Portraitfotografie lernen: 5 einfache Portraitfotografie Tipps für dein persönliches Portrait

Portrait Fotografieren - Tipps

Suchst du Portraitfotografie Tipps? Perfekt, denn hier habe ich dir meine ultimativen Tipps zum Gesichter fotografieren und Portraitfotografie lernen aufgeschrieben. In letzter Zeit habe ich immer mehr Spaß ein persönliches Portrait zu fotografieren. So wirken deinen Aufnahmen noch authentischer und das macht jedes Porträt zu etwas Besonderem. Aber schreibt man nicht eigentlich Portraitfotografie also Portrait mit „ai“? Dazu unten ebenfalls mehr!

Portraitfotografie für Einsteiger

Zu allererst: Es macht mir Spaß Gesichter zu fotografieren, mit meinem Gegenüber in zu sprechen, ihre Geschichten zu erfahren und dabei zu versuchen die Persönlichkeit auf das Foto zu bekommen. Posen mag ich nicht sonderlich, denn meine Portraits sollen authentisch sein. Klar, wenn die Atmosphäre stimmt und man ein spannendes Model hat, dann geht das auch 🙂 Aber darum soll es hier nicht so viel gehen. Hier zeige ich dir ein paar meiner liebsten Portrait Fotos, die ich in den letzten Monaten fotografiert habe und verrate dir hinzu ein paar Portraitfotografie Tipps und Tricks für deine Shootings. Hier findest du zudem ein ausführliches Tutorial zum Thema Portraitfotografie lernen.

Portraitfotografie Tipp: Mache aus dem klassischen Portrait etwas besonderes

Diese Tipps helfen dir aus einem klassischen Portrait etwas besonderes zu machen. Ich habe kürzlich eine Überschrift gelesen: Portraitfotografie kann jeder. Im Grundsatz korrekt. Jedoch kommen natürlich noch eine Menge weitere Tricks und Kniffe für tolle hinzu, die nicht nur zum Thema Portraitfotografie lernen gehören.

Portraitfotografie Beleuchtung

Vorab ist es wichtig dich mit dem Thema Licht zu beschäftigen. Das ist ein Schlüssel auf deinem Weg zum Portraitfotografie lernen und einer der Portraitfotografie Tipps. Dafür habe ich auch noch ein paar ganz tolle Tipps zum Thema „Das Licht lesen lernen„. Wie sollte dein Model zum Licht sich wenden und welches Licht macht dein Portraitfotos besonders spannend? Diese und viele weitere Tipps kannst du dir übrigens als eBook runterladen. Den Link dafür findest du ganz unten bei der kostenlosen Newsletter-Anmeldung.

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Ich fotografiere gerne Portraits und nutze dafür fast ausschließlich meine Spiegelreflexkamera und eine Festbrennweite. Hier fotografiere ich das Model mit einer Brennweite von 200 mm für einen tollen Farbverlauf und Unschärfe im Hintergrund.

Nun aber lass und starten mit dem Abenteuer Portraitfotografie:

1. Portraitfotografie Tipp: Gehe nah ran an dein Portraitmotiv

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Portraitfotografie Tipp: Für ein gutes Portrait musst du im Shooting auch mal nah ran gehen.

Es gibt tolle Zoom-Objektive mit faszinierenden Brennweiten. Doch fotografiere ich in der Regel mit einer 85 mm oder 50 mm Festbrennweite und gehe sehr nah ran. Hinzu wähle ich eine große Blende von f/4 oder f/2. Wichtig ist, dass du darauf achtest beide Augen scharf zu haben. Solltest du nur eines im Schärfe-Bereich haben wollen, so sollte dieses zumindest das vordere (in Entfernung zur Kamera) sein. Zudem gehe ich sehr nah ran. Das schafft eine tolle Nähe in deinen Portrait Fotos.

Überlege nach der Kontrolle der ersten Aufnahme immer, wie sich diese verbessern ließe. Durch einen ruhigeren Hintergrund, eine andere Perspektive oder einen neue Pose? Probiere es aus!

