Achtsamkeit durch Fotografie: Diese Art der Fotografie verändert dein Leben!

Die Fotografie hat mein Leben verändert. Und wie!

Viele Begeisterungsstürme für meine Fotografie sind so offensichtlich – und sind super einfach zu erklären und herzuleiten. So entführt mich meine Fotografie zu exotischen Orten – egal ob auf Reisen nach New York, Lappland oder Rom oder auf täglicher Entdeckungsreise durch mein Zuhause. Meine Fotografie kann eine Weg sein, um anderen zu helfen – ob ich nun einen Kalender für ein Waisenhaus in Kenia fotografiere oder einem Menschen auf Jobsuche zu einem tollen Businessporträt verhelfe. Meine Fotografie ist ein wundervolles Hobby und – juhu – ich kann sogar Geld mit meiner Fotografie verdienen. Aber das meine ich alles nicht.

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Meine Fotografie ist mehr als nur ein wundervolles Hobby. (Foto von David Bartus auf Pexels.com)

Ich spreche von einer Idee in meiner Fotografie, die mein Leben seit einigen Jahren komplett verändert hat. Diese Herangehensweise nennt sich Achtsamkeit (oder aus dem Englischen Mindfulness). Darüber möchte ich dir heute einmal mehr erzählen – über den Beginn der Achtsamkeit durch Fotografie. Zudem habe ich dir auch einige meiner liebste Zitate zur Achtsamkeit aufgeschrieben, denn ich liebe Zitate.


Durch Fotografie zu mehr Achtsamkeit in meinem Leben

Es klingt sehr groß, dass diese Art der Fotografie mein Leben komplett verändert hat. Doch ist es nicht groß, es ist nicht laut, schrill oder auffällig. Sie bringt mir keinen Ruhm oder Ehre ein und macht mich auch nicht reich – jedenfalls nicht im finanziellen Sinne. Und doch hat diese Herangehensweise mein Leben komplett verändert – jede einzelne Minute.

Achtsamkeit im Alltag: Kleiner Junge erlebt den Moment.
Entdecke die kleinen Momente in deinem Leben, denn sie sind so wertvoll. Foto von Helena Lopes auf Pexels.com

So viel fotografische Momente warten

Zudem merke ich: Ich bin bisher nur an einem kleinen Gipfel (m)eines Eisberges angelangt. So viel mehr schlummert noch in diesem Prozess. So viel mehr fotografische Momente warten.

Worauf will ich hinaus?

Es geht mir um ein zutiefst einfaches Konzept mit unglaublich weitreichendem Potenzial. Doch eines vorab: Ich bin auf dem Gebiet bei weitem kein Experte. Aber ich habe erkannt, dass der wichtigste Teil dieser Idee – der Achtsamkeit durch Fotografie – einfach darin besteht, mir dessen bewusst zu sein. Daher möchte ich diese Gedanken mit dir teilen – mein Abenteuer durch meine Fotografie zu mehr Achtsamkeit in meinem Leben zu gelangen.

Den Moment vollständig erleben – voller Achtsamkeit

Die Art und Weise, wie Fotografie jeden Moment für mich vollständig verändern kann, besteht darin, dass sie mir hilft, mir dieser achtsamen Momente überhaupt erst bewusst(er) zu werden – in einer Art fotografischer Achtsamkeit.

Wenn du der Langeweile Aufmerksamkeit zuwendest, wird sie unglaublich interessant.

Jon Kabat-Zinn, Begründer der modernen Achtsamkeit

Was bedeutet Achtsamkeit?

  • Achtsamkeit („mindfulness“) ist die bewusste Wahrnehmung und das Erleben des aktuellen Momentes.
  • In der Achtsamkeit befinden wir uns also vollständig im Hier und Jetzt.
  • Im Hier und Jetzt nicht nur körperlich, sondern auch mental.
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Kennst du das Gefühl mit deinen Gedanken überall, aber nicht hier zu sein??x

Glaub mir, das ist für die meisten Menschen kein Normalzustand. Sie sind mit ihren Gedanken überall, aber nicht hier! Kennst du das Gefühl?

