Der Kamerawinkel und der Abstand zum Motiv machen die Perspektive. Egal ob Zentralperspektive, Vogelperspektive oder Froschperspektive. Es geht immer um den Winkel und den Abstand beim Perspektive gestalten.
Nehmen wir ein alltägliches Beispiel: Du fotografierst eine Parkbank. Du kannst es in der Zentralperspektive fotografieren, sehr gerade, symmetrisch ohne Tiefe. Du kannst in die Makroperspektive gehen, sehr nah ran und den Winkel sehr stark anschrägen.



Jedes Foto erzählt seine eigene Geschichte, liefert eigene Sichtweisen. Es ist oder sollte nie nur die eine Sichtweise sein, mit der du dich zufrieden gibst.
Wenn du immer dich zwingst ein paar Schritte zurück zu gehen und solch eine Bank im Kontext des gesamten Parks einzufangen, dann beginnt das Foto, seine Geschichte zu erzählen. Oder du gehst in die Froschperspektive, indem du das Foto von einem niedrigen Standpunkt aus aufnehmt, vielleicht sogar durch eine Gruppe von Blumen oder über einen nahegelegenen Teich hinweg, der die Bank und ihre Umgebung spiegelt. Plötzlich erzählt euer Bild nicht nur eine Geschichte über eine Bank in einem Park, sondern über einen Ort der Ruhe, Reflexion und natürlichen Schönheit – und das einfach durch das gestalten der Perspektive.
Drei Tipps, um deine Bilder zum Leben zu erwecken

Verändere deine Perspektive aktiv
Knie nieder, klettere auf eine höhere Position oder lege dich auf den Boden. Kleine Veränderungen in deiner Position können dramatische Effekte auf das Endergebnis haben.
Suche nach natürlichen Rahmen
Ein Baum, der sich über einen Weg wölbt oder eine Allee, die zum Horizont führt, kann als natürlicher Rahmen fungieren und deinem Bild eine zusätzliche Ebene der Tiefe verleihen.
Denke über den Vordergrund nach
Ein Element im Vordergrund, das in Beziehung zum Hauptmotiv steht, kann den Blick des Betrachters ins Bild ziehen und eine Geschichte innerhalb des Raumes schaffen.
Hier findest du mehr über das Thema Kameraperspektiven.
Suche die Geschichte hinter deinem Motiv

Indem wir unsere Perspektive ändern, eröffnen wir uns nicht nur neue visuelle Möglichkeiten, sondern entdecken auch die verborgenen Geschichten unserer Umgebung. Ich ermutige dich, diese Dinge einmal auszuprobieren und mit verschiedenen Perspektiven zu experimentieren, um zu sehen, wie sie eure Fotografie transformieren können.
Teile wie immer gerne deine Erlebnisse und Entdeckungen in den Kommentaren mit uns, während du meine Tipps in deine Fotopraxis integrierst.
Wenn du Lust auf weitere dieser Tipps hast, so lege ich dir gerne „Der fotografische Blick – Das Kreativ-Training“ ans Herz. Dieses ist ohne Umwege randvoll mit Tipps und Tricks für spannende Perspektiven und das Spiel mit deiner Kamera.

Lars Poeck ist seit über zehn Jahren als selbstständiger Business-Fotograf in Hamburg tätig und arbeitet deutschlandweit für Unternehmen, Selbstständige und Kreative. Sein Fokus: authentische Businessporträts und Bildwelten mit Persönlichkeit – ohne steife Posen.
Auf seinem Fotografieblog ig-fotografie.de vermittelt er seit 2015 praxisnahe Tipps, Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Online-Fotokurse für Einsteiger und ambitionierte Hobbyfotografen.
Als Experte veröffentlicht er Fachbeiträge in Medien wie c’t Fotografie und DigitalPHOTO und war Interviewpartner u. a. im ZDF-Magazin „leute heute“ sowie im WDR 5 Morgenecho. Seine fotografischen Arbeiten erscheinen zudem in Zeitungen wie der Preußischen Allgemeinen Zeitung und dem Tagesspiegel.
Er ist Autor mehrerer Fotografie-Ratgeber, darunter „Kreative Foto-Aufgaben für jeden Tag“ (Humboldt Verlag). Seine Bücher werden auf Amazon vielfach positiv bewertet.
Als Fototrainer ist er regelmäßig auf Messen und Events wie der Autorinnenrunde der Leipziger Buchmesse, dem DVF-Jugendtreff, der photo+adventure, den Laupheimer Fototagen und der Berlin Photo Week vertreten.