2. Portraitfotografie Tipp: Sei locker und rede mit deinem Gegenüber

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Portraitfotografie Tipp: Einfach reden, fragen und auch schön viel Spaß haben. Dann dauert es nicht lang und all die Schüchternheit ist weg!

Gerade wenn dein Gegenüber und du euch noch nicht so gut kennt – du noch sehr im Portraitfotografie lernen-Modus bist, so mache aber nicht den Fehler und verstecke dich beim Shooting schweigend hinter deiner Kamera. Reden ist alles! Es gibt so viel, was du fragen kannst. Sobald dein Gegenüber die Scheu verliert und locker wird, werden die Fotos auch automatisch viel entspannter. Das erfordert einige Übung, gerade wenn du noch viel einstellen willst oder irgend etwas nicht funktioniert. Nur nicht die Nerven verlieren. Lass doch dein Portrait Partner teilhaben und erzähle was du gerade machst. Denn dann werden es noch natürlichere Portraitfotos. Das nutze ich gerade im Bereich Business Portrait sehr gerne.

3. Portraitfotografie Tipp: Beweg dich und wechsele den Standpunkt beim Portraitfoto

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Portraitfotografie Tipp: Mal nicht in die Kamera zu schauen kann eine schöne Auflockerung sein

Du hast alles schön aufgebaut und merkst „äh, nee, so funktioniert das nicht„. Dann schließe ich den Kabel- oder Fernauslöser an und bewege mich im Raum. Mein Gegenüber folgt mir, wir unterhalten uns und ich fotografiere einfach weiter. Spannend, was dabei für Fotos raus kommen!

4. Portraitfotografie Tipp: Beachte die Drittel-Regel – auch in der Portraitfotografie

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Achte auch auf die Komposition. Natürlich ist das Gesicht und die Augen das Highlight, doch ist es noch spannender, wenn du dabei die Drittelregel im Kopf behältst

Klar, dein Gegenüber ist das Hauptmotiv. Doch platziere das Gesicht nicht immer in der Fotomitte sondern denke an die gute alte Drittelregel. Hier auch noch ein paar Tipps für eine gute Bildkomposition.

5. Portraitfotografie lernen: Achte auf das Funkeln in der Augen

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Portraitfotografie Tipp: Das Funkeln in den Augen schafft Lebendigkeit: Das Catch Light

Im Portrait geht es oft um das Funkeln in den Augen. Das nennt sich catch light und wird in der Regel durch die Reflexion der Lichtquelle in den Augen der fotografierten Person erzeugt. Dafür kannst du verschiedene Tricks anwenden. Du kannst zum Beispiel mit einem Blitz arbeiten, jedoch diesen nicht direkt auf die Person richten. Dieses Foto habe ich mit einer Softbox von links oben sowie einer Lichtquelle gegenüber der Person fotografiert. Das ergab eine schöne Lichtmischung. Aber auch Fenster oder ähnliches erzeugen schöne catch lights und faszinieren den Betrachter, denn sie geben einen lebendigen Look.

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Portraitfotografie Tipp: Portraits müssen nicht im Studio fotografiert werden. Es macht Spaß die Person bei ihrer Lieblingsbeschäftigung zu fotografieren!

Was bedeutet Portraitfotografie (oder anders geschrieben) Porträtfotografie im geschichtlichen Sinne?

Die Porträtfotografie wurde (und wird) häufig zur Anfertigung von Steckbriefen und Passbildern verwendet. Zur Herleitung zitiere ich mal Wikipedia: „Als Porträtfotografie bezeichnet man ein fotografisches Genre, bei dem Porträts von Lebewesen angefertigt werden; Motive sind meist Menschen, häufig werden auch Tierporträts erstellt. Ziel der künstlerischen Porträtfotografie ist meist das fotografische Herausarbeiten des charakteristischen Wesens des Motivs.

Wie schreibt man Porträtfotografie oder Portraitfotografie?

Porträt ist ein Fremdwort und steht für die »Darstellung, Bildnis eines Menschen« (in Kunst, Musik, Literatur, Film) und wurde im 17. Jahrhundert dem bedeutungsgleichen französischen Wort portrait entnommen. Daher auch die Schreibweise Portraitfotografie, die jedoch mittlerweile als veraltet und auch als nicht mehr korrekt gilt. Klar, das dazugehörige Verb ist porträtieren.


