Diese Kamera-Einstellungen solltest du unbedingt kennen, bevor du mit deiner Fototour startest

Die Kamera-Einstellungen sind für viele Fotografie-Einsteiger erst einmal lästiges Fachchinesisch, aber nun mal von grundlegender Bedeutung, um in deiner Fotografie voran zu kommen. Klar, wir alle wollen gleich loslegen und super faszinierende Fotos machen, aber ein wenig Basisarbeit gehört nun mal auch dazu. Sonst ist der Frust mit der neuen Kamera um so größer.

Das liegt sicher nicht zuletzt daran, dass neue Kameras nun mal kleine technische Wunderwerke sind. Wenn ich auf Experten-Plattformen wie Kamera-Express nach neuen Kameramodellen stöbere, bin ich immer wieder überwältigt wie groß mittlerweile die Vielfalt und Auswahl ist – Spiegelreflex- oder Systemkamera, Vollformat, APS-C Sensor, Four-Thirds, Bridge oder einfach die Kompakte (die es auch schon wirklich “in sich” haben).

So trifft die Herausforderung die passenden Kamera-Einstellungen zu finden nicht nur auf Anfänger zu. Auch ich habe immer wieder mit neuen Kameras zu tun – sei es auf meinen Foto-Workshops mit den Teilnehmern (wo jeder oft eine andere Kamera hat, die es schnell zu verstehen gilt) oder auch beim Neukauf einer Kamera (wie zu letzt meine Canon R6, meine Sony RX 100 oder die Fuji X100).

Immer wieder beobachte ich, wie viele auch fortgeschrittene Anfänger vor einer vermeintlich umfangreichen Bedienungsanleitung zurück schrecken. Wow, die Dinger haben ja oft auch mehr Seiten als mancher Roman.

Aller Anfang ist gar nicht so schwer, wie du denkst

Dabei ist der Start gar nicht so schlimm, wenn du weißt nach welchen Kamera-Einstellungen du als erstes bei deiner neuen Kamera schauen solltest. Da kann dir leider auch die Quickstart-Anleitung oft nicht helfen, denn da geht es oft nur um Dinge wie “GPS-Einstellung” und “bitte den Kamera-Akku nicht überhitzen”. Das ist nicht so recht hilfreich, aber dafür will ich dir heute helfen auf welche Kamera-Einstellungen du bei der ersten Inbetriebnahme deiner neuen Kamera achten solltest.

Vor deiner Fototour ist es super die wichtigsten Kameraeinstellungen zu kennen und vor allem zu wissen wie die diese anpassen kannst. // Foto: Clint Patterson/unsplash

Am Ende des Tages ist jede Kamera irgendwie gleich

Lassen wir all die neuen Feature mal einen Moment beiseite, denn es kommt weniger auf das Model an. In der Regel besteht jede Kamera aus drei grundlegenden Elementen, die wir ins Zusammenspiel bringen wollen – ein optisches Element (das Objektiv), das mechanische Element (die Kamera selbst) und das Speichermedium (z.B. SD-Karte oder früher der Film).

Damit möchte ich nicht das wundervolle Mysterium Kamera entzaubern, viel mehr macht diese Reduktion es einfacher das Wunderwerk besser zu verstehen. Und diese wundervollen Fotoapparate wollen wir nun schnellstmöglich in Betrieb bringen. Um dir dabei ein wenig zu helfen die wichtigsten Kamera-Einstellungen besser zu finden und zu verstehen, habe ich dir diesen kleinen Leitfaden geschrieben.