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Gemeinsam in unserem Fotokurs: Auf Entdeckungssuche nach jeder kleinen Besonderheit

Es geht in der Achtsamkeit um Präsenz

Es geht mir um eine Art der der Präsenz – Präsenz als volle Aufmerksamkeit auf deine gegenwärtige Erfahrung. Diese Erfahrungen machen sich keine Sorgen um morgen. Du bist nicht im gestern – du befindest dich 100% im hier. Vielleicht erkennst du dich da schon wieder und verstehst, was ich meine. Denn viele meine Online Fotokurs-Kursteilnehmer schreiben mir, dass die Fotografie sie genau dahin bringt.

Sie befinden sich genau im Moment. Und genau daher beschäftigt sich die erste Lektion in meinem Online Fotokurs auch um das bewusste Sehen – oder eher das Sehen lernen.

Versuch es doch mal – genau jetzt:

  • Sehen lernen – es klingt unglaublich einfach. Genau wie im HIER zu sein. Aber es ist doch auch so schwierig. Unser Blick ist so schnell, unsere Gedanken kreisen um 1.000 andere Dinge.
  • Stell dir doch als kleine Übung einen Timer und nimm dir einfach mal 5 Minuten Zeit – und versuche nur im hier und jetzt zu sein.
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Sei mitten drin – im Hier und Jetzt und werde zum Beobachter. (Foto von Irina Iriser auf Pexels.com)

Und – wie lange hat es gedauert, bis du in deinen Gedanken wieder gewandert bist? Gewandert hin zum gestrigen Tag, zu deinen aktuellen Tagesaufgaben, zur Einkaufsliste, zu deinen Sorgen und Problemen?

Wenn du wie ich bist, dauert es oft nur 10 Sekunden und ich verliere mich wieder in Gedanken. Es ist wie bei einer Meditation – auch da habe ich mich anfangs immer in hunderten Gedanken verloren, bis ich wirklich mal ruhig in dem Moment verharrt habe.

Deine Kamera bringt dich ins Hier und Jetzt

  • Doch wie schaut es denn aus mit deiner Konzentration und Achtsamkeit, wenn du deine Kamera zur Hand nimmst?
  • Wenn du deine Kamera erhebst und eintauchst in die Umwelt – den Blick auf den Wald fokussierst, auf die Architektur vor dir, eintauchst in die Motivwelten?

In meinem Prozess der Fotografie vergesse ich alle Dinge, die nicht in mein Foto gehören – ich bin voll drin im Flow. Ich konzentriere mich, ich beobachte sehr genau, denke nicht an to-do’s, denke nicht an Sorgen und Nöte, kein Email-Programm, keine Einkaufsliste – ja ich vergesse sogar zu essen.

Meine Fotografie bringt mich ganz in die Gegenwart, ganz in den Moment. Ich möchte alles entdecken, ich studiere Wände, Texturen, Geräusche, Gerüche und das Licht. Dieses wundervolle Licht!

Und genau das meine ich mit der tiefen Achtsamkeit, die ich durch die Fotografie für mich entdeckt habe.

Übung: Wie machst du das? Probiere es aus:

  • Kannst du die Sonne sehen von deinem jetzigen Ort aus, wo du das hier liest?
  • Welche Farbe hat das Licht? Welche Schatten wirft es? Welche Reflexion kannst du beobachten?
  • Regnet es? Hörst du die Tropfen? Siehst du, wie sie den Boden berühren? Wie riecht die Luft?
  • Schließe einmal die Augen und horche nach den Geräuschen. Welche Bilder kommen in dir auf?
Goldenes Licht ist perfekt für den Sommerabend
Goldenes Licht ist perfekt für den Sommerabend

Lerne präsenter – also achtsam – zu sein

Wie verändert diese Präsenz für den Moment – für Geräusche, Gerüche, Formen, Motive und Gegenstände – dein und mein Leben? Hier meine Meinung dazu: Ich denke, dass eine der einfachsten (und schwierigsten) Möglichkeiten, unser Leben mehr zu genießen, darin besteht, einfach präsenter zu sein. Das Wörtchen „einfach“ ist auch hier so leicht geschrieben, aber trotzdem ganz schön schwer.

Die Bedeutung von Achtsamkeit

Ich habe einmal nach der Bedeutung von Achtsamkeit auf Wikipedia recherchiert. Achtsam zu sein, meint den aktuellen Moment ganz wertungsfrei und somit bewusst wahrzunehmen. Wobei „bewusst“ in unserem Zusammenhang meint, dass wir uns entscheiden, unsere wirkliche Aufmerksamkeit ohne Umschweife auf den gegenwärtigen Moment zu lenken.