Typischen Fehler der Portraitfotografie

Am Anfang auf dem Weg zum Portraitfotografie lernen habe ich immer wieder Fehler gemacht. Mal waren die Augen unscharf, dann habe ich mit Weitwinkel fotografiert und hatte zu viel drauf. Oder ich habe nicht auf den Hintergrund geachtet, war zu weit weg oder was auch immer. Aber es ist Übungssache. Auch in punkto Licht und Schatten (gerade der Schatten der Nase zum Beispiel) bedarf einiger Übung.

  • Kontrolliere die Schärfe nach dem ersten Foto.
  • Gib deinem Gegenüber Feedback und lobe viel!
  • Grundsätzlich: Rede mit deinem Gegenüber.
  • Überlege dir ein paar tolle Fotoshooting Ideen für dein Portrait Shooting.
  • Lass deinen Gegenüber teilhaben – (auch bei Problemen mit der Technik zum Beispiel).

Wie geht es dir beim Portrait Fotos machen? Worauf achtest du? Was macht deine Portraits besonders?


Ausrüstung für die Portraitfotografie – Objektive und Brennweiten

Welche Ausrüstung nutze ich für meine Portraitfotografie? Es kommt drauf an muss ich hier sagen. Ob du also mit einer Spiegelreflexkamera mit oder mit einer Systemkamera fotografierst, ist erst einmal nicht so relevant. Auch Lichtformer und oder Studioblitz würde ich erst einmal beiseite lassen. Für Anfänger und Einsteiger in die Portratfotografie reicht die Kamera, ein gutes Objektiv und vor allem die Begeisterung Menschen und Gesichter zu fotografieren.

portraitfotografie lernen
Spannend finde ich Portraitfotos im Umfeld des Portraitierten, wie hier im Gewächshaus.

Portraitfotografie Objektiv Tipp und die beste Brennweite für Portraits

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Portraitfotografie Tipp: Welches ist die beste Brennweite für Portraits? Hier die Wirkung von 24mm, 50mm und 85mm im Vergleich.
Mein Favorit für meine Portraitfotografie: Das Canon Porträtobjektiv EF 85mm F1.8

Gerade in der Wahl der richtigen Brennweite liegt oft ein Geheimnis in der spannenden Bildwirkung. Hier einmal für dich zum Vergleich drei sehr unterschiedliche Brennweiten – 24mm (Weitwinkel), 50mm (Normal Brennweite) und 85mm (leichter Zoom/Tele).

Mein Favorit ist das 85mm Objektiv, denn da ist die Kompression perfekt für den Portraiteffekt, den ich am liebsten mag. Ich fotografiere daher sehr gerne sowohl mit meiner 50mm Festbrennweite (Canon Objektiv EF 50mm Brennweite F1.8) sowie meiner 85mm Festbrennweite.


Welche Blende für das perfekte Portraitfoto

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Portraitfotografie Tipp: Welche Blende und Einstellung ist die richtige für mein Portrait?

Welche Blende ist die beste für die Wirkung meines Portraits? In Bild A ist es ein kleiner Blendenwert (f8-f16), Bild B ein mittlerer Blendenwert (f5,6) und Bild C hat für mich die optimale Wirkung mit einer Offenblende (bei f2-4). Die offene Blende gibt deinem Foto diesen schöne Unschärfe im Hintergrund und trennt das Motiv vom Hintergrund. Das zieht die Aufmerksamkeit perfekt auf dein Hauptmotiv.


Portraitfotografie lernen - Tipps für tolle Motive
Portraits in Räumen mache ich mit Offenblende bei natürlichem Licht. Die Wirkung ist super, es kommt viel Licht in die Kamera, der Hintergrund ist unscharf und der ISO-Wert niedrig und rauschfrei.
ISO 100 | 85 mm | f2 | 1/125 s

Die besten Portrait Fotografen der Welt

Welche großen Fotografen Meister gibt es eigentlich, von den wir alle noch richtig viel lernen können? Dazu habe ich dir hier einfach mal einige meiner favorisierten Fotografen im Bereich Portraits und Portraitfotografie aufgeschrieben. Zu vielen findest du auch tolle Portraitfotografie Bücher. Einfach mal recherchieren. Die haben auch jede Menge Portraitfotografie Tipps für dich bereit.

