Tutorial Belichtungskorrektur einfach erklärt für Fotografie Anfänger

Die Belichtungskorrektur: Der Geheimtipp für faszinierend, atmosphärische Fotos

Hast du dich jemals gefragt, wie du ein Foto heller oder dunkler machen kannst? Die Antwort ist die Belichtungskorrektur! Das klingt so banal, doch merke ich immer wieder bei den Teilnehmern meiner Online-Fotokurse sowie den Fotoworkshops in Berlin welche Magie diese kleine Funktion gerade bei den Fotografie Anfängern auslöst. Und vor allem: Die wenigsten wissen, was die Belichtungskorrektur eigentlich kann und soll. Daher möchte ich dir in diesem Artikel alles erklären, was du über die Belichtungskorrektur in der Fotografie wissen musst, damit du auch bald so richtig atmosphärische Fotos machen kannst.

Was ist Belichtungskorrektur?

Du musst deiner Kamera erklären, dass ein dunkles Motiv auch wirklich dunkel bleiben darf.
Dafür belichtest du eine dunkeles Motiv bewusst unter.
Foto: Mae Mu/unsplash

Die Belichtungskorrektur ist eine Technik in deinen Kameraeinstellungen, mit der du die Helligkeit deiner Fotos anpassen kannst. Wenn du zum Beispiel ein Foto aufnimmst und es zu dunkel oder zu hell erscheint, kannst du die Belichtungskorrektur verwenden, um das Bild anzupassen. Dies kann – allgemein gesagt – durch eine Über- oder Unterbelichtung verursacht werden, die auf schlechte Lichtverhältnisse oder Fehler bei der Belichtung zurückzuführen ist. Warum es dazu kommt, erkläre ich dir gleich. Jedenfalls kannst du durch die Anpassung der Belichtung dein Bild verbessern und mehr Details sichtbar machen.

Warum aber wird ein Foto im Automatikmodus oft zu hell oder zu dunkel?

An diesem Motiv würde jede Kamera-Automatik scheitern. Dafür brauchst du die Belichtungskorrektur, damit die Kamera versteht, dass das Motiv so strahlend weiß sein darf.
Foto: Alexandr Marynkin/unsplash
An diesem Motiv würde jede Kamera-Automatik scheitern. Dafür brauchst du die Belichtungskorrektur, damit die Kamera versteht, dass das Motiv so strahlend weiß sein darf.
Foto: Alexandr Marynkin/unsplash

Wenn du ein Foto machst, bestimmt die Kameraautomatik die Belichtung, indem sie versucht, eine durchschnittliche Belichtung zu erreichen. Dabei misst die Kamera das Licht, das auf den Sensor fällt, und berechnet dann die notwendige Menge an Licht, um ein ausgewogenes Bild zu erhalten. Die Kamera geht dabei von einem durchschnittlichen Licht im Motiv aus.

Jetzt kommt aber das Problem der Automatik! Denn die Automatik weiß nicht, was du fotografierst – also ob du einen weißen Teller auf einem hellen Tisch oder einen Raben vor einer dunklen Wand fotografiert. Daher geht die Automatik von einem Durchschnitt aus und berechnet diesen mit 18% Grau als der Durchschnitt aller Helligkeitswerte eines Motivs. So hellt die Automatik nun das Bild auf, um das dunkle Objekt sichtbar zu machen. Dadurch wird das Bild aber zu hell und sieht blass und ausgewaschen (und einfach blöde) aus. Andersrum bei hellen Fotos werden diese plötzlich grau und matt, was eigentlich hell und leuchtend war.

Da kommt nun deine magische Superkraft der Belichtungskorrektur ins Spiel. Du kannst Belichtungskorrektur verwenden, um das Bild heller oder dunkler zu machen.

Belichtungskorrektur Anleitung
Quelle: fujifilm/Anleitung
  • Wenn das Bild strahlen soll, aber zu dunkel ist, erhöhst du die Belichtungskorrektur um +1 oder +2, um das Bild aufzuhellen.
  • Wenn das Bild atmosphärisch dunkel sein soll, aber statt dessen zu hell und ausgewaschen wirkt, verringert du die Belichtungskorrektur um -1 oder -2, um das Bild abzudunkeln.

