Fokus und Schärfe: Machst du auch diese Fehler? Meine Tipps für richtig scharfe Fotos!

Hilfe, meine Fotos werden nicht scharf. Doch wie bekomme ich meine Fotos richtig scharf? Wie oft ich das höre in meinen Workshops. Aber keine Sorge, ich helfe dir! Hier habe ich dir meine wichtigsten Tipps für richtig scharfe Fotos aufgeschrieben. Denn die Schärfe und der exakte Fokus im Foto trägt maßgeblich zur Bildwirkung deiner Fotos bei. Umso frustrierender ist es, wenn du dir Mühe gibst mit deiner Digitalkamera gestochen scharfe Bilder zu bekommen und dein Motiv in der nachträglichen Kontrolle am Bildschirm oder auf dem LCD-Screen deiner Kamera trotzdem unscharf ist. Woran mag es gelegen haben, dass dein Foto doch unscharf geworden ist? “Warum werden meine Fotos nicht richtig scharf?” magst du dich dann immer wieder fragen. Und wie verändert sich die Wirkung deines Fotos, wenn du lernst, bewusst mit scharfen und unscharfen Bereichen zu spielen? Und welche Blende solltest du nutzen für schärfe Bilder? Darüber möchte ich dir heute berichten und dir meine wichtigsten Tipps und Tricks zum Thema Fokus und Schärfe für gestochen scharfe Fotos verraten.

1. Suche Kontrastpunkte im Motiv

Foto: Amin Hasani/unsplash

Zuerst einmal ist es wichtig richtig zu fokussieren. Denn nur dann kannst du auch ein scharfes Foto produzieren. Finde dafür einen Punkt in deinem Motiv mit guten Kontrasten. Bei Porträts ist das Augenlid ein guter Kontrastpunkt – das funktioniert auch bei diesem Hund.

2. Stehe stabil

Finde einen stabilen Stand, lehne deine Kamera an oder nutze in schwierigen Lichtsituationen ein Kamera-Stativ. Ich habe mir übrigens kürzlich ein kompaktes, leichtes, allround Fotostativ aus Aluminium gekauft – muss gar nicht so teuer sein! So verwackelt dein Foto nicht. Vermeide also unbedingt Bewegungen beim Fotografieren. Denn wann immer du den Auslöser deiner Kamera drückst, solltest du die Kamera so ruhig wie möglich hältst. 

Hin und wieder kann es sogar wichtig sein beim Auslösen der Kamera kurz die Luft anzuhalten. Dafür empfehle ich dir vorab auszuatmen. Denn wenn du einatmest, so zittert der Körper häufig beim Luft anhalten. 

3. Freihandgrenze und Verschlusszeit

Zudem sollte dir immer bewusst sein welche Belichtungszeit du bei welcher Brennweite eingestellt hast. Damit meine ich die Belichtungszeit, die du minimal wählen solltest. Denn ganz grundsätzlich gilt: Ist eine Belichtungszeit zu lang, verwackelt dein Foto. Dieses zu kontrollieren, würde ich dir immer ab einer Belichtungszeit von unter 1/100s empfehlen. 

Dazu gibt es die Faustregel für Freihand-Verschlusszeit. Das meint einen 

Kehrwert aus Brennweite und Einstellung der Belichtungszeit oder auch Verschlusszeit. Fotografierst du also mit einer Brennweite von 50 mm, so solltest du mindestens eine Belichtungszeit von 1/50s eingestellt haben. Hast du eine Telebrennweite von 200 mm an deiner Kamera, so musst du auch 1/200s einstellen oder kürzer. 

4. Drücke den Auslöser nicht zu kräftig

Foto: Fotis Fotopoulos/unsplash

Es klingt so banal, aber es hat nun mal einen großen Einfluss auf die Schärfe in deinem Foto. Denn je kräftiger du auf den Auslöser drückst, desto mehr erschüttert die Kamera. Drücke den Auslöser der Kamera also lieber vorsichtig und mit Gefühl. Wenn du da immer wackelig bist und und zitterst, so nutze wenn immer möglich einen Fernauslöser, Kabelauslöser oder eine externe Kamera-App. Hinzu kannst du auch die Belichtungszeit deiner Kamera verkürzen.

5. Je näher, desto wahrscheinlicher ist es im Fokus

Foto: Henrik Verle/unsplash

Je näher du an einem Objekt bist, desto wahrscheinlicher ist es, dass dieses im Automatikmodus fokussiert wird. Habe das im Kopf bei deiner Motivwahl – denn das ist gerade für Fotografie-Anfänger im Automatikmodus oft schwer. Setze den Fokuspunkt lieber manuell und selbst gewählt, statt dich auf die Automatik zu verlassen. Stelle also lieber auf den Einzelautofokus und wähle einen Autofokuspunkt. Wenn du einen exakten Punkt fokussierst, so wirst du diesen schärfe abbilden können, als wenn du viele Punkte im Fokus hast – die möglicherweise in unterschiedlicher Entfernung zu deiner Kamera liegen. Noch ein Tipp: Deaktiviere zudem den kontinuierlichen Autofokus, da dieser permanent neu fokussiert, sobald du den Auslöser betätigst und somit zur Unschärfe beitragen kann.

