„Nichts, was ich jemals gesehen habe – ob auf Fotos oder in der Realität – hat mich so jäh, so tief, so unmittelbar getroffen. Und seither erschien es mir ganz selbstverständlich, mein Leben in zwei Abschnitte einzuteilen: in die Zeit, bevor ich diese Fotos sah – und in die Zeit danach.“
„Quälende Fotos verlieren nicht unbedingt ihre Kraft zu schockieren. Aber wenn es darum geht, etwas zu begreifen, helfen sie kaum weiter.“
„Fotografien sammeln heisst die Welt sammeln.“
Peter Lindbergh
Peter Lindbergh wurde mit seiner Mode- und Porträtfotografie bekannt. Seine Schwarz-Weiß-Aufnahmen lenken die Aufmerksamkeit besonders auf Ausdruck, Licht und die Menschen im Bild.
„Was so bemerkenswert an der Schwarz-Weiß-Fotografie ist, ist wie sie das Gefühl von Realität zum Vorschein bringt.“
Gabor Richter
Auch dieser Abschnitt knüpft an meine Gesprächsreihe an. Schau bei einem misslungenen Foto möglichst konkret hin: War es das Licht, der Ausschnitt oder der Moment? So wird aus Frust eine nächste Idee.
Unter der Überschrift „Hätte ich das früher gewusst“ habe ich vor einiger Zeit einmal mit einigen spannenden Fotografie-Persönlichkeiten gesprochen – so auch mit Gabor Richter und da ist mir dieses Zitat in Erinnerung geblieben:
„Mit den ganzen Fehlern die ich Tollpatsch immer gemacht hatte, konnte ich erst so richtig dazu lernen.“
John Sexton
John Sexton ist für seine Schwarz-Weiß-Fotografie bekannt. Der Gedanke in diesem Abschnitt lässt sich gut auf die eigene Entwicklung übertragen: Jedes bewusst betrachtete Bild kann deinen nächsten Versuch verändern.
„Bilder, welche Du gemacht hast haben Einfluss auf die, welche du machen wirst. So ist das Leben!“
Stephan Wiesner
Hier geht es um den Schritt vom zufälligen Treffer zur bewussten Gestaltung. Eine konkrete Bildidee hilft dir später zu erkennen, welche Entscheidung funktioniert hat.
„Ich habe erst wirklich verstanden, was ich da eigentlich mache, als ich versucht habe gezielt Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Das braucht etwas Geduld, bringt die Fotografie aber von einer Spielerei zum Handwerk mit reproduzierbaren Fotos.“
Johann Wolfgang von Goethe
„Am schwersten fällt es uns, das zu sehen, was wir vor Augen haben.“
Almut Adler
Die hier gesammelte Aussage lässt sich auch auf die eigene fotografische Entwicklung beziehen: Dein Blick wächst beim Fotografieren und beim Nachdenken über deine Bilder.
„Die Entwicklung findet nicht nur in der Dunkelkammer statt.“
Matthias Schwaighofer
Ein guter Impuls, wenn dir eine Bildidee zu groß erscheint: Beginne mit einer einfacheren Variante. Ein Motiv, ein Licht, ein klarer Ausschnitt reichen für den ersten Versuch.
„Starte einfach und taste dich erst nach Erfolgen weiter an die schwierigen Dinge heran!“
Fotografische Weisheiten
Zum Abschluss meiner sich stetig erweiternden Liste der besten Fotografen Sprüche und Fotografie Zitate habe ich noch ein paar fotografische Merksätze und nicht immer ganz ernst gemeinte Bauernregeln – teils sehr lustig und mit großem Augenzwinkern. Hast du auch noch welche auf Lager?
„Geht im Sucher keine Sonne auf, hast du noch den Deckel drauf.“
„Für Mensch und Tier nimm Blende vier.“
„Sonne lacht – Blende 8.“
Ein bekannter Merkspruch, aber keine vollständige Belichtungsregel. Welche Blende passt, hängt auch von deiner gewünschten Schärfentiefe ab. Für die Belichtung spielen außerdem Verschlusszeit und ISO-Wert zusammen.
„Ist das Bild nicht wirklich top, hilft Dir auch kein Photoshop.“
„Vordergrund macht Bild gesund, Mittelgrund tut Absicht kund, Hintergrund nicht kunterbunt“
„Wenn das Objektiv zu Boden kracht, ist es vorbei mit Blende 8.“
„Ist die Landschaft öd und leer, nimm ein Tele, das hilft sehr.“
→ Humorvoller Hinweis: Mit Teleobjektiv kann man Details betonen.
„Wer bei Regen fotografiert, sieht später, wie das Bild brilliert.“
→ Regen bringt Reflexionen, Stimmung, oft spannender als Sonne. Hier noch ein paar mehr Tipps für tolle Regenfotos.
– fotografische Merksätze und nicht immer ganz ernst gemeinte Bauernregeln
Drei Fotoübungen: Nimm einen Gedanken mit nach draußen
1. Der nächste Moment: Bleibe zehn Minuten an einem Ort. Beobachte, wie Menschen, Schatten oder Farben dein Bild verändern. Fotografiere erst, wenn du eine Beziehung zwischen mindestens zwei Bildelementen entdeckst. Das ist meine Anregung zu Cartier-Bressons Blick auf den Augenblick.
2. Farbe statt Gegenstand: Lass dich wie bei einem Farbexperiment von einem einzigen Farbton führen. Suche fünf unterschiedliche Motive, in denen diese Farbe auftaucht. Frage dich anschließend: Hält die Farbe die Bilder zusammen? Mehr Anregungen findest du in meinen Fotografie-Tutorials.
