5 gute Gründe, warum du dir eine Festbrennweite kaufen solltest

Festbrennweite-Fotografieren-Lernen

Brauchst du eine Festbrennweite? Also früher oder später wirst du auf deinem Weg beim Fotografieren lernen definitiv auf den Begriff Festbrennweite gestoßen sein – oder? Hast du vielleicht sogar schon eine?

Ich habe mir meine erste Festbrennweite vor ungefähr einem Dreivierteljahr gekauft. Seit dem bin ich verliebt. Denn ganz ehrlich: Diese 50mm haben mir geholfen meine Fotografie enorm weiter zu entwickeln. Darum geht es unter anderem auch in meinem E-Book „10 Ideen für besser Fotos“, das ich kürzlich für dich geschrieben habe. Doch nun habe ich mir noch einmal ein paar Gründe vor Augen geführt, warum eine Festbrennweite nie wieder in meiner Fototasche fehlen darf.

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So viel Liebe für 50mm: Meine Festbrennweite

Festbrennweiten und die Kreativität: Du komponierst dein Foto

Wahrscheinlich gibt es 1000 tolle Gründe für den Kauf einer Festbrennweite. Aber der für mich entscheidende Faktor ist die Bildgestaltung. Immer wieder bin ich in meiner Bildkomposition gescheitert an dem „ich habe zu viel auf meinem Bild“. Man sagt eine 50mm Festbrennweite bilde in etwa das gleiche Sichtfeld wie das menschliche Auge ab. Das bedeutet, dass der Blick durch deinen Sucher deinem Sichtfeld entspricht. Das macht dir das fotografische Leben einfacher. Denn du kannst eben nicht zoomen. Du kannst nicht „weitwinkeln“. Es geht nicht! Wenn du mehr – oder weniger – auf deinem Bild haben möchtest, benutze deine Füße. So einfach ist das. Mir hat das sehr geholfen. Ich bin ans Motiv ran gegangen, bin auf Distanz gegangen. Ich habe erneut geschaut und viel intensiver überlegt, bevor ich den Auslöser gedrückt habe. Hier findest du weitere Gedanke zum Thema Bildgestaltung.

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Die Festbrennweite lehrt dich das Wesentliche zu fotografieren

Zoomobjektiv vs. Festbrennweite: Scharfe Bilder

Eine Festbrennweite (im englischen auch Prime Lens oder Fixed Lens) liefert dir sehr scharfe Bilder. Es gibt eine Reihe von Gründen, warum das so ist. Zum einen hat eine Festbrennweite weniger optische Elemente als das klassische Zoom-Objektiv und so kommt das Bild schärfer auf deinen Sensor.

Zudem hat ein Zoom Objektiv in der Regel immer mehr Verzeichnungen und chromatische Aberrationen. Das meint Farbsäume an kontrastreichen Kanten, vorzugsweise eher in der Nähe von Bildrändern und den Ecken des Fotos. Diese chromatischen Aberrationen entstehen je nach Objektivqualität mehr oder weniger. Und bei Zoom Objektiven eben mehr. Dazu kann ich dir den Blog Traumflieger ans Herz legen. Da kann man tolle Testberichte zu Objektiven lesen.

Festbrennweite-Portrait-Objektiv
Die Festbrennweite: Mein Portrait-Objektiv

Das 50mm-Geheimnis: Das wunderschöne Bokeh

Sobald du über Festbrennweite recherchierst, wirst du oft auch den Begriff Offenblende lesen. Denn das macht oft eine gute Festbrennweite aus: Die Möglichkeit mit einer so genannten Offenblende Fotos mit einem wundervollen Bokeh hinzubekommen. Das Bokeh bezieht sich auf die Qualität der Unschärfe in den Bereichen, die nicht im Fokus sind. Dieser verschwommene Hintergrund macht dein Foto oft zu einem Wow-Foto. Und Wow-Fotos tun uns als Fotografen doch gut – oder? Das Bokeh betont dein Hauptmotiv und du leitest den Blick des Betrachters. Mit einem Zoom Objektiv ist es nicht immer leicht ein tolles Bokeh hinzubekommen, da es dazu eben kleine Blendenwerte benötigt (hier übrigens eine kurze Auffrischung zum Thema Blende).

Festbrennweite tolles Bokeh und Lichtstärke
Eine Festbrennweite liefert ein tolles Bokeh – auch bei wenig Licht

Lichtstärke: Viel Licht für tolle Bilder

Fotografieren lernen: Die Blende
Fotografieren lernen: Die Blende, Foto: KoeppiK (Eigenes Werk), Wikimedia.

Ebenso wie durch einen kleinen Blendenwert ein tolles Bokeh erzeugt werden kann, lässt ein Objektiv mit einem kleinen Blendenwert (zum Beispiel mit einer Offenblende von f/1.8) sehr viel Licht durch. Die Lamellen der Blende sind weit geöffnet und lassen viel Licht auf den Sensor beim Auslöser drücken.

Das ist super, wenn du in ungünstigen Lichtverhältnissen fotografierst und (natürlich) ohne Blitz auskommen möchtest. Mit einem Zoom-Objektiv, welches mit einer Blende von f/5.6 oder im Zoom-Bereich sogar erst ab f/6.5 startet, wirst du bei wenig Licht Schwierigkeiten haben ein scharfes Bild hinzubekommen, ohne das über ISO (Iso zu hoch = Bild-Rauschen) oder eine lange Belichtungszeit (Belichtungszeit zu lange = Bild verwackeln) ausgleichen zu können. Mit einer Lichtstarken Festbrennweite bist du da sehr viel unabhängiger auch mal in ungünstigen Lichtsituationen zu fotografieren.

Das günstigste Objektiv: Die Festbrennweite

Wenn du dich einmal auf dem Einsteigermarkt für Festbrennweiten umschaust, wirst du erstaunt sein wie günstig eine brauchbare Festbrennweite sein kann. Meine erste Festbrennweite – die Canon 50mm Festbrennweite mit Blende f/1.8 – hat gerade mal knapp unter 100 Euro gekostet. Und ich liebe das Objektiv immer noch! Vor ein paar Monaten habe ich mir noch eine 85mm Festbrennweite hinzu gekauft. Die war schon etwas teurer, aber klar – teurer geht immer. Sobald du nach einer Festbrennweite mit f/1.4 oder f/1.2 Ausschau hältst, wirst du wie immer sehen – äh, es geht auch noch mal teurer.

Aber wenn du keine Profi-Werbefotos machen willst, brauchst du diese nicht. Ich bin mit meinen zwei Festbrennweiten von 50mm und 85mm sehr glücklich.

Hast du schon eine Festbrennweite?

Was ist dein Lieblingsobjektiv? Und warum? Ich freue mich auf deine Meinung!


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fotografieren-lernen-free-ebookWillst du mit mir zusammen Fotografieren lernen? Melde dich jetzt an und bekomme den Download-Link für mein kostenloses E-Book „Fotografieren Lernen: 10 Tricks für bessere Fotos“ direkt in dein Postfach. Hinzu bekommst du tolle Ideen zum Fotografieren lernen und tolle Orten zum Fotos machen.

PS: So schaute der letzte IG-Fotografie Newsletter aus!

Fotografieren lernen: Kostenloses iBook mit 10 Tricks für bessere Fotos

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Juhu, ich freu mich über die Veröffentlichung meines ersten E-Books im iBook Store von Apple. Das Buch ist kostenlos für dich und heißt „Fotografieren lernen: 10 Tricks für bessere Fotos„. Schaut doch mal rein.

Es geht um 10 Tricks für bessere Fotos, die du egal mit welcher Kamera sehr schnell umsetzen kannst. Hinzu findest du viele Beispiel-Bilder für deine Bildgestaltung zu Themen wie Fotos mit natürlichem Licht, der Anwendung der Drittelregel  und vieles mehr.

Ein Rahmen für dein Fotomotiv

Ein Thema in dem E-Book ist zum Beispiel der Rahmen. Überall gibt es nämlich Rahmen für dein Motiv. Ich meine nicht den klassischen Holzrahmen. Gemeint ist ein natürlicher Rahmen, der den Blick des Betrachters direkt auf dein Hauptmotiv lenken kann.

