Autobiografische Fotografie ist eine faszinierende Art, deine persönliche Geschichte zu erzählen. Durch das Objektiv deiner Kamera kannst du Momente, Emotionen und Erfahrungen festhalten, die deine Lebensreise definieren. In diesem Artikel möchte ich Dir ein paar Tipps und Einblicke geben, wie du durch die autobiografische Fotografie deine eigenen Erlebnisse auf eine künstlerische und bedeutungsvolle Weise fotografisch dokumentieren kannst.
Was ist eine Autobiografie – und was meint folglich Autobiografische Fotografie?
Dann aber lass uns einmal vorne anfangen: Eine Autobiografie kennst du sicher als Buch. Ein Stück literarische Form, in der eine Person ihre eigene Lebensgeschichte (auf)schreibt. Sie bietet einen persönlichen Einblick in die bedeutenden Erfahrungen, Gedanken und Gefühle des Autors und stellt oft einen chronologischen Verlauf seines Lebens dar.
Wenn wir uns daraus die autobiografische Fotografie ableiten, so können wir es uns als das visuelle Äquivalent zu einer geschriebenen Autobiografie vorstellen.
Doch: Statt Worte zu verwenden, erzählt der Fotograf seine Lebensgeschichte durch Bilder.
Diese Form der Fotografie beinhaltet oft eine Serie von Bildern, die wichtige Momente, Menschen und Orte im Leben des Fotografen darstellen. Sie ist eine persönliche Dokumentation des eigenen Lebenswegs und kann Gefühle, Erinnerungen und Veränderungen über die Zeit festhalten. Autobiografische Fotografie ist also eine Art visuelles Tagebuch, das es dem Betrachter ermöglicht, die Welt aus der Perspektive des Fotografen zu sehen und seine Lebenserfahrung nachzuvollziehen.
1. Dokumentiere deinen Alltag

- Der erste Schritt in der autobiografischen Fotografie ist die Dokumentation des täglichen Lebens. Ob es sich um ein einfaches Familienfrühstück, einen Spaziergang im Park oder eine nächtliche Stadtszene handelt, jede Szene trägt zu deiner Geschichte bei.
2. Fange Emotionen und Stimmungen ein

- Versuche, deine Gefühle und Stimmungen durch deine Bilder zum Ausdruck zu bringen. Fotografiere in Momenten der Freude, der Nachdenklichkeit, der Traurigkeit oder der Hoffnung, um die Tiefe deines Lebens widerzuspiegeln.
3. Erstelle Themenserien
- Erstelle Fotoserien zu Themen, die dir wichtig sind. Das können Familienporträts, Reisen, Hobbys oder wichtige Lebensereignisse sein. So entsteht ein zusammenhängendes Bild deines Lebens.
4. Experimentiere mit Selbstporträts
- Selbstporträts sind ein mächtiges Werkzeug in der autobiografischen Fotografie. Sie ermöglichen es dir, dich selbst aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und zu präsentieren.
5. Halte Veränderungen fest

- Dokumentiere Veränderungen in deinem Leben, wie Umzüge, Karrierewechsel oder persönliche Entwicklungen. Diese Bilder markieren wichtige Meilensteine in deiner Lebensgeschichte.
6. Nutze Fotografie als Tagebuch
- Verwende deine Kamera als Tagebuch. Halte besondere oder alltägliche Momente fest und füge Notizen oder Gedanken hinzu, um die Geschichte hinter dem Bild zu erzählen.
7. Reflektiere vergangene Zeiten

- Schau dir alte Fotos an und reflektiere, wie du dich seitdem verändert hast. Du kannst auch Orte aus deiner Vergangenheit erneut besuchen und fotografieren oder durch alte Fotoalben gehen und analoge Fotos digitalisieren.
8. Teile deine Geschichte
- Überlege, ob und wie du deine autobiografischen Fotos teilen möchtest. Dies kann in Form eines Blogs, einer Fotoausstellung oder eines Fotobuchs geschehen.
9. Sei ehrlich und authentisch