Steve McCurry mit einem der bekanntesten Portraits der Welt


Annie Leibovitz

Annie Leibovitz ist großartig. Es gibt auch tolle Tutorials von ihr. Sie arbeitete lange als Fotografin für das Rolling Stone Magazin sowie das Vanity Fair Magazin. Sie gilt – auch für mich – als eine der besten Portraitfotografen Amerikas.


Richard Avedon


Blende, Brennweite, mm & Co: Meine Kamera Einstellung bei Portraits

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Die Blende befindet sich in deinem Objektiv. ISO 100 / 70 mm / f/4,5 / 1/50s

Immer wieder werde ich gefragt mit welchem Objektiv ich denn am liebsten Portraits fotografiere. Was ist meine favorisierte Brennweite in Millimetern (mm) und so weiter. Denn damit lenke ich auch das Auge des Betrachters.

85mm oder 50 mm für meine liebsten Portraits

Dieses high-key Foto habe ich Fotografiert mit ISO 100, 85mm, 1/125s und Blende 4,5
Dieses high-key Foto habe ich Fotografiert mit ISO 100, 85mm, 1/125s und Blende 4,5.

Ich empfehle ein Objektiv mit einem leichten Tele-Effekt wie zum Beispiel meinem 85mm Objektiv von Canon. Damit fotografiere ich am meisten, wenn ich Portraits mache.

Offenblende für die Portion Unschärfe im Hintergrund

Fotografiert mit meinem 85mm Objektiv und einer 2,2 Blende (nicht ganz offen – aber fast Offenblende).

Ich wähle in der Regel immer die Offenblende (also die größtmögliche Öffnung meiner Blende) oder fast ganz offen. So kommt eine tolle Unschärfe im Foto zustande. Warum nicht ganz offen? Da wird es mir dann manchmal es etwas zu wackelig, um den eigentlichen Fokuspunkt (hier beide Augen) auch wirklich ganz scharf zu haben. Bei so einem kleinen Fokus ist das tolle, das der Betrachter toll ins Foto gezogen wird.


Noch mehr Tipps zur Portraitfotografie

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Die besten Tipps für tolle Portraitfotografie

Hier findest du noch mehr Tipps zur Portraitfotografie.


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Wie gestalte ich ein aussagekräftiges Porträtfoto: Workshop Ergebnisse

Portrait-Fotografie-Tipps

Ein gutes Porträt lädt zum Betrachten ein. Ich will mehr über den Charakter erfahren. Die Augen und die Linien im Gesicht erzählen eine Geschichte. Doch wie kann ich das aufs Foto bringen? Was für Portrait Fotografie Tipps sind wichtig?

Das Porträtfoto: Gesichter, die Geschichten erzählen

Genau das war das Thema des Foto Workshops im Rahmen der Fotowoche in Zingst, den ich letzte Woche besucht habe (übrigens sind die Fotowochen in Zingst immer Ende Mai – der absolute Tipp für Fotofans!). Schon das zweite Mal innerhalb weniger Wochen, dass ich mich bei einem Porträtfotografie Workshop angemeldet habe. Es ist faszinierend Gesichter zu fotografieren von Menschen, die ich vielleicht nur für einen Moment vor der Kamera habe. Wie inszenieren sie sich? Fühlen sie sich wohl? Wie bekomme ich sie dazu, dass sie sich wohl fühlen, mir ihr Gesicht zeigen.

Der Referent Christoph Künne, Chefredakteur des Fotomagazins DOCMA, teilte die Porträtfotografie zu Beginn in vier Themenbereiche auf: Erinnerung, Forschung, Stilisierung und Setting. Nach diesen Themen sollten wir Porträts fotografieren unserer Workshop-Teilnehmer. Das war sehr spannend. Schließlich kannten wir die anderen Teilnehmer nicht. Wie sieht jeder den anderen? Wie inszeniert jeder das Porträt? Wie gefällt es dem porträtierten „Fotomodel“?

