Eine kreative Reise in meine Fotografie: Fotograf Eike Leppert im Interview

Eike Leppert von like-foto.de

Eike Leppert und ich teilen die gleiche Leidenschaft – die kreative Fotografie. Mit großer Freude verfolge ich daher immer mal wieder seinen Blog like-foto.de. Eike ist Hobbyfotograf und kommt ursprünglich aus Oberfranken in Bayern. Immer wieder überrascht er mit kreativen Ideen auf seinem Blog, so dass ich gleich meine Kamera schnappen will und diese ebenfalls ausprobieren. Kürzlich habe ich dann einfach mal gedacht, dass ich ihm ein paar Fragen stelle – zu seinen kreativen Fotoideen, seinen Techniken und seiner Leidenschaft – der kreativen Fotografie.


Eike, wie bist Du zur Fotografie gekommen? Kannst Du Dich noch an das erste Foto erinnern, das Du fotografiert hast?

Angefangen habe ich vor etwa 8 Jahren im Urlaub. Ich war in Asien auf einem Backpacking-Trip und habe mit einer günstigen Kompaktkamera die Reise dokumentiert.

Ich kann man zwar nicht mehr wirklich an mein erstes Foto erinnern, aber eines aus der Anfangszeit ist mir ganz besonders in Erinnerung geblieben: An einem Strand in Malaysia hat ein Affe die Vorräte von Urlaubern durchwühlt, als diese gerade im Meer baden waren. Beim Durchwühlen hat er eine Dose Pringels gefunden sich diese auf einer Palme genüsslich schmecken lassen.

Das Urlaubsfoto finde ich einfach klasse, auch wenn es nicht die beste Qualität hat!

Mit welchem Equipment (Kamera, Objektive, Stativ, Filter …) fotografierst Du heute hauptsächlich, wenn es auf eine kreative Fototour geht?

Als Kamera nutze die Sony Alpha 7 III, die ich mir damals gleich zum Verkaufsstart geholt habe.

Mein am meisten genutztes Objektiv ist der Standardzoom von Tamron (Tamron 28-75mm F2.8) und gleich danach kommt der Weitwinkelzoom von Tamron (Tamron 17-28 mm F2.8). Für Porträts nutze ich gerne das Sony 85mm F1.8. Vor einiger Zeit hatte ich noch mehr Objektive. Da ich sie kaum genutzt habe, habe ich sie mittlerweile verkauft. 

Als Stativ nutze ich gerne mein Joby Gorilla Pod 5K, das Teil ist federleicht und flexibel einsetzbar. Mein Stativ, Rollei Compact Taveller No. 1, nutze ich daher nur sehr selten.

Für Langzeitbelichtungen am Tag nutze ich einen 67mm ND1000 von Gobe. Ansonsten befindet sich auf jedem Objektiv zum Schutz ein hochwertiger UV-Filter von B+W.

Das alles packe ich in meinen Lowepro Protactic 350 AW Fotorucksack.

Fotos: Eike Leppert / like-foto.de

Wann und warum hast du begonnen mit dem Bloggen über Deine Fotografie bzw. mit like-foto.de gestartet?

Den ersten Artikel habe ich im August 2017 veröffentlicht, für mich war das eine aufregende Zeit!

Auf meinem Blog wollte ich zunächst nur meine Erfahrungen bei Fotoprojekten sammeln und die eigenen Bilder präsentieren. Außerdem hat mir auch das Basteln an der Webseite und das Erstellen von Grafiken Freude bereitet.

Zu Beginn hatte ich keine großen Pläne, aber im Laufe der Zeit ist es immer größer geworden mit einem Nebengewerbe, einer Facebook-Gruppe, eigenen Büchern und einem Videokurs.

Dein Schwerpunkt liegt im Bereich der kreativen Fotoideen. Woher holst Du Deine Inspiration?

Ich recherchiere viel auf Pinterest und Instagram und speichere inspirierende Bilder.

Wenn ich Zeit zum Fotografieren habe, mir aber keine Ideen einfallen, werfe ich einen Blick in meine Sammlung und suche mir ein Fotoprojekt heraus.