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Gebe deinen Bildern einen Rahmen

Linien führen den Blick des Betrachters

Zudem geht es um Linien. Diese sind überall. Egal ob horizontal, vertikal, diagonal oder in die Kurve gehend. Linien führen deinen Blick und du folgst ihnen.

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Nutze natürliche Linien in deinem Motiv.

 Hier findest du ein kurzes Video zu dem E-Book

Wenn du Lust hast, dann lade es dir gerne kostenlos runter!

fotografieren lernen im ibook store

 

 

 

PS: Wenn du kein iPad hast, dann ist das nicht schlimm. Schreibe mir einfach ein Mail und ich schicke es dir als Pdf zu.

 

Bildbearbeitung – Tipps und Tricks: Was dir keiner raten wird

Bildbearbeitung-Tipps-Weihnachtskekse

Es gibt hunderte Seiten und Artikel zum Thema Bildbearbeitung Tipps Tricks. Die digitale Fotobearbeitung ist schließlich die digitale Dunkelkammer. Völlig berechtigt. In jedem Beitrag wird dir erklärt, wie man die Sättigung verändert, den Tonwert anpasst oder die Kontraste anhebt. Einige Hinweise hingegen wirst du nicht finden. Dabei sind es für mich sehr wertvolle Tipps, wenn ich an die Bildbearbeitung ran gehe. Lange habe ich diese außer acht gelassen. Auch wenn ich schon einige Beiträge geschrieben zum Thema Bildbearbeitung oder dir meine liebsten Lightroom Presets vorgestellt habe.

Egal was deine Bildbearbeitungssoftware so drauf hat, wenn du dir diese etwas anderen Tipps und Tricks in der Bildbearbeitung zu Herzen nimmst, wird dir die Bildbearbeitung noch mehr Freude machen.

1. Es gibt keine „funktioniert mit jedem Bild“ Abkürzungen

In der Foto Nachbearbeitung geht es darum viel kleine Einzelschritte zum Ziel auszuführen. Das ist auch gut so. Zum Start der Bildbearbeitung nehme ich meinen Weißabgleich in der Farbtemperatur vor. Dann gleiche ich das Objektiv-Profil an. Ggf. muss ich auch das Foto etwas aufhellen oder Zuschneiden. Erst dann steige ich in die Detailbearbeitung ein. Und das kannst du meiner Meinung nach nur manuell vornehmen. Jedes Bild ist anders, jedes Foto ist einzigartig. Behandele es auch so. Klar, Presets und Stapel sind super praktisch und nehmen dir viel Arbeit ab. Doch manche Handgriffe können eben nur manuell ausgeführt werden.

2. Leg das Foto zur Seite

Foto-Nachbearbeitung
Wie viel Foto-Nachbearbeitung tut dem Bild gut?

Zeit ist ein sehr wichtiger Faktor für eine gute Foto-Nachbearbeitung. Zuerst, bevor du das Foto anfasst. Schau dir an und fühle dich in den Moment. Hast du vielleicht sogar schon vor Augen, wo du mit dem Foto (noch) hin möchtest? Ist es vielleicht schon ohne Bearbeitung wunderschön? Auch das ist erlaubt.

An so manchen Foto habe ich schon Ewigkeiten geschraubt. Ich habe immer weiter gebastelt. Dann hilft mir manchmal nur: Lass es ein wenig liegen, schau dir die Schritte an, die du vorab gemacht hast. Gib dem Foto dann erneut etwas Zeit. Betrachte es nach einer Weile und überlege, was vielleicht noch fehlt oder angepasst werden sollte. Und wenn es nicht passt, leg es zur Seite.

3. Genieße den Moment – du erschaffst etwas besonderes

Bildbearbeitung-Kaffee
Nimm dir Zeit für deine Fotobearbeitung – mach dir ’nen Kaffee.

Genauso wie der Faktor Zeit ist auch der Genuss für mich ganz wichtig. Was soll ich den genießen? Den Prozess der Foto-(Weiter)-Entwicklung. Schließlich befindest du dich bei der Nachbearbeitung ja quasi in deiner digitalen Dunkelkammer. Klar, wenn du jetzt Vollprofi bist und die Zeit im Nacken hast, dann muss es auch schnell gehen. Trotzdem kein Grund dich nicht an dem zu erfreuen, was du tust.

Wie toll ist das: Du kommst von einem Fotowalk oder einer Fotosession wieder. Dann legst du dir coole Musik auf, holst dir ’nen Kaffee, Bier oder einen Rotwein und machst Dich an die Bildbearbeitung. Schritt für Schritt wird am Ausschnitt gearbeitet, aufgehellt, Kontrast intensiviert, das richtige Motiv ausgewählt, Kollektionen zusammengestellt und was auch immer in deiner Nachbearbeitung dazu gehört. Am Computer oder Laptop ist es doch etwas ganz anderes, als mit dem Chemiegeruch der Dunkelkammer.

4. Gib den Fotos eine zweiten Blick und eine zweite Chance

Fotoshooting auf TfP Basis - Zusammenarbeit mit dem Model ist wichtig
Fotoshooting auf TfP Basis – Beide Seiten können tolle Motive überlegen und aussuchen

Ich weiß nicht wie viele Fotos im letzten Jahr auf meiner Festplatte gelandet sind. Tausende, die nur ICH gesehen habe. Geht auch keine was an! Oder?

Äh, vielleicht doch. Ich hatte vor ein paar Monaten eine Fotosession mit einem Fotomodel auf TfP Basis (TfP bedeutet „Time for Print“ in der Fotografen-Branche: Ich fotografiere und investiere Zeit und das Model bekommt dafür einige fertig bearbeitete Fotos).

Während ich anschließend mein Foto-Equipment zusammen räumte fragte sie, ob sie schon mal durch meine Fotos klicken darf. Ohhhhh… Panik – was für eine Frage. Eigentlich lasse ich niemanden meine Fotos sehen, bevor ich nicht grob vorsortiert habe. Wie ist das bei dir?

Aber im Nachgang war es super. Sie hat ganz andere Favoriten ausgesucht, als ich ausgewählt hätte. So kam es schließlich zu einer ganz tollen Mischung und Zusammenstellung, bevor ich an die Nachbearbeitung gegangen bin. Fazit: Also lass auch andere (egal ob Foto-Model, Freund, Freundin, Kollege) durch die Fotos deiner Fotosession klicken und Feedback gegeben, bevor du dich mit Deiner Bildbearbeitungssoftware einschließt.

5. Traue dich deine Regler wieder zurück zu ziehen

Es geht so schnell: Hier ist wird per Regler die Nacht zum Tag gemacht, da werden die Augen strahlend blau, wo vorher kaum eine Farbe zu sehen war und die Unebenheit war vielleicht eine Sommersprosse, die da bleiben wollte. Traue dich nach der Bearbeitung wirklich noch mal den ein oder anderen Regler wieder sanft zurück zu ziehen in der Deckkraft. So behält das Foto etwas mehr Natürlichkeit.

Nun finde deine passende Bildbearbeitungs-Software

Bildbearbeitung-Tipps-Tricks
Die Auswahl an Bildbearbeitungs-Software ist gigantisch.

Also denke daran, wenn du das nächste mal an die Bildbearbeng gehst, dann denke dran: Weniger ist mehr.

Aber vielleicht fragst Du Dich nun, welche Bildbearbeitungssoftware die richtig für dich ist. Hier kann ich nur sagen: Es kommt drauf an! Was soll deine Software für Aufgaben übernehmen. Was für Fotos willst du damit bearbeiten. Im Vorfeld ist es hilfreich dichselbst zu fragen, was du mit der Software machen möchtest.

Geht es dir „nur“ um ein paar Anpassungen in Helligkeit und Kontrast. Willst Du die Gradationskurven anpassen? Arbeitest du mit dem Histogramm? Stehst du auf HDR? Willst du eine Diashow aus deinen Bildern erstellen können. Fotografierst du in RAW und legst wert auf einen guten Weißabgleich? Sollen deine Fotos hinzu auch gut organisiert sein?