Was braucht ein gutes Porträtfoto?

Künne betonte, dass zudem die Reduzierung eine wichtige Rolle im Porträt spielt. Was kann raus? Was lenkt vom Motiv ab? Welches Licht wähle ich: Kunstlicht, Kerzenlicht, hartes Licht, weiches Licht, Sonnenlicht, Mischlicht? Was für ein Objektiv nutze ich? Ein Teleobjektiv zieht beispielsweise die Staffelung zusammen? Eine kleine Brennweite betont oft etwas unvorteilhaft.

Ich habe mich in meinen Porträts für meine Canon EF 50mm 1:1.8 Festbrennweite entschieden. Zu Anfang musste ich mich wieder etwas an die eingeschränkte Wahl des Winkels gewöhnen. Doch nachdem das überwunden war, machte es wieder total Spaß mit der Festbrennweite die Porträtfotos zu machen.

Hier meinen Ergebnisse:

Das aussagekräftige Porträt: Forschung: Mit FestbrennweiteDas forschende Porträt: Ein Gesicht erzählt eine Geschichte

 

Das aussagekräftige Porträt: Forschung: Mit FestbrennweiteSehr reduziert auf die Gesichtszüge: Nichts lenkt ab vom Gesicht

 

Das aussagekräftige Porträt: Setting in das passende Umfeld: Mit FestbrennweiteDas Porträt-Setting: Eine Person gebettet in das Umfeld

 

Workshop PorträtfotografieMein Versuch der Stilisierung bekommt fast eine filmische Darstellung

Die Nachbearbeitung des Fotos

Sehr spannend war zudem das anschließende Betrachten der Bilder sowie die Portrait Fotografie Tipps des Referenten Christoph Künne zum Thema der Fotonachbearbeitung. Wir haben die Fotos in Lightroom bearbeitet. Dabei ging es im wesentlichen um die Kontraste, Farbanpassungen oder auch die Umwandlung in Schwarz/Weiss, was dem Porträt oft noch einen zusätzlichen Ausdruck gibt.

Natürlich ist es für Künne als Fotobearbeitungs-Freak ein echtes Heimspiel, schließlich ist das auch eines der Kernthemen der Zeitschrift DOCMA. Doch macht es Spaß diese Kniffe einmal aus erster Hand zu bekommen.

Angelika Trabert: Porträtfoto einer Goldmedaillengewinnerin

Angelika Trabert Gestüt Bonhomme Deutsche Meisterschaft Para-Dressur

Von 19. bis 22. Juni fanden auf dem Gestüt Bonhomme die Deutschen Meisterschaften der Para-Dressurreiter statt. Ich hatte an dem Wochenende die Gelegenheit ein Foto von der Titelverteidigerin und Gewinnerin der Goldmedaille Dr. Angelika Trabert sowie ihrem Pferd Ariva-Avanti zu fotografieren. Für mich mal wieder eine schöne Übung, um mich in der Porträtfotografie zu üben und das „erzählende Porträt“ zu üben.

Aber es war ein dankbares Porträt, schließlich gab es allen Grund zur Freude, denn für Angelika reiht sich diese Goldmedaille nun in ihre Sammlung, die schon aus rund 20 Medaillen von Welt- und Europameisterschaften sowie Paralympics besteht ein. Mehr zu der Ausnahmesportlerin Angelika Trabert findet ihr auf ihrer Webseite.

Angelika Trabert Gestüt Bonhomme Deutsche Meisterschaft Para-Dressur

Schwarzweiß lässt mich in Licht und Schatten denken – Fotograf Christoph Boecken im Interview

Interview mit Fotograf Christoph Boecken - Jeriko

Fotograf, Blogger und Softwareentwickler Christoph Boecken
Fotograf, Blogger und Softwareentwickler Christoph Boecken

Christoph Boecken liebt alte Filmkameras. In seinem Regal befinden sich Klassiker wie die Zenza Bronica SQ-Ai, die Mamiya RB67 Pro SD oder auch die Pentax 6×7. Christoph lebt in Berlin und arbeitet als selbstständiger Softwareentwickler. Zudem betreibt er den Foto-Blog Jeriko.