Ein Foto aus meinem Artikel „Spiegelsplitter“ (Foto: Eike Leppert)

Mir ist dabei besonders wichtig, dass ich ein bestehendes Foto nicht einfach nur abkupfere. Ich versuche dabei, Ideen miteinander zu kombinieren oder eine andere Technik zu verwenden.

Mein Ziel ist, im Laufe der Jahre eine umfassende Sammlung an Fotoprojekten auf meiner Webseite zu erstellen, auf der man sich inspirieren lassen kann und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die eigene Umsetzung bekommt.

Wie würdest Du Deinen fotografischen Stil beschreiben?

Wenn ich für neue Fotoprojekte fotografiere, würde ich meinen Stil schlichtweg als „kreative Fotografie“ bezeichnen. Ich ziehe aber auch gerne in der Stadt mit der Kamera los und halte das Leben und Menschen, aber auch Architektur und Schattenspiele fest. Diese Art meiner Fotografie würde ich „urbane Fotografie“ nennen.

Was zeichnet Deiner Meinung nach ein tolles Foto aus?

Meine wertvollsten Bilder halten ein Erlebnis oder eine Emotion fest. Manche Bilder sind optisch gar nicht so beeindruckend, wenn man aber eine Geschichte dazu im Kopf hat, bekommt das Bild eine zusätzliche Dimension.

Deshalb liegen mir auch meine Bilder aus den Projekten so am Herzen. Beim Betrachten habe ich die Ideensuche, die Konzepterstellung und die Ausführung wieder vor Augen und erfreue mich an der Erinnerung. Das gilt ganz besonders für Projekte, die ich mit Freunden zusammen umgesetzt habe.

Foto: Eike Leppert

Welche Rolle spielt der Zufall bei Deiner Fotografie?

Das ist ganz unterschiedlich.

Wenn ich ein Projekte umsetze, wie zum Beispiel die Geisterspiegelung, dann möchte ich alle zufälligen Einflüssen möglichst vermeiden. Ich nehme mir mein Stativ mit, verwende den manuellen Modus und weiß meistens schon ganz genau, welches Motiv ich inszenieren möchte.

Wenn ich dagegen in der Stadt oder im Urlaub fotografiere, spielt der Zufall eine sehr große Rolle. Häufig stehe ich vor einer tollen Kulisse in der Stadt, die Sonne steht perfekt und denke mir: „Wenn mir jetzt doch bloß ein spannendes Motiv über den Weg laufen würde …“. Biegt dann plötzlich ein Mann mit Anzug und Zigarette um die Ecke, freue ich mich wie ein Schneekönig!

Wie empfindest Du die technische Entwicklung in den letzten Jahren – Stichwort mehr Mega-Pixel, immer mehr Hightech in den Kameras?

Foto: Eike Leppert / like-foto.de

Ich persönlich habe in meiner Sony A 7 III eine Kamera gefunden, mit der ich sehr zufrieden bin. Seitdem verfolge ich die Entwicklung und die aktuellen Kameramodelle kaum, vor allem wenn die Neuerungen wieder nur mehr Megapixel oder mehr Bilder pro Sekunde sind. Die 24 Megapixel meiner Sony sind ein toller Kompromiss aus Dateigröße und Bildqualität und für mich perfekt.

Was ich viel spannender finde: Wann wird endlich eine Profikamera gebaut, die die Software und Funktionen eines Smartphones besitzt? Hier sind die aktuellen Kameras absolut veraltet. Es müsste einen AppStore geben, bessere Sharing-Funktionen, drahtlose Verbindungen zum Smartphone und Computer und softwaregestützte Bildverbesserungen.

Wenn die Kameras so weit sind, dann werde ich vielleicht meine Sony 7 III in Rente schicken!

Was sind die meistgestellten Fragen Deiner Webseitenbesucher?

Ganz häufig sind Fragen zur Technik: „Welche Kamera und welches Objektiv kannst du empfehlen“, dicht gefolgt von „Welches Bildbearbeitungsprogramm ist das Beste“. Diese Fragen habe ich deshalb ausführlich in einem Artikel bearbeitet, um sie nicht ständig neu beantworten zu müssen.