6. Achte auf die Naheinstellgrenze

Foto: Fernando Cardoso/unsplash

Jedes Objektiv hat eine Naheinstellgrenze. Unterschreitest du diese Naheinstellgrenze deines Objektivs, werden deine Fotos und Motive zwangsläufig unscharf. Das ist vergleichbar mit unserem Auge: Wenn etwas ganz nah (zu nah) dran ist, wird’s unscharf. Sofern du den Autofokus eingeschaltet hast, wird deine Kamera übrigens ewig rumrudern und gar nicht erst scharfstellen können. Möchtest du hingegen in die Makrofotografie eintauchen, so ist es ratsam sehr nah ran zu gehen. Dabei helfen dir Makro Objektive, denn diese haben einen deutlich geringere Naheinstellgrenze – das bedeutet, dass du an dein Motiv oft ganz nah herangehen kannst und es trotzdem noch fokussieren kannst.

7. Variiere die Blende

Die Blende hat ebenfalls einen gewissen Einfluss auf die Schärfe. Also welche Blende solltest du wählen für scharfe Bilder? Je kleiner die Blende gewählt wird, desto mehr Tiefenschärfe hast du in deinem Foto. Dazu kommen wir aber in einem anderen Beitrag zum Thema Blende. Doch ist es wichtig, dass du weißt, das die Blende auch einen großen Einfluss auf die Schärfe in deinem Foto hat. 

Doch solltest du deine Blende nicht unbedingt ganz schließen, denn dann kommt es zusätzlich zu einem absurden Phänomen – und zwar der Beugungsunschärfe. Dieser Begriff meint die Reduktion der Gesamtschärfe eines Bildes. Die optimale Blende für scharfe Fotos liegt in der Regel bei f/11. Ein zu intensives Abblenden (also schließen der Blende) solltest du eher vermeiden. Bei Blende f11 ist das Bild normalerweise schärfer und kontrastreicher.

8. Fokussiere mit Live-View

Im Live-View-Modus ist es dir möglich, noch genauer die Schärfe zu regulieren und dich tief ins Motiv hinein zu zoomen. Das macht es einfacher das Foto scharf zu stellen. Probiere es mal aus!

Foto: Paul Skorupskas/unsplash

9. Beruhige dein Motiv

All diese Tipps setzen in der Regel ein halbwegs ruhiges Motiv voraus. Aber oft kann es auch helfen dein Motiv zusätzlich zu beruhigen. Denn Kinder, Tiere oder auch Blumen im Wind sind ständig in Bewegung. Plane das ein und suche ruhige Momente. Ein Kind, dass sitzt, ist eher ruhiger und besser zu fotografieren als beim toben. Ein Tier, dass frisst lässt sich einfacher fokussieren und Scharfstellen, als ein Tier auf der Flucht oder im Spiel. Eine Blume im Windschutz lässt sicher besser fokussieren, als das Blatt im Wind. Achte somit immer darauf, dass in dem entscheidenden Moment des Auslöser drückens dein Motiv nicht ungewollt oder ungeplant bewegt. Sollte es sich nicht vermeiden lassen, so plane eine kürzere Belichtungszeit ein.

10. Geh nah ran für ein scharfes Foto

Wenn du weit weg von einem Motiv bist und es sehr nah ran zoomst, so bedenke, dass diese Brennweite zusätzlich deine Schärfe im Foto beeinflusst. In Landschaften kann das der Dunst oder ein Flimmern sein (den du oft auch mit bloßem Auge bereits sehen kannst). Somit geh so nah wie möglich an dein Motiv heran, um diesen ungewollten Einfluss auf eine gute Schärfe und einen exakten Fokus im Foto zu minimieren. Hier habe ich ein paar weitere Tipps zum Thema Bildgestaltung und meinem Motto weniger ist mehr.

11. Freihandgrenze und Verschlusszeit

Foto: Math/unsplash

Zudem sollte dir immer bewusst sein welche Belichtungszeit du bei welcher Brennweite eingestellt hast. Damit meine ich die Belichtungszeit, die du minimal wählen solltest. Denn ganz grundsätzlich gilt: Ist eine Belichtungszeit zu lang, verwackelt dein Foto. Dieses zu kontrollieren, würde ich dir immer ab einer Belichtungszeit von unter 1/100s empfehlen. 

Dazu gibt es die Faustregel für Freihand-Verschlusszeit. Das meint einen 

Kehrwert aus Brennweite und Einstellung der Belichtungszeit oder auch Verschlusszeit. Fotografierst du also mit einer Brennweite von 50 mm, so solltest du mindestens eine Belichtungszeit von 1/50s eingestellt haben. Hast du eine Telebrennweite von 200 mm an deiner Kamera, so musst du auch 1/200s einstellen oder kürzer. 


Extra-Tipp: Diese Situationen sind sehr schwer zu fokussieren

Foto: Jan Huber/unsplash

Das waren meine wichtigsten Einflussfaktoren auf ein richtig scharfes Foto. Nichts desto trotz gibt es zudem einfach Dinge und Motive, die richtig schwer zu fokussieren sind. 

Deine Autofokus-Funktion in der Kamera wird da ewig herum kurbeln, um scharf zu stellen – auch wenn du alle oben genannten Tipps beachtet hast. Welche Situationen meine ich?

Diese Situationen sind sehr schwer zu fokussieren:

• sehr schwaches Licht

• extremes Gegenlicht oder Reflexionen

• Schnee oder sehr helle Flächen

• blauer, weiter Himmel

Mein Tipp: Wenn die Kamera Probleme beim Fokussieren hat, kannst du entweder auf „manuell“ umschalten und den Fokus per Hand einstellen oder aber auf „One Shot“-Fokus umschalten. In diesem Modus fokussierst du auf etwas, das in ähnlicher Entfernung ist. Dann verschiebst du die Kamera auf dein Motiv. Lass deinen Auslöser beim Verschieben halb durchgedrückt und löse erst danach aus.


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1. Belichtungszeit einfach erklärt

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