Im Internet gibt es schöne Vergleiche von Software zur Fotobearbeitung. Was kann welche Software. Kürzlich habe ich eine ganz schöne Auflistung bei Netzsieger über den Vergleich von Bildbearbeitungssoftware entdeckt. Da sind einige Klassiker in der Bildbearbeitung wie Adobe Photoshop ElementsCorelDRAW oder ähnliche aufgeführt und in den Features miteinander verglichen.  So kannst du im Vergleich der Auswahl deiner Software vorgehen. Schließlich ist die Entscheidung für eine Bildbearbeitungssoftware ja nicht eine ganz alltäglich Sache.

Wie gehst du deine Bildbearbeitung an?

Also, wie du es auch immer angehst – die Bildbearbeitung macht Spaß, braucht Zeit und ist ein ganz wichtiger Prozess in der Fotografie für mich. Womit bearbeitest du deine Bilder nach? Wie viel davon erledigt deine Software. Womit hast du gute Erfahrungen? Und wie denkst Du über das „weniger ist mehr“ bei der Bildbearbeitung?

Ich freu ich auf deine Meinung.

Es berührt mich und ich fühle es im Bauch: Street-Photographer Daniel Eliasson im Interview

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Daniel Eliasson ist ein Street-Fotograf aus dem schwedischen Göteborg. Er liebt es den Alltag der Menschen zu dokumentieren. Doch entgegen vieler angehender Street-Photographer – und auch entgegen meiner bisherigen Vorgehensweise – möchte er sogar erkannt werden und bedankt sich, nach dem er das Foto gemacht hat. Er mag es nicht die Kamera zu verstecken.

Vor einiger Zeit bin ich zufällig über die Bilder von Daniel gestolpert. Diese haben mich fasziniert. So viel Nähe und Zerbrechlichkeit liegt in ihnen. Seine Fotos sind Langzeitprojekte mit Themen wie Liebe, Einsamkeit oder auch Zeit.

Letztens hatte ich die Gelegenheit ihm ein paar Fragen zu seiner Fotografie zu stellen. Ich war erstaunt mit wie viel Respekt er bei seiner Fotografie vorgeht.

Kannst du von der Fotografie leben?

Ja, könnte ich. Aber ich habe beschlossen, dies nicht zu tun. Ich habe Bedenken, dass ich als professioneller Fotograf mich zwingen müsste bestimmte Bilder zu machen, mit denen ich Geld verdienen kann. Jetzt kann ich die Fotos machen, die ich persönlich mag ohne den Gedanken damit Geld verdienen zu müssen.

Was für ein Foto-Equipment nutzt du?

80% der Zeit fotografiere ich mit einer Canon EOS 5D MKII und einem Canon 24-70mm f/2.8 USM L Objektiv. Für dunkle Nächte und Indoor-Fotos verwende ich meine 50mm f/1.4 Festbrennweite. Auch nutze ich häufig meine Fuji X100S, je nach Stimmung. Die Fuji habe ich in der Regel immer dabei.

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Foto aus der Serie „project loneliness“, Foto (c) Daniel Eliasson

„Ich liebe es „zu nahe zu kommen“, so dass der Betrachter das Gefühl für den Moment bekommt.“

Wenn du unterwegs bist, mit welchen Einstellungen fotografierst du?

Ich bin durchweg im manuellen Modus. Als Verschlusszeit nutze ich in der Regel mindestens 1/500s, um Bewegung „einzufrieren“. Die Blende setzte je nach und die Blende je nach Laune. In der Regel f/2.8 oder f/11, je nach Situation und dem, was ich versuche, mit meinem Bild zu machen. ISO stelle ich so ein, wie es die korrekte Belichtung erfordert. Aber ich hab keine Bedenken im ISO-Wert hoch zu gehen. Gelegentlich gehe ich sogar bis zu 256 000 ISO, wenn nötig, um das Motiv einzufangen. Ich habe nichts gegen Rauschen oder sogar absichtlich Rauschen in der Nachbearbeitung hinzu zu fügen.

Wie hast du mit der Fotografie gestartet?

Ich fotografiere, seit ich Teenie bin und habe nie damit aufgehört. Vor etwa 11 Jahre kaufte ich meine erste DSLR (Canon EOS 300D) und war verliebte in die Kamera. Ich habe es vor allem für die Dokumentation des Alltags mit meinen Kindern genutzt. Auch habe ich meine ersten Gehversuche auf der Straße gemacht ohne zu wissen, das es ein Genre namens „Street Photography“ gibt.

Vor knapp 2 Jahren hatte ich erstmals den Mut meine Fotos öffentlich zu präsentieren und erhielt tolles Feedback für meine Bilder. Das hat mich sehr überrascht, da ich selbst eigentlich nie 100% zufrieden war mit meinen Bildern. Ich lerne stetig dazu beim fotografieren und versuche mich zu verbessern.

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„Scent of your hair“ aus der Serie „project love“, Foto (c) Daniel Eliasson

Wie bezeichnest du deinen fotografischen Stil?

Meine Bilder haben einen starken Fokus auf den Menschen. Ich liebe es „zu nahe zu kommen“, so dass der Betrachter das Gefühl für den Moment bekommt. Ich versuche, Emotionen wie Liebe, Depression, Einsamkeit oder Dunkelheit einzufangen. Ich mag keine glücklichen Bilder. So denke ich, haben meine Fotos immer eine gewisse traurige oder sentimentale Note.

Was macht ein Foto für dich besonders?

Ein gutes Foto trifft mich wie ein Schlag. Es berührt mich und ich fühle es im Bauch.

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Foto aus der Serie „project loneliness“, Foto (c) Daniel Eliasson

In der Streetfotografie scheint alles spontan. Kannst du ein gutes Bild planen?

Während eines Street-Shootings versuche ich den nächsten Schritt voraussehen. Ich denke nie. Stattdessen versuche ich, zu fühlen wenn das nächste Foto kommt. Ich versuche mich zu platzieren, um eine gute Bildgestaltung hinzubekommen. Ich vermeide Ablenkung im Hintergrund bevor ich auf den Auslöser drücke. Ich versuche, so lange unbemerkt zu bleiben, bis ich auf den Auslöser drücke. Jedoch ist es nach der Aufnahme fast unvermeidlich, nicht mit der Person zu sprechen, da ich so nah dran bin.

In wie weit respektierst du die Grenzen der Menschen auf der Straße?

Ich versuche nicht, meine Kamera zu verstecken und versuche immer sicherzustellen, dass die Person die ich gerade fotografiert habe auch bemerkt, dass ich sie gerade fotografiert habe. Ich schenke ihnen dann ein freundliches Lächeln, ein „Danke“ oder einen einfachen Daumen nach oben zu. Wenn sie fragen, was ich tue, gebe ich ihnen meine Visitenkarte und erkläre, was Straßenfotografie bedeutet. Wenn du mit deiner Kamera umherschleichst, gerätst du viel eher in Schwierigkeiten. Ich habe das Gefühl die Aufgabe zu haben, den Alltag auf der Straße zu dokumentieren. Sobald ich Kinder fotografiere achte ich immer darauf den Blickkontakt mit den Eltern zu haben und ein einfaches Lächeln zu bekommen oder ein Kopfnicken.

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Fotos aus der Serie „street portraits“, Fotos (c) Daniel Eliasson

Wann hast du dir deine letzte Kamera oder Fotoausrüstung gekauft?

Mein letztes Fotozubehör war Studio-Equipment für mein Fotostudio. Ich hatte 12 Objektive, habe mich aber dazu entschlossen 8 davon zu verkaufen. Also ich denke, ich habe mein GAS (Gear Acquirement Syndrome) überwunden.

Was hättest du gerne schon früher gewusst?