3. Ein Porträt mit Zeit: Fotografiere einen Menschen, der damit einverstanden ist. Unterhaltet euch vor der Aufnahme. Mache danach drei Bilder: eines mit Umgebung, eines näher und eines mit einer typischen Geste. Welches erzählt am meisten über die Person?
Wenn du solche Ideen gezielter umsetzen möchtest, begleite ich dich in meinem Online-Fotokurs für Anfänger. Zum Nachlesen und Ausprobieren findest du außerdem meine Fotografie-E-Books.
Häufige Fragen zu Fotografen-Sprüchen und Fotografie-Zitaten
Welches Fotografie-Zitat passt zu Anfängern?
Der Chase Jarvis zugeschriebene Gedanke zur Kamera, die du dabeihast, ist ein guter Anfang. Du kannst mit deiner vorhandenen Kamera üben: einen klaren Ausschnitt wählen, auf das Licht warten und hinterher bewusst vergleichen.
Sind alle Personen in dieser Sammlung Fotografen?
Nein. Neben Fotografinnen und Fotografen kommen unter anderem der Regisseur Robert Bresson, die Essayistin Susan Sontag und Maler wie Paul Cézanne vor. Ihre Gedanken ergänzen die fotografische Perspektive. Robert Bresson und Henri Cartier-Bresson sind zwei verschiedene Personen.
Wie zuverlässig sind Zitate aus dem Internet?
Ein Name unter einem Satz ist noch kein Quellenbeleg. Übersetzungen und Zuschreibungen können voneinander abweichen. Wenn du ein Zitat selbst weiterverwenden möchtest, suche möglichst das ursprüngliche Buch, Interview oder eine verlässliche Veröffentlichung zum Wortlaut.
Welcher Gedanke bleibt bei dir hängen?
Schreib mir deinen Favoriten in die Kommentare – gern mit einer Quelle, wenn du einen weiteren Spruch ergänzen möchtest. Noch spannender: Welche Fotoidee möchtest du daraus machen?
Entdecke die Bilder, die andere übersehen.
DEIN GRATIS-E-BOOK ZUR BILDGESTALTUNG
Was macht dein Motiv interessant? Was gehört ins Bild – und was darf raus? Mein E-Book hilft dir, bewusster hinzuschauen und deine Bilder klarer zu gestalten.
✓ Motive bewusster entdecken
✓ Deinen Bildaufbau hinterfragen
✓ Beim nächsten Fotografieren ausprobieren
Von Lars Poeck – Fotograf, Fototrainer und Autor.
Du erhältst außerdem meine regelmäßigen Fototipps per E-Mail. Jederzeit abmeldbar. Datenschutz – Vor dem Download bestätige bitte deine Anmeldung über den Link in der E-Mail.

Lars Poeck ist seit über zehn Jahren als selbstständiger Business-Fotograf in Hamburg tätig und arbeitet deutschlandweit für Unternehmen, Selbstständige und Kreative. Sein Fokus: authentische Businessporträts und Bildwelten mit Persönlichkeit – ohne steife Posen.
Auf seinem Fotografieblog ig-fotografie.de vermittelt er seit 2015 praxisnahe Tipps, Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Online-Fotokurse für Einsteiger und ambitionierte Hobbyfotografen.
Als Experte veröffentlicht er Fachbeiträge in Medien wie c’t Fotografie und DigitalPHOTO und war Interviewpartner u. a. im ZDF-Magazin „leute heute“ sowie im WDR 5 Morgenecho. Seine fotografischen Arbeiten erscheinen zudem in Zeitungen wie der Preußischen Allgemeinen Zeitung und dem Tagesspiegel.
Er ist Autor mehrerer Fotografie-Ratgeber, darunter „Kreative Foto-Aufgaben für jeden Tag“ (Humboldt Verlag). Seine Bücher werden auf Amazon vielfach positiv bewertet.
Als Fototrainer ist er regelmäßig auf Messen und Events wie der Autorinnenrunde der Leipziger Buchmesse, dem DVF-Jugendtreff, der photo+adventure, den Laupheimer Fototagen und der Berlin Photo Week vertreten.





Das sind tolle Fotosprüche! Ich finde diesen sehr schön:Robert Bresson„Mach sichtbar, was vielleicht ohne dich nie wahrgenommen worden wäre.“
Man sieht die Welt durch den Sucher mit anderen Augen, finde ich….
Welches meiner Fotos mein Favorit ist? Das, was ich morgen machen werde. (Imogen Cunningham)
Mein liebstes Zitat ist auch von Almut Adler: „Fotografieren ist wie schreiben mit Licht, wie musizieren mit Farbtönen, wie malen mit Zeit und sehen mit Liebe.“ © Almut Adler
Oh, ja ein schönes Zitat. Lieben Dank, Ute!
Mein Lieblingszitat:
Die Tatsache, dass eine (im konventionellen Sinn) technisch fehlerhafte Fotografie gefühlsmäßig wirksamer sein kann als ein technisch fehlerloses Bild, wird auf jene schockierend wirken, die naiv genug sind, zu glauben, dass technische Perfektion den wahren Wert eines Fotos ausmacht. – Andreas Feininger
„Das Auge macht das Bild, nicht die Kamera“ – Gisele Freund.
So wahr! 🙂
Oh ja, Marion. Da ist so viel wahres dran und doch wird es immer wieder vergessen!
Eines meiner liebsten Zitate kommt übrigens von Paul Cézanne – wobei er natürlich gar kein Fotograf ist, aber das sei mal entschuldigt 😉 „Man muss sich beeilen, wenn man etwas sehen will, alles verschwindet.” Einfach wundervoll!