Ansonsten bekomme ich häufig anfragen, ob ich Privatkurse gebe. Das muss ich bis jetzt immer ablehnen, aber vielleicht stelle ich da in Zukunft mal etwas auf die Beine.

Fotografie ist ja nicht Dein Beruf – wie vereinbarst Du die Fotografie, das Schreiben über Deine Fotografie und Deinen Beruf?

Foto: Eike Leppert / like-foto.de

Das ist tatsächlich nicht so einfach. Seitdem ich in München wohne, finde ich wegen dem Pendeln zur Arbeit deutlich weniger Zeit für meinen Blog. Ich nehme deshalb gerne die Kamera mit in die Arbeit und ziehe auf dem Heimweg mit der Kamera los.

Für meinen Blog schreibe ich hauptsächlich Sonntag und häufig auch vor und nach der Arbeit. Ich versuche jeden Tag ein bisschen zu schreiben, um Stück für Stück Projekte abzuschließen.

Demnächst werde ich aber wieder in die oberfränkische Heimat ziehen und hoffentlich wieder mehr Zeit zum Fotografieren und Schreiben finden.

Welche Rolle spielt die Nachbearbeitung und womit bearbeitest Du Deine Fotos im Nachhinein?

Eine sehr große!

Ich habe viel Spaß an der Bildbearbeitung und für mich gehört sie untrennbar zur Fotografie. Mit wenigen Handgriffen kann man die meisten Bilder deutlich verbessern und sei es nur der Bildschnitt. Ich lege zum Beispiel viel Wert darauf, den Blick durch Dodge & Burn und eine Vignette auf das Motiv zu lenken.

Außerdem stimme ich gerne die Farben im Bild aufeinander ab und verwende dazu Farblooks bzw. Presets.

Ich bearbeite ganz klassisch mit Lightroom und Photoshop. Das Zusammenspiel beider Programme funktioniert wunderbar. Dank der guten Lightroom Handy-App kann ich auch auf dem Heimweg in der S-Bahn Fotos bearbeiten.

Hast Du fotografische Vorbilder?

Definitiv Peter McKinnon. Der kanadische Fotografie-Youtuber macht tolle Fotos, aber besonders beeindruckend finde ich seinen kreativen Lifestyle und seine Schaffenskraft. Er entwickelt immer wieder neue Ideen, erfindet sich ständig neu und ist zusätzlich noch unglaublich sympathisch.

Wie gerne würde ich mit ihm mal einen Kaffee trinken!

Ein Video von Peter McKinnon – sein YouTube-Kanal ist super spannend!

Im Hinblick auf das Fotografieren Lernen: Was hättest Du gerne früher gewusst?

Dass Kameratechnik nicht alles ist!

Wie die meisten Anfänger habe ich zu Beginn viel zu viel Geld für Ausrüstung ausgegeben, die ich nicht gebraucht hätte. Im Laufe der Zeit bin ich immer minimalistischer geworden. Brauche ich denn wirklich drei verschiedene Festbrennweiten oder reicht ein Zoomobjektiv?

Vor etwa drei Jahren bin ich mit vier Objektiven über 2000 Höhenmeter auf einen Vulkan in Guatemala geklettert. Ich war „perfekt“ vorbereitet und hatte für jede Eventualität die passende Ausrüstung dabei. Das ständige Objektivwechseln und das Gewicht am Rücken hat man mich beinahe verrückt gemacht!

Mittlerweile bin ich da entspannter. Ich lege viel mehr Wert auf die Idee hinter dem Foto – Technik, perfekt Schärfe und Megapixel sind dagegen zweitrangig geworden.

Hast Du ein Foto, auf das Du besonders stolz bist?

Stolz wäre vielleicht das falsche Wort, aber an einem Foto hatte ich besonders viel Freude:

Das Foto unterhalb habe ich für den „Augmented Reality-Effekt“ gemacht – wie ich ihn genannt habe. Dieses Foto habe ich mit einer Videoanleitung in meine mittlerweile große Facebook-Gruppe gestellt.