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Selbstportrait Daniel Eliasson, Foto (c) Daniel Eliasson

Meine Philosophie ist, dass der Klavierspieler nicht besser spielt, nur weil er sich ein anderes Klavier kauft. Besser ist es die Energie ins fotografieren lernen zu stecken, als immer neuer Ausrüstung nachzujagen. Wenn ich das früher gewusst hätte, hätte ich eine Menge Geld gespart. Also ich beschlossen habe mit einem Objektiv ein Jahr lang zu fotografieren, habe ich mehr gelernt also in 10 Jahren vorher.

Hast du ein Bild, das dich stolz macht?

Meine persönlichen Favoriten sind “The scent of your hair” und “Balloon daddy and his family”. “The scent of your hair” habe ich in der Straßenbahn Göteborg im Februar fotografiert – spät in die Nacht. Ich mag dieses sanfte Gefühl und die Zeitlosigkeit des Fotos. Dieses Foto beinhaltet alles, was ich an Straßenfotografie so liebe.

“Balloon daddy and his family” ist ein weiterer Favorit, und ich bin wirklich ein wenig stolz auf mein Timing. Ich sah die Familie auf der anderen Seite der Straße. Ich hob meine Kamera und wartete auf den richtigen Moment den Auslöser zu drücken. Ich hatte einen Schuss und es war perfekt. Der Ballon war perfekt ausgerichtet. Die Mutter war in der Mitte der Stufe, und die Kinder, die sich gegenseitig necken. Was ich mag ist, dass die Mutter und das „Gehen Zeichen“ ein tolle Wiederholung bilden, die das Foto abrunden. Ich hab es auch in Göteborg fotografiert.

Auf welche Herausforderung freust du dich?

Meine erste große Ausstellung ist vor ein paar Wochen in Göteborg gestartet. Die Eröffnung hatte mehr als 100 Besucher während 3 Stunden, weit über meiner Erwartung. Zudem habe ein paar von Veranstaltungen und Workshops geplant.

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“Balloon daddy and his family”, Foto (c) Daniel Eliasson

Mehr über Daniel findet ihr hier:

Das Ziel: Fotografieren lernen – das Fotojahr 2014

IG-Fotografie-Notizbuch

Meine erste DSLR-Kamera war eine Canon EOS 550D. Hatte mächtig viele Megapixel, einen Anschluss für ein externes Mikrofon und ich kann damit sicher so schöne Hintergrund-unscharf-Bilder machen. Das ist vier Jahre her.

Was Begriffe wie ISO-Wert (außer, dass ich auch im dunkeln fotografieren kann) oder die ganzen Buchstaben auf dem Drehrädchen neben dem grünen Kamera-Icon bewirken, hat mich damals nicht weiter interessiert. Fotografieren lernen? Quatsch! Erst mal loslegen.

Doch irgendwie stolperte ich über immer mehr Fragezeichen. Was macht denn die Blende? Und wie funktioniert die Belichtungszeit? Keine Ahnung. Irgendwann merkte ich: Ich muss ein paar Schritte zurück gehen. So selbsterklärlich ist das alles mit der Fotografie doch nicht. Daher fasste ich vor gut einem Jahr das Ziel: Ich will fotografieren lernen!

Ziel Fotografieren lernen – Startschuss für mein digitales: Mein Fotoblog ist geboren

IG-Fotografie-Notizbuch
Mein IG-Fotografie-Notizbuch: Der Startschuss

Vor einem Jahr habe ich begonnen alle Fachbegriffe, die mir über den Weg kamen, in ein kleines Notizbuch zu schreiben. Ich wollte mir alles mit einfachen Worten erklären.

Seit Mai 2014 schreibe ich alles, was mich in Richtung Ziel „Ich will fotografieren lernen“ bringt in digitaler Form auf. Der Ort dafür ist dieser Foto-Blog. Ich hab immer Respekt vor den krassen Fotobloggern, auf deren Seiten ich immer so gerne lese. Was die alles wissen.

Von Foto-Anfängern wie mir

Doch kann ich das nicht einfach umdrehen? Gibt’s nicht viele Anfänger wie mich? So habe ich gestartet über meinen Weg zum Fotografieren lernen zu bloggen. Dabei versuche ich die Fotografie in meinen Worten zu erklären. Dann verstehe ich es auch. Das betrifft Fragen wie: Was ist der ISO-Wert? Oder auch: Wie funktioniert die Blende?

Nach dem Fotoworkshop ist vor dem Fotoworkshop

brandenburg-gate-golden-night-1Das fordert mich immer wieder. Ich muss nach jedem Fotoausflug oder Fotoworkshop durch meine Bilder gehen. Das bedeutet: Bilder auswählen, nachbearbeiten, überlegen, warum dieses oder jenes Foto toll oder eben nicht gut ist. Zudem gibt es so viele tolle Anlässe zum fotografieren. So habe ich in 2014 vom Schützenfest in meinem Heimatort bis zum Punkrock-Konzert in Berlin alles fotografiert, was mir Spaß gemacht hat.

Mittlerweile habe ich in 7 Monaten über 100 Einträge verfasst. Dabei geht’s um Grundwissen zum Thema Fotografie für Anfänger, um Fotolocations in Berlin oder Fotoorte in Hamburg, Fragen an Fotografen die ich gut findeKameratests und nicht zuletzt Fotoaufgaben, die ich mir selber gestellt habe.

Ich bin nicht alleine

Was mich besonders freut: Es gibt Menschen wie dich, denen es Spaß macht das zu lesen. Danke! Du hast mir geholfen, dass mein kleiner Fotoblog bis Ende 2014 über 100.000 Seitenaufrufe und über 18.000 Besucher verzeichnet hat. Wow! Hinzu kommen mittlerweile über 750 Facebook Fans, über 850 Follower auf Google+, über 250 Instagram Freunde, 350 Follower auf Twitter und auch die ersten Follower auf Pinterest. Für eine One-Man Show doch schon mal ganz gut – oder?

Besonders habe ich mich über Mails von einigen Fans und Lesern.

So schreibt mir Bull Giebel, dass er seit Juni 2014 Hobbyfotograf ist. Er kommt aus dem Süden Berlins. Als Mentor benennt er den Fotografen Hans Zitzler. Für 2015 hat er sich gemeinsam mit seiner Tochter Joan ein Projekt namens Berlin PhotoArt vorgenommen.  Dabei geht es um Berliner Sehenswürdigkeiten und Landschaften in und um Berlin. Spannend. Ich wünsche viel Erfolg dafür und werde berichten, wie sich das Projekt entwickelt.

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Mein Bild 2014: Erste Nachtaufnahme von der Schwangeren Auster in Berlin / Foto (c) Bull Giebel

Sarah Kümpel hat mir ihr Bild 2014 geschickt. Es zeigt den Fernsehturm in Berlin. Aufgenommen wurde es von der Aussichtsplattform des Park Inn Hotels, auf der ich letztes Jahr auch ein paar Mal war. Dieses Bild symbolisiert für Sarah den persönlichen Neustart. Zum einen meint das ihren Umzug nach Berlin und zum anderen den Beginn einer neuen Beziehung. Für die Fotografie interessiert sie sich schon länger. Und im letzten Jahr hat sie sich zudem ihren Kameratraum erfüllt, eine Sony Alpha 5000. Ich wünsche dir ein tolles, fotografisches 2015, Sarah!

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Mein Bild 2014: Nachhimmel über Berlin / Foto (c) Sarah Kümpel

Thomas Hauser schreibt für den Fotoblog blickwinkel-hamburg. Eines seiner schönsten Bilder 2014 zeigt das Feuerwerk beim Kirschblütenfest an der Hamburger Außenalster. Den ganzen Tag hatte es geregnet. Zum Abend hörte es auf, die Regenwolken verzogen sich und es wurde ein toller Abend zum Fotografieren. Für 2015 hat Thomas sich vorgenommen viele Menschen mit seinen Bildern zu begeistern. Er wünscht sich noch mehr Facebook Fans. Besonders freut er sich auf zwei Ausstellungen, die er in 2015 ausrichte. Es werden Heißluftballons von der Int. Warsteiner-Montgolfiadezu sehen sein. Das ist die größte Heißluftballon Veranstaltung. Zudem plant Thomas eine Ausstellung zu seinen Bildern von Polarlichtern, welche er bei seinem Norwegenaufenthalt in 2012 fotografiert hat.