- Deine autobiografische Fotografie sollte ehrlich und authentisch sein. Zeige nicht nur die guten Zeiten, sondern auch die Herausforderungen und Tiefpunkte deines Lebens.
10. Entwickele deine Kreativität
- Sei kreativ in der Art, wie du deine Geschichte erzählst. Experimentiere mit verschiedenen fotografischen Techniken und Stilen, um deine einzigartige Sichtweise auszudrücken.
Um sicherzustellen, dass deine autobiografischen Fotos großartig wirken, sind einige technische und kreative Aspekte zu beachten. Hier sind einige Tipps, wie du dich am besten selbst fotografieren kannst, sowie Hinweise zu Fokus, Stativ, Brennweite und Stil:
Perfekte Selbstporträts: Techniken und Tipps für deine autobiografische Fotografie
- Verwende ein Stativ:
Ein Stativ ist ein unverzichtbares Werkzeug für Selbstporträts. Es sorgt für Stabilität und ermöglicht dir, verschiedene Winkel und Perspektiven auszuprobieren, ohne dass die Kamera verwackelt. Stelle das Stativ auf Augenhöhe ein, um eine natürliche Perspektive zu erhalten.
- Selbstauslöser und Fernbedienung:
Nutze den Selbstauslöser oder eine Fernbedienung, um den Auslöser der Kamera zu betätigen. Dies gibt dir genügend Zeit, um dich in Position zu bringen und sicherzustellen, dass du im Bildrahmen bist. - Fokus richtig einstellen:
Verwende den manuellen Fokus oder den Autofokus mit Gesichtserkennung, um sicherzustellen, dass dein Gesicht scharf ist. Du kannst auch einen Gegenstand an der Stelle platzieren, an der du stehen wirst, um den Fokus vorab einzustellen. - Wähle die richtige Brennweite:
Für Porträts eignen sich Brennweiten zwischen 50mm und 85mm besonders gut, da sie ein natürliches Bild ohne Verzerrungen erzeugen. Diese Brennweiten sorgen dafür, dass dein Gesicht und Körper proportional wirken.
- Experimentiere mit dem Stil:
Variiere die Beleuchtung, den Hintergrund und die Komposition, um unterschiedliche Stimmungen und Gefühle zu erzeugen. Nutze natürliches Licht für weiche, schmeichelhafte Porträts oder künstliches Licht für dramatische Effekte. - Achte auf den Hintergrund:
Wähle einen Hintergrund, der nicht ablenkt und zum Thema deiner autobiografischen Fotografie passt – denke auch mal an die Regeln der minimalistischen Fotografie. Ein einfacher, sauberer Hintergrund lenkt die Aufmerksamkeit auf dich und deine Geschichte. - Kleidung und Accessoires:
Wähle Kleidung und Accessoires, die deine Persönlichkeit und Stimmung widerspiegeln. Achte darauf, dass die Farben und Muster gut harmonieren und nicht vom Hauptmotiv ablenken. - Betrachte die Perspektive:
Spiele mit verschiedenen Perspektiven, indem du die Kamera auf Augenhöhe, von oben oder von unten positionierst. Jede Perspektive kann unterschiedliche Aspekte deiner Persönlichkeit hervorheben. - Nachbearbeitung:
Verwende Bildbearbeitungssoftware, um die Farben, Helligkeit und Kontraste zu optimieren. Sei jedoch vorsichtig, nicht zu viel zu bearbeiten, um die Authentizität deiner Fotos zu bewahren. - Sei geduldig und experimentiere:
Autobiografische Fotografie erfordert Zeit und Geduld. Experimentiere mit verschiedenen Kameraeinstellungen und Techniken, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Hab keine Angst, Fehler zu machen und daraus zu lernen.
Indem du diese Tipps beherzigst, kannst du sicherstellen, dass deine autobiografischen Fotos nicht nur technisch gut sind, sondern auch die gewünschte emotionale und künstlerische Wirkung erzielen.
Buchtipps für die autobiografische Fotografie
Zusammengefasst: Autobiografische Fotografie ist mehr als nur das Festhalten von Bildern; es ist ein Weg, deinen persönlichen Lebensweg zu erkunden und zu teilen. Es ist eine kraftvolle Methode, um Selbstverständnis zu fördern und Erinnerungen für die Zukunft zu bewahren.
Business-Fotograf | Autor | Fototrainer
Ich liebe die Fotografie und darüber zu schreiben – und das mache ich auf diesem Fotoblog seit 2015 und gelegentlich als Gastautor mit Beiträgen in c’t Fotografie, fotoforum, DigitalPHOTO. Zudem gebe ich Fotokurse, schreibe Fotografie-Ratgeber und arbeite als selbstständiger Business-Fotograf in Berlin und deutschlandweit.
Hallo aus dem Niederrhein, wie ich finde ein super Artikel und viel interessante Aspekte die man mit berücksichtigen sollte. Ich selber fotografiere nun auch schon eine Weile im Bereich Portrait und wie ich und meine Kunden finden mit super Ergebnissen. Wer mal vorbei schauen möchte findet mein Portfolio bei instagram unter @enjoy_the_Moment_03
Ich werde diesen Blog weiter verfolgen und lesen.
Mfg Mike
Das ist wieder ein sehr interessanter, inspirierender Beitrag. Danke für die guten Tipps.
Herzlichst Christine