Wir wollen uns nicht ablenken lassen und nicht in Gedanken abschweifen.

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Regentropfen – faszinierend, diese wirklich zu „erleben“. (Foto von Vlad Chețan auf Pexels.com)

Übung: Kleine Momente entdecken und übersetzen

  • Vielleicht bist du bei der Arbeit oder auf dem Weg dorthin?
  • Welche Linien kannst du entdecken? Es können echte Linien (Mauern, Straßenlaternen oder Bäume) sein oder auch imaginäre Linien (Schattenwurf, Fussspuren …)
  • Welche Formen kannst du in der Architektur erkennen? Kreise? Rechtecke?
  • Welche Kompositionen ergeben sich aus diesen Linien oder Formen?
  • Welche Farben umgeben dich?

Schau genau hin – sehr genau. Und versuche alles wertfrei erst einmal nur wahrzunehmen. Also nicht: „Oh, der Baum ist aber schief gewachsen“ oder „Die Mauer könnte aber auch mal neu gestrichen werden“. Alles ist gut und genügt, so wie es ist. In der Achtsamkeit wollen wir versuchen wertfrei zu sein (uhi, auch das ist sehr schwer finde ich!).

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Die kleinen Momente können direkt vor dir liegen. (Foto von Jessica Lewis auf Pexels.com)

Übung: Nimm dir einmal einen Moment Zeit

Nimm dir ein weitere Mal – jetzt wo du weißt, du solltest wertfrei und offen heran gehen – einmal einen Moment Zeit:

  • Welche Menschen umgeben dich. Beobachte sie.
  • Läuft Musik? Kannst du innerhalten und ihr zuhören?
  • Was hast du heute an? Wie schaut deine Kleidung aus? Betrachte die Farben!
  • Wie sieht die Wand vor dir aus? Welche Textur lässt sich erkennen? Wie fühlt sich die Oberfläche an?

Wenn du dir ein paar Minuten Zeit genommen hast, wirst du voller neuer Eindrücke sein. So gehe ich übrigens immer wieder vor, wenn ich auf Motivsuche an neuen Orten oder auch an mir vertrauten Orten bin. Ich versuche aus der Gedankenwelt auszubrechen und wirklich anwesend und präsent zu sein. Klar, es ist gar nicht so einfach – aber Übung macht hierbei den Meister (wobei es nicht drum geht, der Meister zu werden 🙂


„Nur der Tag bricht an, für den wir wach sind.“

Henry Thoreau

Fotografie schenkt dir Präsenz für den Moment

Wenn du deine Kamera nun das nächste Mal zur Hand nimmst, sind das die perfekten Übungen, um präsent zu sein. Wenn du deine Augen zum Sucher oder auf das Display richtest, so denkst du nicht mehr an die Momente, die nicht dazu gehören – mir geht es jedenfalls so.

Ich beobachte das Licht, entdecke die Farben und suche nach Linien. Du betrachtest Gesichter, Gesichtsausdrücke und Stimmungen. Du hörst Geräusche, Interaktionen und so viel mehr. Du bist da – im Moment.

Du bist verantwortlich was du in deinem Kamerasucher abbildest!
Nimm die Kamera vor die Augen oder bastel dir einen selbst gebauten Rahmen. Wie verändert sich deine Aufmerksamkeit? Wie verändert sich deine Achtsamkeit für den Moment? Alles wird zu einem möglichen Motiv mit einem unendlichen Potential.

Eine kurze Übung: Durch Achtsamkeit zu mehr Perspektiven

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Foto von Javon Swaby auf Pexels.com
  • Diese Übung ist super einfach, doch ist sie zudem unglaublich wirksam, denn sie hilft dir sofort scheinbar simple und einfache Dinge in deiner Umgebung intensiver wahrzunehmen und schätzen zu lernen.

Achte einfach auf den jetzigen Moment, ohne zu versuchen, ihn auf irgendeine Weise zu verändern. Was passiert? Was fühlst du? Was siehst du? Was hörst du?