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Mein Bild 2014: Kirschblütenfest in Hamburg / Foto (c) Thomas Hauser

Was sind deine fotografischen Ziele in 2015?

Ich freue mich auf ein tolles 2015 und viele neue tolle fotografische Begebenheiten. Ich möchte meine kürzlich gekaufte Kamera besser kennenlernen. Zudem plane ich einige neue spannende Fotoworkshops zu besuchen. Aber das wichtigste: Ich will ganz viel fotografieren.

Was sind deine Ziele für 2015? Worüber hast du dich in 2014 besonders gefreut? Schreibe gerne per Kommentar oder schicke mir auch gerne dein Bild 2014 mit ein paar Worten zu dir und zu dem ausgewählten Bild.

IG-Fotografie.de Lightroom Presets kostenlos als Download

Light-Room-Presets-Kostenlos

Lightroom Presets sind toll. Diese kleinen Helferlein machen uns das Leben in der Nachbearbeitung kinderleicht. Die Fotos bekommen super schnell einen neuen Look und es ist toll damit rum zu probieren. Anbei drei meiner derzeitigen Lieblingspresets für dich als Lightroom Presets kostenlos zum Download. Viel Spaß damit!

Lightroom Preset kostenlos: Farbexplosion in der Nacht

Das Brandenburger Tor in der Nacht ist immer ein imposanter Anblick. Wenn dazu noch die Farben der Autos kommen, ist das noch besser. Die Krönung wäre, diese Farben so richtig leuchten zu lassen. Dazu habe ich mi ein kleines Lightroom Preset gebaut.

Vintage Look Lightroom Preset

Zu Kuba gehören alte Autos. Und Sonne. Naja, und am besten auch ein ausgeblichenes Foto eines Autos in der Sonne. Dazu habe ich mir ein Vintage Look Preset gebastelt.

Schwarzweiss-Look mit ordentlich Körnung

Ich liebe den Look von altem Schwarzweiß. Alles bekommt tolle Kontraste und wirkt besonders für Portraits sehr gut. Bei diesem Beispiel hätte ich sicher noch die Augen aufgehellt, doch sollte das je nach Foto selbst entschieden werden.

Matty-Shine in Sunlight

Für das Sport-Fotoshooting mit Hannah habe ich die Fotos mit einem matten Sunlight Effekt nachbearbeitet. Dazu habe ich mi ein kleines Lightroom Preset gebaut.

Lightroom Presets kostenlos zum Download

Hier findet ihr die als Zip-Datei – zum Anzeigen des Links einfach ein kleinen Like geben 🙂
1000 Dank!

Viel Spaß damit!

PS: Hier findest du übrigens noch ein paar Lightroom Presets zum Download und einen Anleitung zum Importieren eines Lightroom Preset. Wenn du zudem noch ein paar Shortcuts für Lightroom suchst, habe ich hier auch ein paar Lightroom Cheat Sheets für dich.

Become A Rockstar Photographer – Konzertfotograf Matthias Hombauer im Interview

AtariTeenageRiot-Konzertfotografie-Tipps

Mein erstes Mal Konzertfotografie hatte ich bei der schottischen Indierock-Band Mogwai. Nach etwas Bemühung bei der Plattenfirma habe ich einen Fotopass bekommen. Ich musste mich mühsam mit der Fototasche durch die Menge nach vorne schieben. Vorne angekommen, hörte ich vom 2 Meter hoch-wie-breiten Security-Mann „Three songs, no flash„.  Drei Songs? Kein Blitz? Gedränge? Wie mache ich da ein gutes Foto? Wie machen das denn die Profis der Musikfotografie?

Kürzlich hatte ich die Gelegenheit mit Matthias Hombauer zu sprechen. Matthias ist professioneller Konzertfotograf. Er fotografierte sowohl bei Stadionkonzerten wie The Rolling Stones oder Miley Cyrus, begleitete Bands wie Elvis Costello und Peter Gabriel auf ihrer Tour, porträtierte den britischen Sänger Andrew Roachford und fotografierte Bands wie The Prodigy backstage.

Wie wird man eigentlich Musikfotograf?

Matthias ist viele Tage im Jahr mit diversen Musikern auf Tour, schreibt Bücher über Musikfotografie, gibt Workshops und weiß, wie es ist Rockstars zu fotografieren. Ich habe ihm ein paar Fragen zu seiner Konzertfotografie, seiner Kameraeinstellung und seinem Equipment gestellt. Hier findest du wertvolle Tipps für Musikfotografie und erfährst mehr über Kameraeinstellungen beim Konzerte fotografieren.

The Prodigy, Backstage. Foto Musikfotograf Matthias Hombauer
„Ich hatte bei The Prodigy nur 30 Sekunden Zeit um das Gruppenfoto zu realisieren. Das kann mit unter schon sehr stressig sein“ / The Prodigy, Backstage. Foto (c) Matthias Hombauer

Wie bist Du zur Fotografie gekommen?

Angefangen hat alles mit einer Lomo Compact Automatic (LCA), einer alten russischen analogen 35mm Kamera. Die erste Spiegelreflex Kamera habe ich mir auf einer Reise nach Hongkong gekauft. Mit dieser habe ich die ersten Erfahrungen in der digitalen Fotografiewelt gesammelt.

Wie ist es eine Band wie The Prodigy Backstage zu fotografieren?

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Musikfotograf Matthias Hombauer. Foto (c) Matthias Hombauer

Wenn man direkt mit Bands zusammenarbeitet ist das schon etwas ganz besonderes. Man wird für einen Abend Teil dieser Band und hat die Möglichkeit exlusive Fotos zu schießen. Durch Zeitmangel kann es jedoch vorkommen, daß ein Backstage-Fotoshooting sehr spontan umgesetzt werden muß. Zum Beispiel hatte ich bei The Prodigy nur 30 Sekunden Zeit um das Gruppenfoto zu realisieren. Das kann mit unter schon sehr stressig sein.

Mit welchem Equipment fotografierst Du bei Konzerten hauptsächlich?

Ich arbeite mit einer Nikon D700 und D800 mit jeweils einem Nikon 24-70mm f2.8, Nikon 80-200mm f2.8, Nikon 85mm f1.4 und einem Samyang 14mm f2.8. Ich verwende Fixbrennweiten mit einer großen Blende bei sehr schwierigen Lichtverhältnissen. Nachdem nur eine eingeschränkte Bewegungsfreiheit vor der Bühne gegeben ist, sind Zoomobjektive ebenfalls unerlässlich. Bei Stadienkonzerten wie z.b. The Rolling Stones oder Miley Cyrus leihe ich mir dann zusätzlich auch schon einmal ein 300mm oder 400mm Objektiv aus. Der Grund dafür ist nicht die große Bühne, sondern die Beschränkung aus 20-30m Entfernung zu fotografieren.

Erinnerst Du Dich noch an das erste Konzert, das Du fotografiert hast?

Das erste Konzert war „Tv On The Radio“ in der Arena Wien. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern. Ich war so sehr mit der Kamera beschäftigt, sodass ich fast vergessen habe was vor mir auf der Bühne passiert. Die ersten drei Lieder waren schnell vorbei und am Ende hatte ich Hunderte von Fotos auf der Speicherkarte.

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Sänger Roachford im Portrait. Foto (c) Matthias Hombauer

Wie unterscheidet sich das Künstlerportrait von dem Live-on-Stage Foto?

Die Arbeitsweise bei Künstlerportraits ist eine völlig andere. Im Fotograben habe ich nicht die Möglichkeit über die Lichtverhältnisse und die Bühnenpräsenz des Künstlers zu beeinflussen. Bei Künstlerportraits kann ich mich besser vorbereiten, wobei diese Portraitshootings meist nicht länger als fünf Minuten dauern. Ich habe daher immer schon eine genaue Vorstellung wie das finale Foto aussehen soll. Mir macht sowohl die Live- wie auch die Portraitfotografie gleich viel Spass.

Was reizt Dich so an der Musikfotografie?