„Das Auge macht das Bild, nicht die Kamera.“

Gisèle Freund

Meine 10 wichtigsten Einstellungen und Funktionen, die du an deiner neuen Kamera prüfen solltest:

  • Uhrzeit und Datum
  • Dateiformat
  • Töne und Geräusche
  • Blende
  • Verschlusszeit
  • ISO
  • Kameramodus
  • Belichtungsmessung
  • Fokusmodus & Fokusbereich
  • Weißabgleich

Uhrzeit und Datum einstellen

Foto: James Bold/unsplash

Oft wird beim ersten Anschalten deiner Kamera das Datum und die Uhrzeit verlangt. Ungeduldig klickst du drüber weg und willst doch einfach nur das erste Foto machen. “Kann ich später machen” denkst du dir dann. Doch gehört “Uhrzeit und Datum” nunmal als Grundlage für jedes Archiv dazu. Denn nur so kannst du später die richtigen Fotos wiederfinden und sortieren. Also nimm dir Zeit und Ruhe und stell das korrekte Datum und die korrekte Uhrzeit ein. Es hilft mir so viel in der Sortierung meiner Bilder. Schließlich wird jedes Foto nicht nur mit der Dateinummer, sondern auch mit Datum und Uhrzeit in der Bilddatei gespeichert.

SD-Karte formatieren und Dateiformat einstellen

Dann geht es an einen weiteren grundlegenden Schritt in der Grundhygiene deiner Kameranutzung: SD-Karte formatieren und Dateiformat einstellen. Vergewissere dich, dass deine SD-Karte leer ist (notfalls am Computer noch einmal gegenprüfen, denn nur wenn deine Kamera keine Bilder bei erster Nutzung anzeigt, heißt es noch nicht, dass diese auch wirklich leer ist). Ist dieser Schritt also getan, geht es an die Suche nach der Funktion “Speicherkarte formatieren“.

Anschließend suchst du in deiner Anleitung nach dem Punkt “Dateiformat” einstellen. Hier empfehle ich dir als angehender Fotograf das Format RAW mit auszuwählen. Es gilt: Je größer, je besser! Also wähle die größte Bildgröße und geringste Komprimierung. Auch eine Kombination aus RAW und JPEG kann ich gut empfehlen (wenn deiner Speicherkarte genug Platz lässt).

RAW bedeutet übrigens “roh” oder unverarbeitet. Zwar heißt es bei jedem Kamerahersteller anders (z.B. .cr2 bei Canon, .nef bei Nikon oder .arw bei Sony), aber es meint das gleiche. Bei einem Foto im RAW-Format werden alle vom Bildsensor aufgezeichneten Licht- und Farbwerte ohne eine weitere Bearbeitung durch die Software der Kamera auf deiner Speicherkarte abgespeichert.

Wenn es nervt, dann Piepstöne abstellen

Piepstöne sind ungefähr so nützlich wie Tastentöne bei einem Smartphone – nämlich total unnötig und nervig, gerade für die dich umgebenden Menschen. Suche also nach “Töne” oder einem ähnlichen Begriff in deiner Anleitung und deaktiviere den Piepston für den Autofokus oder Auslöser, wenn er dich ebenso nervt wie mich.

Regler, um die Blende einzustellen

Ein faszinierendes Porträt wirkt durch Offenblende und lange Brennweite super faszinierend.

Ich weiß natürlich nicht wie sicher du schon im manuellen Modus bist, doch gehört die Einstellung der Blende zu den wichtigsten Funktionen deiner Kamera. Denn die Blende in der Fotografie ist bei deiner Kamera verantwortlich für das Geheimnis für unscharfe und verschwommene Hintergründe. Hier findest du ansonsten meinen Komplett-Guide für Einsteiger “Was ist die Blende deiner Kamera“.

Wo kannst du die Belichtungszeit einstellen

langezeit-fotografie-tipps
Manche Fotos sind nur mit Stativ und mit langer Belichtungszeit realisierbar.

Wenn wir gerade schon geschaut haben wo an meiner Kamera ich die Blende einstelle, sollten wir nun recherchieren, wie ich die Belichtungszeit oder auch Verschlusszeit einstelle. Denn wenn ich den Auslöser drücke, öffnet sich der Verschluss und dann wird durch die Öffnung im Objektiv – genannt Blende – das Licht für einen bestimmten Zeitraum hindurch auf den Sensor gelassen. Dann schließt der Verschluss wieder – daher eben Verschlusszeit oder eben auch Belichtungszeit. Hier findest du ansonsten meinen Komplett-Guide für Einsteiger “Verschlusszeit – endlich ganz einfach erklärt“.