So bin ich auch auf Christoph aufmerksam geworden. Da ich seine Art der minimalistischen, reduzierten Schwarzweiß-Fotografie sehr beeindrucken finde, habe ich ihm ein paar Fragen zu seiner Art zu fotografieren gestellt.

1. Wie bist Du zur Fotografie gekommen?

2008 oder 2009 fing ich verstärkt an, Fotografen auf meinem Blog Jeriko vorzustellen und mich mit der Thematik ein bisschen auseinanderzusetzen. Hinzu kam, dass Freunde von mir tolle Fotos machten und damit dem Wesen „Fotograf“ ein Gesicht gaben.

Da dachte ich mir, das kannst du vielleicht auch. Bei einem Online-Marktplatz kaufte ich eine gebrauchte Einsteiger-DSLR und probierte mich aus. Das war vor fünf Jahren, die Fotografie ist seit dem zu einem wichtigen Bestandteil in meinem Leben geworden.

Interview mit Fotograf Christoph Boecken - Jeriko

Meine Kameras sind langsam, meine Shootings bedacht und ruhig, wir reden währenddessen sehr viel, machen in drei, vier Stunden vielleicht fünfzig Fotos.

2. Mit welchem Equipment (Kamera, Objektive, Stativ, Filter …) fotografierst Du Deine Porträts hauptsächlich?

Pentax 6x7 Mittelformatkamera (Foto Wikipedia)
Pentax 6×7 Mittelformat (Foto: Wikipedia)

Ich habe immer eine Pentax 6×7 Mittelformatkamera dabei, daneben greife ich dann aber noch in den Schrank und ziehe ein oder zwei weitere Kameras heraus, auf die ich gerade Lust habe. Ich habe nicht gezählt, hier müssten sich aber etwa ein Dutzend Kameras befinden…

An der Pentax 6×7 befindet sich zum allergrößten Teil das 105mm f/2.4 Standardobjektiv, nur wenn es mal eng wird greife ich zum 55mm f/4 Weitwinkel. Das war es eigentlich schon, ich benutze für Portraits weder ein Stativ noch irgendwelche Filter.

3. Kannst Du Dich noch an das erste Foto erinnern, das Du fotografiert hast?

Nein. Und wahrscheinlich wäre es auch kein erinnerungswürdiges Foto.

„Schwarzweißfotografie lädt zum Experimentieren ein.“

4. Deine Schwerpunkt liegt im Bereich Schwarzweiß-Porträt. Gibt es dafür spezielle Gründe bzw. welchen Reiz übt dieser Bereich auf Dich aus?

Interview mit Fotograf Christoph Boecken - Jeriko

Farbe lenkt für mich ab bzw. gibt dem Foto ein weiteres Element, dass ich nur schwer kontrollieren kann. Schwarzweiß lässt mich in Licht und Schatten denken, es ist wesentlich einfacher für mich, mir das Foto bereits im Kopf vorzustellen – auch wenn mir meine Augen da manchmal gerne einen Strich durch die Rechnung machen.

Bei der Fotografie mit Film kommen auch noch die Möglichkeiten dazu. Es gibt sehr unterschiedliche Filme, die das Bild unterschiedlich aufnehmen, dazu verschiedene Entwickler, die ebenfalls einen großen Einfluss auf das fertige Foto haben, und dann gibt es ja auch noch den Papierabzug… Schwarzweißfotografie lädt auch stark zum Experimentieren ein.

Und Portraits? Die Interaktion mit der Person vor der Kamera. Meine Kameras sind langsam, meine Shootings bedacht und ruhig, wir reden währenddessen sehr viel, machen in drei, vier Stunden vielleicht fünfzig Fotos. Es geht mir auch sehr stark um diese Interaktion, die Fotos sind tatsächlich zweitrangig.

5. Wie würdest Du Deinen fotografischen Stil beschreiben?

Unaufgeregt.