Während meiner Doktorarbeit in molekularer Biologie kam mir die Idee meine beiden Leidenschaften – Fotografie und Musik – zu verbinden. Somit habe ich mein Hobby schlussendlich zum Beruf gemacht. Für mich ist die Musikfotografie eine der spannendsten Felder in dieser Branche.

„… dem Betrachter das Gefühl zu gebe, als ob er selbst beim Konzert dabei gewesen ist.“

Wie würdest Du Deinen fotografischen Stil beschreiben?

Ich denke für einen Fotografen ist es schwer seinen eigenen Stil zu beschreiben. Menschen erzählen mir, dass sie meinen Fotografiestil erkennen, wenn sie meine Fotos sehen. Meine Konzertfotos sind meist kontrastreich und ich achte auf eine schlichte Komposition z.B. lege ich viel Wert darauf die Regeln des „goldenen Schnittes“ einzuhalten.

Wie leicht ist es für dich bei Livekonzerten dein gewünschtes Motiv zu isolieren vom Hintergrund?

Die Schwierigkeit bestet darin, störende Bühnenelemente im Hintergrund zu minimieren. Das macht man am besten durch die Wahl einer großen Blende (kleinen Blendenzahl), da aufgrund dieser Einstellungen der Hintergrund verschwommen erscheint (Stichwort: BOKEH).

Was zeichnet Deiner Meinung nach ein tolles Foto aus?

Für mich zeichnet ein tolles Fotos aus, wenn es gelingt, dem Betrachter das Gefühl zu gebe, als ob er selbst beim Konzert dabei gewesen ist.

AtariTeenageRiot-Konzertfotografie-Tipps
AtariTeenageRiot. Foto (c) Matthias Hombauer

Spielt der Zufall bei Deinen Arbeiten eine große Rolle? Kann man bei Konzerten wirklich planen?

Durch die schwierigen Lichtverhältnisse auf der Bühne und die Tatsache, dass man als Fotograf keinen Einfluss auf die Musiker nehmen kann, gestaltet es sich schwierig den richtigen Moment einzufangen. In der Regel fotografiere ich 200-300 Fotos während der ersten drei Songs, um dann die besten Fotos auszuwählen. Beobachten ist sehr wichtig! Aber als Konzertfotograf hat man ja keinen Einfluß auf die Bühnenshow des Künstlers, deswegen ist es eine gute Strategie sehr viele Momente festzuhalten. Mit jeder weiteren Konzerterfahrung steigt die Anzahl der guten Fotos.

Wie empfindest Du die technische Entwicklung in den letzten Jahren?

Die technische Entwicklung und daher der günstigere Preis des Equipments in den letzten Jahren hat dazu geführt, dass es immer einfacher wird Konzertfotograf zu werden. Ein Problem liegt aber darin, dass viele neue Fotografen die geschäftliche Komponente außer acht lassen. Viele glauben, nur weil es ihr Hobby ist, ist es auch gut, ihre Fotos zu verschenken. Das führt dazu, dass der Markt in sich zusammenbricht und es schwer ist anständig für seine professionellen Leistungen bezahlt zu werden. Ich denke aber, dass es ein allgemeines Problem in kreativen Berufen ist.

Für mich ist die technische Weiterentwicklung nicht so wichtig und ich fotografiere Künstlerportraits oft noch mit analogen Mittelformatkameras.

Du hast ein Projekt gestartet um anderen Menschen die Musikfotografie beizubringen. Wie kam es dazu?

Als ich anfing Konzertfotografie als meine Leidenschaft zu entdecken begann ich Artikel für internationale Fotografie-Blogs wie Petapixel und Digital Photography School zu schreiben. Die positiven Rückmeldungen zeigten mir, daß es viele interessierte und begeisterte Fotografen weltweit gibt, die mehr über Musikfotografie lernen wollten. Daher entstand die Grundidee, mein ganzes Wissen im Bereich der Konzertfotografie zusammen zu fassen und das Projekt „How To Become A Rockstar Photographer“ zu starten.
Des weiteren habe ich auch das ebook „Guide To Rockstar Concert Photography“ geschrieben. Dabei handelt es sich um eine Schritt-für-Schritt Anleitung, wie man selbst Musikfotograf werden kann. Es beinhaltet Themen wie man sich auf das erste Konzert vorbereitet, welches Equipment und Kameraeinstellungen verwendet werden, bis hin zu Themen wie man im Musikbusiness Akkreditierungen erhält und was man als Tourfotograf beachten muss.

Was sind Deine meist genutzten Kameraeinstellungen?

1. Fotografiere mit Offener Blende (kleinste Blendenzahl z.B. f1.8, f2.8)
2. Verwende schnelle Belichtungszeiten (>1/200 sec)
3. Meist sind hohe ISO Einstellungen nötig, daher ist es ratsam eine Kamera zu verwenden, welche mind. ISO 6400 bewerkstelligt.

Womit bearbeitest Du Fotos im Nachhinein?

Ich verwende für die Nachbearbeitung meiner Konzertfotos ausschließlich Adobe Lightroom. Mit dieser Software ist es möglich viele Fotos auf einfachem Wege zu bearbeiten. Ich verwende auch meine eigenen Lightroom Presets. Das sind Vorlagen die mir helfen Basisparameter wie Helligkeit, Kontrast und Sättigung mit einem Klick anzupassen. Die Nachbearbeitungszeit wird aufs Minimum reduziert.

Wer sind Deine fotografischen Vorbilder?

Einer meiner Vorbilder ist sicherlich Anton Corbijn. Er hat mit Bands wie U2, The Rolling Stones, Depeche Mode, Nirvana und Arcade Fire zusammengearbeitet und sein Stil ist unverkennbar. Weiters liebe ich die skurrilen Schauspieler-Portraits von Martin Schoeller. Meiner Meinung nach ist es wichtig Vorbilder zu haben aber als Fotograf muss man seinen eignen Stil und seine eigene Vision finden damit man sich aus der Masse herausheben kann

Im Hinblick auf fotografieren lernen: Was hättest Du gerne damals gewusst?

Es gibt sehr wenig Literatur darüber, wie man Musikfotograf wird. Ich habe von ganz unten angefangen. Mittlerweile weiß ich, worauf es im Musik Business ankommt. In den letzten Jahren bin ich meinen eigenen Weg gegangen. Die Zeit des Lernens möchte ich jedoch nicht missen. Weil ich glaube, dass jeder seine eigenen Erfahrungen machen muss. Und jetzt freue ich mich, wenn ich anderen meine Tipps geben kann.

Hast Du ein Foto, auf das Du besonders stolz bist?

Eines meiner Lieblingsfotos ist ein Konzertfoto der britischen Band FINK das im Wiener WUK entstanden ist. Das Management der Band hat mich anschließend kontaktiert und gesagt, dass sie mein Foto im Booklet ihres Live Albums „Wheels turn beneath my feet“ verwenden wollen. Das sind die Momente im Leben eines Musikfotografen auf die man besonders stolz ist. Mittlerweile habe ich mit der Band schon einige Male zusammen gearbeitet und werde auch ihre Österreich Tour im nächsten Jahr als Tourfotograf begleiten.

Fink im WUK in Wien. Foto (c) Matthias Hombauer.
Fink im WUK in Wien. Foto (c) Matthias Hombauer.

Was sind Deine nächsten Herausforderungen, auf die Du dich besonders freust?

Herausforderungen gibt es immer und ich denke dieses Jahr habe ich schon einige davon gut gemeistert. Ich habe die deutsche Balkan Band Shantel & Bucovina Club Orkestar auf ihrer Welttournee begleitet, ich bin mit Elvis Costello und Peter Gabriel getourt, mein Projekt „How To Become A Rockstar Photographer“ hat weltweit Fans begeistert und ich habe bereits erfolgreich meinen zweiten Konzertfotografie Workshop in Wien absolviert.

Das nächste Projekt, auf dass ich mich besonders freue ist die Zusammenstellung und Veröffentlichung eines Bildband über Shantel, Ich habe 25 Shows fotografiert und das Buch wird im Frühjahr 2015 erscheinen.