Verschiedene Techniken der Belichtungskorrektur

Es gibt verschiedene Methoden zur Anpassung der Belichtungskorrektur. Hier sind einige der gängigsten Methoden:

Belichtungskorrektur über die Kamera

Drehrädchen für die Belichtungskorrektur
Viele Fotografie-Anfänger haben noch keine Idee wieviel Magie in diesem kleinen Drehrädchen namens Belcithungskorrektur steckt.

Die meisten Kameras verfügen über eine Belichtungskorrektur-Funktion, mit der du die Helligkeit direkt auf deiner Kamera einstellen kannst. Diese Funktion wird normalerweise durch eine +/- Skala dargestellt und kann dir helfen, das Bild in Echtzeit anzupassen. Diese Belichtungskorrektur funktioniert im Automatikmodus sowie den halbautomatischen Modi wie P/TV/AV.

Manuelle Belichtungskorrektur

Die manuelle Belichtungskorrektur (im manuellen Modus M) erfordert manuelle Einstellungen der Blende, Verschlusszeit und ISO-Werte. Wenn du eine gute Kenntnis der Kameraeinstellungen hast, ist diese perfekt. Dies kann jedoch etwas schwierig sein, wenn du gerade erst Kameraeinsteiger bist.

Nachbearbeitung in der Bildbearbeitungssoftware

Eine weitere Möglichkeit zur Anpassung der Belichtungskorrektur ist die Bearbeitung des Bildes in einer Bildbearbeitungssoftware wie Lightroom oder Photoshop. Hier kannst du die Belichtung einfach anpassen, indem du den Helligkeits- und Kontrastregler verwendest oder eine Kurve anpasst, um das Bild anzupassen. Das funktioniert am besten, wenn du in RAW fotografiert hast.

Wie wendet man die Belichtungskorrektur an?

Auch in der Portraitfotografie ist die Belichtungskorrektur super hilfreich.

Wie du die Belichtungskorrektur anwendest, hängt von der verwendeten Methode ab. Wenn du eine Kamera mit Belichtungskorrektur-Funktion verwendest, kannst du die Belichtung direkt auf deiner Kamera einstellen. Bei manueller Belichtungskorrektur musst du die Blende, Verschlusszeit und ISO-Werte anpassen, um die Helligkeit des Bildes zu erhöhen oder zu verringern. Wenn du die Nachbearbeitung in der Bildbearbeitungssoftware bevorzugst, kannst du die Belichtung ganz einfach anpassen, indem du den Helligkeits- und Kontrastregler verwendest oder eine Kurve anpasst.

Belichtungskorrektur – Die wichtigsten Tipps

Hier sind einige wichtige Tipps, die du bei der Anwendung der Belichtungskorrektur beachten solltest:

  • Verwende die Belichtungskorrektur, um Über- oder Unterbelichtung auszugleichen, die durch schlechte Lichtverhältnisse oder Fehler bei der Belichtung entstanden ist.
  • Überprüfe das Histogramm, um sicherzustellen, dass die Belichtung richtig eingestellt ist. Das Histogramm zeigt die Verteilung der Helligkeit im Bild an und hilft dir dabei, die Belichtung korrekt einzustellen.
  • Experimentiere mit verschiedenen Belichtungseinstellungen, um das beste Ergebnis zu erzielen. Du kannst verschiedene Belichtungsstufen ausprobieren, um zu sehen, welche am besten funktioniert.
  • Passe die Belichtung immer an die Szene an. Wenn du beispielsweise ein helles Motiv vor einem dunklen Hintergrund fotografierst, musst du die Belichtung entsprechend anpassen, um das Motiv korrekt zu belichten.

Wenn du diese Tipps befolgst, sollte es dir Schritt für Schritt gelingen, eigenständig die Belichtungskorrektur zu regeln und du wirst begeistert sein von den Ergebnissen. Meine Fotografie hat es jedenfalls massiv nach vorne gebracht. Wenn du weitere Fragen hast oder deine Fotos zeigen willst, in denen du bewusst überbelichtet oder unterbelichtet hast, so bin ich super gespannt. Nutze dazu wie immer einfach die Kommentarfunktion. Ich wünsche dir viel Spaß und Magie bei der Belichtungskorrektur.

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Ludolf Bendsen

Aber kann man die Belichtung nicht mit ISO regeln, wieso dann noch die Belichtungskorrektur?
Ich hab sie zwar, schöne Sache, aber ist sie nicht überflüssig?

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