ISO einstellen

Foto: ShareGrid/unsplash

Wenn ich mir auf Kamera-Seiten die aktuell besten Kameras so anschaue, können manche Kameras so hohe ISO Werte erreichen, dass mir fast schwindelig wird. Was früher die Megapixel-Zahl beim Kamerakauf war, ist heute oft der ISO Wert deiner Kamera. Somit ist der ISO-Wert also ein weiterer super wichtiger Faktor im Kosmos rund um’s Fotografieren lernen und ein wichtiger Parametern deiner Kamera-Einstellung und unbedingt zu empfehlen diesen schnell einstellen und anpassen zu können.

Den passenden Kameramodus wählen

New-York-Brookly-Bridge-Fotografieren-1
Hier habe ich tagsüber mit fast 20 Sekunden belichtet.
Recherchiere, wo du eine lange Belichtungszeit einstellen kannst.

Bereits jede Kompaktkamera glänzt vermeintlich durch eine Vielfalt an automatischen Kameraprogrammen. Diese brauchen wir als ambitionierte Fotofreunde natürlich nicht. Wichtig ist für aber die Kenntnis des Wechsels der gewünschten Modi zu kenne: Wie wählst du den manuellen Modus, die Zeitautomatik (TV/S) oder auch Blendenvorwahl (AV/A).

Auch ist es spannend, wenn du in der Langzeitbelichtung den Verschluss deiner Kamera richtig lange öffnen willst.

Die Belichtungsmessung einstellen

Dein Belichtungsmesser zeigt dir an wie deine Belichtung aussehen wird.

Diese Belichtung wird durch verschiedene Messungen deiner Kamera vorgenommen, die du auswählen kannst. Diese sind super praktisch und vor allem sehr wichtig sind für ein tolles Foto. Diese Messungen nennen sich (je nach Kamera-Modell ggf. unterschiedlich) Matrix, Integral oder auch Spot-Messung. Übrigens, die Matrix-Messung oder auch Mehrfeld- messung ist mein Favorit.

Fokusmodus und Fokusbereich

bildaufbau-fotografieren-lernen-11
Mit klarer Kontrolle über den Fokus reduzierst du jede Ablenkung vom Hauptdarsteller!

Deine Kamera verfügt über ein Mess-System – die so genannten Autofokus-Messfelder/Punkte. Diese kannst du über das Kamera-Menü aktivieren und deaktivieren. Es ist wichtig, dass du den Fokus kontrollieren kannst.

Es gibt je nach Kamera mittlerweile verschiedenste Einstellmöglichkeiten und immer komplexere Messmethoden. Neben all der Automatik empfehle ich dir unbedingt, die Funktion “Ein Fokuspunkt aktiviert” oder auch “manuell Fokuspunkt verschieben” zu suchen. Denn in dieser bestimmst du, wo dein Fokus liegen soll. Damit hast du die volle kreative Hoheit – mein Favorit!

Weißabgleich einstellen

weissabgleich-lightroom
Der Schnee soll nicht blau sein. Das zu korrigieren ist ganz einfach mit dem Weißabgleich!

Ebenfalls solltest du wissen, wo du den Weißabgleich einstellst. Dadurch ändert sich die Farbe deiner Fotos. Ich empfehle diesen erst einmal auf Automatik einzustellen. Auch eine mögliche Farbvorauswahl stelle ich in der Regel auf Standard oder Neutral.

Meine wichtigsten Einstellungen und Funktionen

Es geht mir nicht um ein Pamphlet an Einstellungen, die wir zu Anfang checken wollen. Dazu hast du die Bedienungsanleitung deiner Kamera. Aber wir wollen ja kein Passagierflugzeug auf die Startbahn bringen, wir wollen erst einmal Spaß haben mit unseren Kamera. Daher reichen für den Start diese wichtigsten Einstellungen und Funktionen, die du an deiner neuen Kamera prüfen solltest.

Welche Funktionen sind dir zum Start super wichtig und willst du uns hier noch ans Herz legen? Schreib es gerne in die Kommentare.

5 2 votes
Article Rating
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest

0 Comments
Inline Feedbacks
Schau Dir alle Kommentare an
0
Ich freue mich auf Deinen Kommentar.x
Scroll to Top