Video: Eike Leppert

Das Bild ist extrem gut angekommen und hat viele Mitglieder zum Nachmachen animiert. Ein paar Wochen wurden ständig Bilder mit diesem Effekt gepostet, ich wurde getagged und mein Video wurde weiterempfohlen.

Der Effekt auf die Community hat mich wirklich überrascht! Es war schön zu sehen, wie viele die Idee selbst umgesetzt und ihre Ergebnisse präsentiert haben.

Was sind Deine nächsten Herausforderungen, auf die Du dich besonders freust?

Derzeit arbeite ich an meinem dritten Buch, in dem sich alles um meine Fotoprojekte drehen wird. Ich bin bereits fleißig am Schreiben und Fotografieren!

Am meisten freue ich mich auf das Layouten in Adobe InDesign. Wenn ich den Text und die Bilder zusammen platziere, wird das Buch plötzlich greifbar und nimmt Formen an.

Das Highlight ist dann selbstverständlich die Veröffentlichung auf meinen Blog und in meiner E-Mail-Liste. An dem Tag werde ich sicher eine Flasche Sekt köpfen!

Wenn jemand in München auf Fototour gehen will – wo sollte er hingehen? Hast Du einen Geheimtipp oder einen Lieblingsort zum Fotos machen?

Ich würde auf jeden Fall beim Königsplatz starten. Die Architektur ist einfach einmalig und im Sonnenuntergang mein Lieblingsplatz in München. Von dort kann man zu Fuß in Richtung Odeonsplatz laufen und eine kurze Tour durch den Hofgarten, vorbei an der Staatskanzlei und zur Eisbachwelle machen.

Wenn man noch nicht genug hat, kann man weiter zum Friedensengel ziehen und an der Isar in Richtung Süden bis zum Maximilianeum wandern. Von dort geht es wieder in Richtung Innenstadt am Nationaltheater vorbei und weiter zum Marienplatz.

Nach dieser Tour hat man einen Großteil der Postkarten-Motive abgeklappert!

Dein Blog ist ja eine wahre Fundgrube an Fotoideen – wo sollte der Leser starten, um Deinen Blog kennenzulernen?

Eine tolle Übersicht über aktuell 24 meiner Fotoprojekte und Fotoideen bekommt man auf in meinem Bereich kreative Fotoideen. Bei dieser Übersicht findet sicher jeder ein Projekt, dass er gerne einmal nachmachen möchte!



Ich sage lieben Dank an Eike für die spannenden Insights zu seiner kreativen Fotografie. Wenn Du Fragen an Eike hast, so poste diese gern als Kommentar.

Hier findet ihr mehr zu Eike:



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Michél
3 Monate zuvor

Hallo Eike

Gutes Interview und interessant. Fand es spannend was man so als Anfänger für Fehler macht. Klar auch ich habe sollche Fehler gemacht. Doch ich hatte ein sehr guter Canon Verkäufer dazumal. Er hat mir als Anfänger (habe schon länger vorher geknipst mit billigen Kompaktcameras) zur Canon EOS500D geraten mit dem Bundle. Doch das entscheidende was er mir geraten hatte ist ein 18-200mm Zoomobjektiv. Seine Worte…die anderen 2 Objektive wirst du selten bis eher nie gebrauchen und so war es. Daher hatte ich nie extrem viel zum mitschleppen aber als Anfänger wäre auch ich so reingefallen. Ich hatte mit dem Canon-Verkäufer immer wieder kontakt.

Was nützt einem eine super teure Ausrüstung wenn man kein Auge hat für das Bild. Technisch vielleicht Perfekt gemacht aber keine Emotion im Bild.

Deine Ideen sind immer wieder interessant und spannend. Mach so weiter und bleib Gesund. Auch wünsche ich dir einen guten Start ins neue Jahr.

Liebe Grüsse aus der Schweiz vom
Michél

https://www.instagram.com/michelhauriphotography/

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