6. Was zeichnet Deiner Meinung nach ein tolles Foto aus?

Das kann ich wirklich nicht sagen. Wahrscheinlich hätte man hier gerne eine Antwort wie „ein Portrait muss eine Geschichte erzählen“ oder dergleichen, aber ganz ehrlich, ich weiss nicht warum mich Foto X kalt lässt, während mich Foto Y zu begeistern weiss.

Interview mit Fotograf Christoph Boecken - Jeriko

„… ich kann nicht 30 Fotos bei einer Szene machen und mir dann das Beste aussuchen.“

7. Spielt der Zufall bei Deinen Arbeiten eine große Rolle oder ist vieles geplant?

Shootings an sich plane ich nicht, da ich ja meist kein Thema oder ähnliches habe. Höchstens sorge ich dafür, dass Fotografieren überhaupt möglich , also genügend Licht vorhanden ist, der Rest ergibt sich dann während des Shootings.

Die Fotos an sich sind aber alle „gestellt“, da überlasse ich nur wenig dem Zufall, einfach aus dem Grund dass es mit der Fotografie auf Film nicht anders geht: ich kann nicht 30 Fotos bei einer Szene machen und mir dann das Beste aussuchen.

Interview mit Fotograf Christoph Boecken - Jeriko8. Wie empfindest Du die technische Entwicklung in den letzten Jahren?

Verfolge ich nur am am Rand, da ich ja nicht digital fotografiere, kann ich also nicht so viel zu sagen. Beeindruckt hat mich allerdings der Aufstieg von Sony, die vieles einfach ausprobieren, selbst wenn es absolute Nischenprodukte sind.

9. Was sind die meist gestellten Fragen in Deinen Shootings?

Gute Frage, weiss ich ehrlich gesagt gar nicht so genau. Ich treffe mich meistens mit den Leuten zu einem Vorgespräch und erzähle so ein bisschen den Ablauf, und während des Shootings führe ich ja meistens. Ich glaube da ergeben sich Fragen gar nicht so direkt.

10. Was sind Deine meist genutzten Kameraeinstellungen im Hinblick auf Blende, ISO und Belichtungszeit?

Wenns geht Blende 4 bei 1/60s, das ist so der Sweet Spot beim 105mm Objektiv. ISO… nun ja, kommt auf den Film an. Kodak Tri-X belichte ich normalerweise mit ISO 800, wenns wirklich dunkel ist auch mal mit ISO 1600. Fujis Neopan bleibt bei seiner Nennempfindlichkeit von ISO 100, und wenn ich alle Jubeljahre mal einen Diafilm einlege habe ich sowieso keine andere Wahl als mich an die Vorgabe zu halten, da sonst sofort Farbverschiebungen drohen.

11. Welche Rolle spielt die Bearbeitung und womit bearbeitest Du Deine Fotos im Nachhinein?

Keine große Rolle, ich versuche ja bereits während des Fotografierens bzw. beim Entwickeln der Filme den gewünschten Look hinzukriegen, was mir meist auch ganz gut gelingt. Außer Kontraste hier und da ein bisschen anziehen oder ggf. die Belichtung ein bisschen zu korrigieren mache ich nicht viel.

12. Wer sind Deine fotografischen Vorbilder?

Jan Scholz macht großartige Fotos, kann man nicht anders sagen. Ryan Muirhead bewundere ich neben seinen Fotos für seine Einstellung zu eigentlich allem, ein grundsympathischer Mensch. Kürzlich stieß ich auf Steve Stanton, der fantastische Portraits von Kindern machte, eine Art der Fotografie, die mich sonst überhaupt nicht interessiert. Sonst folge ich sehr vielen Menschen bei Flickr, die mich mit ihrer Fotografie jeden Tag aufs neue beeindrucken.

“ Ich habe mich viel zu lange in meiner Komfortzone bewegt und mich nicht heraus getraut …“

13. Im Hinblick auf fotografieren lernen: Was hättest Du gerne damals gewusst?

Dass man Dinge einfach probieren muss, völlig egal ob man damit auf die Schnauze fällt oder nicht. Ich habe mich viel zu lange in meiner Komfortzone bewegt und mich nicht heraus getraut, rückblickend hätte ich mit Portraits schon viel früher anfangen sollen.

