Magische Fototricks: Die Kunst des Weglassens

Auf meinem Weg in die Fotografie streife ich durch so viele Gebiete. Ich erlerne den fotografischen Blick (das Sehen lernen), ich übe es ein klares Hauptmotiv zu finden, ich beschäftige mich mit dem visuellen Gleichgewicht und plötzlich stolpere ich über einen wahrlich magischen Fototrick – nämlich die Kunst des Weglassens. Wow, das klingt so einfach – weniger ist mehr! Aber wie setze ich es um?

Ein monotoner Hintergrund kann dein Motiv sehr betonen und eine tollen Kontrast setzen.

Albert Einstein hat mal gesagt: „Wenn du es nicht einfach erklären kannst, hast du es nicht gut genug verstanden.“ Da ist viel wahres dran. Denn ebenso wie bei allen Tipps zum fotografischen Blick möchte ich dir zeigen, dass es um dein Motiv geht und dieses gezielt in Szene zu setzen.

Finde das besondere, hervorstechende Merkmal

Bei der Verein­fachung meiner Fotos geht es mir ebenfalls darum – um das Finden des besonderen oder hervorstechenden Merkmals im Foto und darum, alles an Stö­rung zu entfernen. Es ist ein bisschen wie Aufräumen. Doch ist das nicht immer ganz einfach. Denn wie viel darf ich wegnehmen?

Fotoaufgabe - weniger ist mehr
Weniger ist mehr – gerade viel einfarbige Flächen helfen deinem Motiv gesehen zu werden.

Die Kunst des Weglassens

Mit meinem Weitwinkelobjektiv war es schwer, dass ich mein Foto nicht komplett überfrachte. Aber worauf fokussieren? Wie viel kann ich wegschneiden? Ich habe gehört, dass Fotografie-Anfänger eigentlich immer drei bis vier Bilder in einem Foto vereinen.

Es wird Zeit, dass wir uns trauen, die Bildinhalte zu minimieren! Dein Gehirn hat die Begabung der Autovervollständigung. Was heißt das? Wenn dein Motiv angedeutet oder abstrahiert ist, addiert dein Gehirn automatisch den Rest. Also denk dran: Du baust das Motiv auf und entfernst alles, was in Konkurrenz zu Motiv und Wirkung steht.

Die Störung liegt oft im Hintergrund

Immer wieder geht’s irgendwie darum (d)ein Motiv zu isolieren und hervorzuheben. Ablenkungen auf dein Motiv liegen fast immer am störenden Hintergrund. In der Porträtfotografie gehen oft die wichtigsten Merkmale deines Motivs verloren, wenn der Hintergrund zu durcheinander ist.

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Die Kuh auf der Wiese – mehr nicht! Reduziere alle störenden Elemente im Hintergrund und dein Motiv gewinnt an Stärke.

Die gebräuchlichste Technik besteht darin, den Hintergrund einfach in der Unschärfe verschwimmen zu lassen und so diesen aufzuräumen. Doch ist das nicht der einzige Weg. Denke doch mal an einen wolkenlosen Himmel (oder einen völlig grauen Tag), an ein simples, sich wiederholendes Muster wie eine Mauer oder ein weiter Blick auf ein weites Feld oder ein leeren Parkplatz. Es geht oft auch um Winkel und Perspektive, um den Blick des Betrachters auf deinen Hintergrund zu steuern. Denke kreativ und lass dich nicht zu sehr auf klassische Perspektiven ein. Diese Kuh auf der Wiese zeigt: Es geht oft mehr als nur eine Offenblende. Denn auch der passende Winkel und das Licht räumen eine Szene oft auf und erhöhen die Motivwirkung dramatisch!

Dein Gehirn hat die Begabung der Autovervollständigung. Was heißt das? Wenn dein Motiv angedeutet oder abstrahiert ist, addiert dein Gehirn automatisch den Rest.