Jon Kabat-Zinn
  • Suche dir ein natürliches Etwas in deiner unmittelbaren Umgebung. Konzentriere dich darauf, es eine oder zwei Minuten lang zu beobachten. Das kann eine Blume, ein Insekt, eine Wolke oder der Mond sein.
  • Nun tue nichts, außer nur zu beobachte. Versuche dabei entspannt zu sein (leichte gesagt als getan – aber versuche es) und betrachte es wertfrei.
  • Beobachte und betrachte dieses Etwas, als würdest du es zum ersten Mal sehen (das kann ich immer ganz wundervoll bei meiner Tochter lernen, die gerade mit ihren 14 Monaten die Welt entdeckt).
  • Was macht das Etwas aus? Welche Form, welche Beschaffenheit, welche Energie, welcher Geruch? Erkunde alles ganz genau – du hast dabei bitte keine Eile.
  • Nimm anschließend deine Kamera zur Hand und fotografiere, was du siehst. Fotografiere dabei nicht weniger als 10 Perspektiven.

Übung für mehr Achtsamkeit in meiner Fotografie: Thema Farben

Wenn du deinen Tag mit dem Ziel für genau eine fotografische Herausforderung startest, so richtest du deine Augen und deinen Verstand auch genau darauf hin aus. Das ist perfekt, um deine Sinne und deine Achtsamkeit zu schärfen Dies ist eine perfekte Möglichkeit, Ihre Beobachtungsfähigkeiten zu schärfen.

Nimm dir dafür beispielsweise eine Farbe als Thema – wie die Farbe Rot oder Gelb. Deine Augen werden plötzlich Farben um dich herum bemerken, die dir vorher nie aufgefallen sind. Zudem wirst du Farben nach ihren Intensität und Wirkung beobachten. Sind die Farben leuchtend, lebendig, matt oder ausgeblichen. Probiere es aus und lasse eine Farbe deinen Rahmen einnehmen.


Übersetze diese Achtsamkeit in dein Leben

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Mittendrin im Moment: Ich auf Fototour!

Doch musst du nicht warten bis zum nächsten Fotowalk oder der nächsten Fototour. Denn es ist so faszinierend diese Präsenz auf jeden Moment anzuwenden. Es ist eine Herausforderung, doch genau dabei hilft dir die Fotografie. Deine Fotografie lässt dich immer wieder diese Situationen üben, um die Aufmerksamkeit ins hier und jetzt zu bringen.

Was siehst du, was hörst du, was riechst du – und das alles zu betrachten und es erst einmal wirklich wertfrei zu betrachten. Übertrage dir diese Herangehensweise in deinen Alltag. Wo du bist, was du tust und wer ist um dich herum.

Wenn es dir nicht gleich gelingt, so wird es zumindest deine Aufmerksamkeit im fotografischen Sinne nochmals schärfen. Deine Aufmerksamkeit für Licht, Linien, Farben, Formen, Szenen, Momente oder die Bewegung.

Aber nichts desto trotz – diese Herangehensweise ist für mich total spannend und besonders. Sie hat so viel gestartet, was ich für mein tägliches Erleben als unendlich wertvoll erachte. Es ist wundervoll, wenn du deinen Tag damit verbringst, diese Dinge zu bemerken, zu erleben und zu schätzen. Jeden Tag aufs Neue.

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Achtsamkeit - esoterischer Schnick-Schnack oder ein Weg zu mehr Aufmerksamkeit für deine Fotografie? Was denkst Du darüber?x

„Die wahre Lebensweisheit besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen.“

Pearl S. Buck

Ich freu mich, wenn du dich auch auf den Weg machst – auf den Weg zu mehr Achtsamkeit für all die wundervollen Momente um dich herum.


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Wilfried Humann
1 Monat zuvor

Ich schreibe schon seit einigen Jahren einen Blog „Fotografie und Achtsamkeit“ mit inzwischen fast 200 Beiträgen: https://fotografie-und-achtsamkeit.jimdofree.com
In diesem Blog wird vieles, was du hier angekreuzt hast, aus meiner eigenen Praxis vertieft. Vielleicht schaust du ja mal rein!

Robert
1 Monat zuvor

Sehr guter Artikel! Obwohl ich schon Achtsam bin, schleichen sich immer mal Momente ein, wo ich vor Freude und Schönheit in einen Moment die Achtsamkeit verliere!

Gruß
Robert

Robert
Reply to  lars poeck
1 Monat zuvor

Nichts zu Danken, eher Danke ich dir!

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