Interview mit Fotograf Christoph Boecken - Jeriko

14. Hast Du ein Foto, auf das Du besonders stolz bist?

Ja, aber es existiert nur noch in meinem Kopf: das erste Portrait, dass ich von einer mir völlig fremden Person gemacht habe, die ich einfach auf der Straße angesprochen habe. Ich war furchtbar aufgeregt, hatte regelrecht Angst, das Foto selbst ist bestimmt auch kein Highlight gewesen, aber darum ging es mir an dem Tag nicht: ich hab einen Schritt aus meiner Komfortzone gewagt, das war so viel wichtiger als jedes Foto. Der Film war allerdings über 10 Jahre alt, nach dem Entwickeln war darauf nichts mehr zu sehen. Behalten habe ich ihn trotzdem.

15. Was sind Deine nächsten Herausforderungen, auf die Du dich besonders freust?

Einfach besser bei Portraits werden. Mich vielleicht doch mal in Akt probieren, das ist noch mal ein ganz anderes Level, wenn es nicht billig werden soll.

Interview mit Fotograf Christoph Boecken - Jeriko


Christoph Boecken im Internet:

Website: christophboecken.de

Flickr: flickr.com/photos/chrisjeriko

FB: facebook.com/christophboecken.de

Instagram: instagram.com/jeriko

Fotos: (c) Christoph Boecken

Bild des Tages: Gartenliebhaber

Schwarzweiss Porträt: Gartenliebhaber

 

Mein heutiges Bild des Tages trägt den Titel „Gartenliebhaber“. Ich habe versucht es als eingebettetes Porträt zu gestalten. Es zeigt einen lieben Menschen, der eine ganz große Leidenschaft hat: Den eigenen Garten. Sein Tag beginnt kurz vor Sonnenaufgang, denn da ist die Erde noch kühl. Das ist gut zum gießen der Pflanzen. Da können diese das Wasser besser aufnehmen. Gepflanzt werden Kartoffeln, Tomaten, Gurken und vieles mehr, was im heimischen Garten zuhause ist.

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Das Bild ist fotografiert im Gewächshaus, wo die Tomaten und Gurken angepflanzt sind. Es war nicht ganz einfach, denn es war sehr sonnig und viele Reflexionen kamen durch die Scheiben zustande. Zudem steht er auch nicht allzu häufig Model und hatte auch kein wirkliches Interesse fotografiert zu werden. Doch genau das macht den Reiz des Bildes aus: Es zeigt einem Menschen mit Leidenschaft für sein Hobby – die Gartenarbeit.

 

Porträtfotografie: Fotoworkshop mit Brendan de Clercq

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Gestern hatte ich die Gelegenheit, an einem Fotoworkshop mit dem holländischen Fotografen Brendan de Clercq teilnehmen zu dürfen. Die Foto-Location war der Photography Playground in den Opernwerkstätten.

Brendan hat eine Einführung in seine Porträtfotografie gegeben. Er sagte, es sei wichtig, den Moment zu erwischen, wenn die fotografierte Person ihre Persönlichkeit zum Ausdruck bringt. Schwierig, wenn man zum Start mehr mit der Kamera beschäftigt ist, als den Blick für die fotografierte Person hat. Aber nichts desto trotz war es eine tolle Übung. Mir war es wichtig nicht das klassische Porträt zu fotografieren, sondern eine etwas andere Perspektive zu bekommen. Zudem wollte ich alles reduzieren, was von meinem Porträt ablenken könnte. Mir sind die Augen am wichtigsten. Hierauf wollte ich mich konzentrieren.

So habe ich mich bei meinem ersten Bild für Schwarz/Weiss entschieden. Der Spiegel passt zum Thema Model und Porträt. Das zweite Motiv erinnerte mich spontan an „Like a prayer“. Ich habe mich für nur ein Licht entschieden. Das lenkt den Blick direkt auf das wesentliche.

black and white portrait girl

like a prayer - portrait girl