Tricks für das Weniger vom Mehr

Oft haben wir zu viel auf unserem Foto. Was passiert dann? Die Wirkung wird verfehlt. Der Betrachter kann nicht erfassen, was wir zeigen wollen.

Was ist die Lösung? Wir nehmen weniger mit drauf. Einige der Tricks dazu kennst du bereits – daher sollte es dir nicht schwerfallen. Ich zeige dir ein paar Bildbeispiele:


6 Techniken zur Vereinfachung

Hier meine Tipps, um deine Fotos zu vereinfachen und so die Bildwirkung durch ein paar einfache Kniffe zu erhöhen.

1 . Blende öffnen und die Unschärfe wirken lassen

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Sobald wir die Blende öffnen, verschwimmt alles im Hintergrund in der Unschärfe. Toll, um Ablenkungen verschwinden zu lassen.

2 . Wenn Details den Blick versperren

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Entwickele ein Auge für die kleinen Details drumrum. Diese machen es lebendig!

Entferne störende Details und geh näher ran. Verwirren dich Details, geh ein paar Schritte zurück und lasse störende Kleinigkeiten im Gesamtmuster verschwinden.

Der Strand war voller Steine. Aber mit dem Fokus auf die Schuhe und der passenden Distanz ergibt sich ein tolles Muster und eine schöne Wiederholung.

3 . Wechsle die Perspektive

Wow, ein Schwenk der Kamera und alles sieht anders aus. Ist der aktuelle Ausschnitt zu konfus? Variiere Position und Perspektive und entferne so störende Details im Hintergrund.

Hier ist es der Berliner Fernsehturm, der ganz neu und anders durch einen cleveren Perspektivenwechsel in Szene gesetzt wird.

4 . In der Dynamik verschwimmen

Mitzieher sind schwer, aber toll, um dein Motiv zu betonen. Bleib dran und übe die Technik immer wieder!
Mitzieher sind schwer, aber toll, um dein Motiv zu betonen. Bleib dran und übe die Technik immer wieder!

Das erfordert Übung: Wenn du beim Fokus auf dein Hauptmotiv die Kamera mitziehst, bringst du Dynamik ins Bild. Alles Überflüssige verschwimmt um dein Hauptmotiv herum und vereinfacht so dein Foto. Probiere das bei einer Belichtungszeit von z. B. 1/30 s.

Hier hatte ich Glück und habe einen Mitzieher bei der U-Bahn geschafft und so eine Szene in der Bahn erwischen können und so hervorgehoben.

5 . Fülle den Rahmen

Ein einfacher Trick, um deine Szene zu entwirren, ist es, mit deiner Szene oder deinem Motiv den gesamten Rahmen zu füllen. Das fokussiert den Blick, und du wirst oft lästige Hintergründe los. Hier war es beispielsweise auf den Treppen zu einem Museumsaufgang. Der Fokus auf die Beine und den Schatten und zudem alles drum herum auszublenden fasziniert mich an diesem Foto.

6 . Wiedererkennungen schaffen

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Muster und Wiederholungen: Manchmal liegen spannende Motive direkt vor dir

Wiedererkennungen geben dem Auge eine gewisse Ruhe. Es erkennt zum Beispiel Formen (wie hier den Kreis) und empfindet eine gewisse Ordnung im Bild. Das gibt ein harmonisches Gefühl.

Welche magischen Tricks wendest du an in deiner Fotografie?

Was beschäftigt dich in deiner Fotografie? Welchen dieser oben genannten Tipps wendest du bereits schon an? Womit hast du gute Erfahrungen?

Hier habe ich ansonsten auch 10 coole Tipps für Foto-Anfänger und ein gratis Pdf-Download für Deinen Einstieg in die Fotografie.

Welche Ideen waren für dich und deine Fotografie besonders wichtig? Nimm dir gerne einen Moment Zeit und beantworte es mir gerne unten in den Kommentaren. Ich freu mich auf unseren Austausch!


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