*

Mehr Infos zu Matthias findet ihr auf seine Webseite:
howtobecomearockstarphotographer.com

Die Regeln brechen: Beim Foto-Workshop mit Martin Krolop

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Fotograf - Martin Krolop
Videotraining mit Fotograf Martin Krolop

Martin Krolop weiß, wie man Foto-Workshops gibt. Auf seiner Foto-Workshop-Webseite sind diverse – von Studiofotografie, Bildsprache, Nachbearbeitung und viele weitere – zu finden. Leider habe ich bisher noch keinen Workshop von ihm besucht.

Trotzdem habe ich von Martin einiges gelernt. Er hat mir das Spiel mit ISO und Belichtungszeit erklärt, Fotoregeln beigebracht – um diese sofort wieder zu brechen, mich in die Kunst der Nachbearbeitung eingeführt und auf kreative Ideen gebracht.

Kürzlich ist nämlich die Foto-Workshop DVD „Breaking the Rules – Inspiration für außergewöhnliche Fotos“ von Martin Krolop erschienen. Bisher habe ich, wenn ich mir Lernvideos zum Thema Fotografie anschaue, immer nur auf Youtube und Co. nach kostenlosen Lernvideos zum Thema Fotografieren lernen gesucht. Daher war ich gespannt, was so ein vollständiger Videokurs wohl hergibt.
Mein Fazit: Es macht total Spaß!

Zu Gast bei Martin Krolop im Fotostudio

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Was bewirkt die Blende beim Portrait?

Das Video-Training ist aufgebaut wie ein Workshop. Martin begrüßt mich unaufgeregt in seinem Studio, erklärt mir gleich zum Start, es gehe darum eigene Bildideen zu entwickeln und am eigenen Stil zu arbeiten. Das passt mir!

Dabei erklärt Martin routiniert alle Details, zeigt alles an Beispielen. Viele Einblendungen lassen kaum Detailfragen aus (wie: Welche Blende wurde genutzt, wie ist der ISO-Wert), so dass ich eingeladen bin direkt alles nach zu machen. Auch in der Kamerawahl ist er kreativ und legt gleich zum Start die riesige DSLR erst einmal zur Seite. Beim Thema Studioblitz schau ich zwar interessiert zu, habe aber selbst keine solche Blitzanlage. Naja, vielleicht irgendwann mal. Obwohl ich ja eher der „available light portrait“ Fan bin, aber ich bin ja hier beziehungsweise sitze vor meinem Fernseher, um dazu zu lernen.

Fotografieren lernen als Quereinsteiger

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Was Licht bewirkt: Das Spiel mit Licht und Schatten

Martin ist mir sympathisch. Er zeigt einmal mehr, wie man als Quereinsteiger in die Fotografie kommen kann und durch Euphorie und Begeisterung (Martin hat während seines Studiums mit der Fotografie begonnen) es ziemlich weit bringen kann. Mittlerweile gehört Martin zu einem der bekanntesten deutschen Fotografen. Zusammen mit Marc Gerst betreibt Martin die Firma »Krolop & Gerst Photography« mit eigenem Fotostudio in Köln.

Sein Blog krolop-gerst.com zählt somit auch zu den eher gut besuchten Foto-Webseiten zum Thema Fotografie.

Studioporträts bei offener Blende

An diesem Beispiel seht ihr die Machart des insgesamt 5-stündigen Workshops. Hierbei geht es um die Blende. Die geschlossene Blende ist eigentlich die Regel beim Studioporträt, wo durchgehende scharfe gewünscht ist. Martin Krolop erklärt in diesem Beispiel-Video aus der Foto-Workshop DVD „Breaking the Rules – Inspiration für außergewöhnliche Fotos“, was es ausmacht, wenn man auch im Fotostudio die Blende ganz aufdreht.

Die Themen des Foto-Workshops

High-Key-und-Low-Key-Fotografie
Absurdität der High-Key-und-Low-Key-Fotografie

In 5 Stunden kreuzt das Foto-Training unzählige Themen der Fotografie. Es werden Grundbegriffe Praxisnah erklärt, es wird experimentiert mit neuen Aufnahmetechniken, Fotozubehör und auch artfremdem Material (Stichwort: Stahlwolle).

Sehr schön ist auch die Erklärung der Absurdität meiner geliebten High-Key und Low-Key Fotografie. Eigentlich geht diese Art der Fotos nämlich gegen alle Regeln – nämlich dem ausgeglichenen Histogram. Ein High-Key Foto ist absichtlich in gewissen Bereichen Überbelichtet. Aber genau das ergibt den spannenden Bildeffekt.

Mein Fazit zu diesem Videotraining

Breaking the Rules findet ihr u.a. bei Amazon


Natürlich bevorzuge ich, als großer Foto-Workshop Fan, das echte Training, in dem ich Rückfragen stellen kann und mich mit anderen Workshop Teilnehmern austauschen kann.

Doch muss ich sagen, dass mir dieser Video-Workshop sehr viel Inspiration gebracht hat. Er sehr umfassend, ich kann auf Pause drücken, es selbst ausprobieren und immer noch einmal anschauen. Wer Lust auf diese Art von Übung und Fotografieren lernen hat, dem sei die Foto-Workshop DVD „Breaking the Rules – Inspiration für außergewöhnliche Fotos“ von Martin Krolop unbedingt ans Herz gelegt.

Ist ja auch bald Weihnachten!


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Sag mal, komme ich eigentlich voran? Fotografische (Selbst)-Kritik

zusammen fotografieren beim photowalk meetup berlin
Fototour im Spreepark Berlin
Beste Laune bei meiner Fototour im Spreepark Berlin

Dieses Jahr habe ich bereits so viel fotografiert, wie noch in keinem Jahr vorher. Dabei hat das Jahr noch 3 Monate. Wundervoll! Aber auch ermüdend. Wieso ermüdend? Soll doch Spaß machen!

Klar, fotografieren macht mir Spaß. Deswegen fotografiere ich ja so viel. Ich hab ein Bücherregal voll mit Fotobüchern. Jeder einzelne Fotowalk ist großartig. Ob alleine, zu zweit oder in der – vor ein paar Monaten mit einem Freund gestarteten – Meetup Gruppe quer durch Berlin. Immer wieder bin ich aufs neue gespannt, wenn ich nach Hause komme, die Speicherkarte ins Laptop schiebe und mich in Lightroom durch die Fotos klicke.

Aber komme ich voran?

Nur eben manchmal ist es auch ermüdend. Dann frage ich mich: Entwickele ich mich weiter? Komme ich – aus fotografischer Sicht – voran? Statt dann gleich wieder los zu gehen, habe ich einmal inne gehalten und mich gefragt, wie ich eigentlich dazu lerne. Meine Freundin hat mich gefragt, ob ich denn gar nicht die großen Fortschritte sehe, die ich in den letzten Monaten gemacht habe. Da wurde mir einmal mehr bewusst, wie wichtig Kritik und Feedback auch von außen sein kann in der Weiterentwicklung.

3 Punkte für deine fotografische Selbstkritik

Vor einiger Zeit habe ich dir 20 Punkt für deine fotografische Weiterentwicklung aufgeschrieben. Jetzt habe ich 3 Punkte hervorgehoben, mit denen ich mich an den eignen Fortschritten in der Fotografie freuen kann.

1. Selbstkritik: Beschäftige dich mit deinen Bildern!

Portrait Grit - Lightroom free Preset
Bildbearbeitung per Lightroom Portrait Grit

Nach dem Shooting ist vor dem Shooting. Statt die 32MB Speicherkarte in deiner Kamera zu lassen, klicke dich regelmäßig am Computer durch deine Bilder. Markiere deine guten Fotos, sortiere und favorisiere deine Favoriten.

Aber überlege dir auch: Warum gefällt mir dieses und jenes Bild nicht so gut. Stimmt der Ausschnitt nicht, habe ich die Kamera-Einstellung richtig gewählt, wäre es im Hochkant- oder Quer-Format besser, wie sähe es aus einer anderen Perspektive aus?

Die Fotos sichten

Nach einem Foto-Walk klicke ich mich jedes mal durch meine Bilder. Erst wenn ich die Bilder in Ruhe auf deinem großen Monitor sehe, weiß ich, bei welchen Fotos sich die Nachbearbeitung lohnt. Ich lege mir Kollektionen (beispielsweise Makro, Streetfotografie oder Architektur) an. Zusätzlich vergebe ich Stichworte (Tags) mit Themen, Datum und so weiter, um die Bilder zu sortieren.

Lege Serien an mit wenigen, aber guten Bildern

So werden aus 100 Fotos in der Regel 20-25 passable Aufnahmen. Bevor ich diese bearbeite, sehe ich mir die noch nicht bearbeiteten Aufnahmen nochmals an. Dabei reduziere ich erneut. Ergeben die Bilder nun eine Serie? Versteht ein unbeteiligter, was ich mit diesem und jenem Foto sagen will?

Bearbeite deine Bilder in Lightroom, Gimp, Picsasa und Co.

Dann bearbeite ich ausgewählten Bilder in der Regel mit Lightroom. Für viele Schritte habe ich mir Lightroom Presets zur Fotobearbeitung angelegt. Zudem nutze ich viele Lightroom Tastatur-Shortcuts. Das spart Zeit. Dann komme ich bestenfalls auf 8-12 Bilder, auf die ich dann stolz bin und mich drüber freue, diese fotografiert zu haben.

2. Freundeskritik: Drucke deine Foto-Kollektionen und verschenke sie

Jeder von uns postet kleine Bildserien vom letzten Fotowalk auf Facebook, Flickr und ähnlichen Plattformen. Auch gibt es Kommentare und Feedback.

Kleine Fotogeschenke erhalten die Freundschaft

Aber noch mehr Feedback wirst du bekommen, wenn du deine Fotos deinem gegenüber direkt in die Hand gibst. Das gedruckte Bild gewinnt enorm und es wird nicht so inflationär im „Social Media Overkill“ untergehen.

Echte Fotoentwicklung muss nicht teuer sein

Fotoidee-Kalender-drucken
Juhu, meine Fotos als A3-Kalender

Klar, das kostet ein paar Euro. Aber was kostet denn dein ganzes Kamera Equipment bitte schön? Vielleicht findest du ja einen günstigen – und qualitativ guten – Anbieter. Weltklasse ist natürlich der Großformatdruck als Leinwand oder Alu Dibond.

Ich habe mich aber letztens an die gute alte Idee des Fotokalenders erinnert. Ein Kalender = 12 Monate = 12 Bilder: Perfekt für (m)eine erste Kollektion! Ich habe mal ein bisschen gestöbert. Tipp: Wenn du nach den klassischen Fotogeschenke selbst gestalten Anbietern sucht, gibt es viele Angebote. Also habe ich habe mal nach Kalender bei Business-Anbietern wie zum Beispiel cewe-print.de geschaut. Die kannte ich sonst nur für Flyer oder Visitenkarten. Aber da bekommst du sogar eine kleine Auflage von so ’nem Kalender echt günstig in cooler Druckqualität. Ich habe mir zum Beispiel 10x einen A3 Kalender drucken lassen und zahle gerade mal 9,30€ pro Kalender. Also ruhig mal vergleichen.

Wie wird das Feedback sein?

Jetzt bekommen mein Eltern, Bruder und Co. alle die gleiche Kollektion. Doch bin ich mir sicher, wird jeder ein unterschiedliches Feedback geben. Wer traut sich vielleicht auch mal eine Kritik zu dem ein oder anderen Bild und was lerne ich dabei. Kannst natürlich auch Weihnachtskarten oder das gute alte Papierbild machen – diese Idee soll dich ja nur inspirieren, dass du dir die richtigen Motiv für eine Kollektion aussuchst, es verschenkst und (hoffentlich) ein Feedback bekommst. 

3. Fremdkritik: Hole dir kritisches Feedback

zusammen fotografieren beim photowalk meetup berlin
Zusammen fotografieren & diskutieren beim Fotowalk

Ein Rückmeldung und konstruktive Kritik von anderen ist wirklich hilfreich. Bei manchen Foto-Walks und Foto-Touren beobachte ich immer wieder das Panik „P“ in den Augen und die Zurückhaltung einiger Teilnehmer. Ahhh, lieber nicht den Nebenmann durch die eigene Speicherkarte klicken zu lassen. Aber ich finde es total hilfreich. Was soll denn passieren? Ich lerne beim anschauen der Bilder. Wie er oder sie den Ort gesehen? Wie reagieren andere auf meine Bilder?

Klar, es zwickt auch kurz mal, wenn man hört, warum man dieses und jenes so oder so fotografiert hat. Doch wie soll ich denn dazu lernen, wenn mir niemand sagt: Fotografiere das mal auf gleicher Höhe wie das Objekt. Versuche mal deine Bildinhalte zu minimieren. Setzte den Fokus nicht immer in der Mitte. Dann kann ich argumentieren, interpretieren und Fragen stellen. Und beim nächsten Fotowalk kann ich es neu ausprobieren.

Wo holst du dir dein fotografisches Feedback?

Diese 3 Ideen helfen mir mittlerweile sehr gut, um Fortschritte und Entwicklung bei mir zu beobachten und zu beurteilen. Wo und wie holst du dir Feedback? Wie gehst du mit deinem fotografischen Motivationstief um? Ich freu mich auf deine Kommentare.

6 tolle Pdfs für deinen schnellen Start in Lightroom 5 als Download

Lightroom 5 lernen: Vorher-Nachher

Lightroom ist ein wundervolles Programm für die Bildbearbeitung und Fotobearbeitung. Was da alles möglich ist: Mit wenigen Klicks aus einem blassen Bild ein leuchtendes Kunstwerk machen, Bildausschnitte hervorheben, störende Elemente aus dem Bild verbannen und vieles mehr. Schaut euch zum Beispiel mal mein Bild an, welches ich letztens in Rom gemacht habe:

Lightroom 5 lernen: Vorher-Nachher
Lightroom 5 lernen: Tolle Tools um Perspektiven zu bearbeiten

Lightroom 5 schnell lernen

Doch ist Lightroom, ähnlich wie auch Photoshop, ein mächtiges Tool. Das will gelernt sein. Ich mache jede Woche Fortschritte, aber so oft suche ich nach dieser und jener Funktion. Aber seid ihr auch immer so ungeduldig wie ich und wollt ganz schnell erste Erfolge sehen? Dann geht es leider doch nicht so schell, wie eigentlich gewünscht. Äh, wo war denn noch mal die Lupe? Wo war die Taste für vorher/nachher Effekt? Hmmm …

Meine liebsten Cheat-Sheets für den schnellen Start in Lightroom

So habe ich angefangen im Netz zu schauen nach Pdfs und Hilfen für die Mutter aller Programme für die Fotobearbeitung. Damit ihr euch nicht die Arbeit machen müsst, habe ich euch hier meine liebsten Dateien einiger toller Foto-Blogs zusammengestellt, mit denen ihr den perfekten Schnelleinstieg in Lightroom bekommt. Der Einfachheit halber als praktische Zip-Datei.

So geht’s – solltet ihr noch kein Fan von IG-Fotografie auf FB, Twitter oder Google+ sein, könnt ihr einfach – um den Download-Link zu sehen – auf einen der folgenden Facebook-, Twitter oder Google+ Buttons klicken. Dann erscheint der Link zur Download-Datei. Dann könnt ihr die Lightroom Schnellstart-Listen und Cheatsheets als gezippte Pdf-Datei runter laden:

Hinweis: Um den Download-Link zu sehen, freue ich mich über ein kleinen Like auf einen der folgenden Facebook, Twitter oder Google+ Buttons. Danke!

Mit diesen Listen gelingt der schnelle Einstieg in deine noch besseren Lightroom-Sessions. Einfach ausdrucken und neben die Tastatur legen. Ich wünsche viel Spaß bei der Bildbearbeitung.

Ach so, wenn du noch Tipps hast oder Empfehlungen für Cheat-Sheets, dann schick mir ne Mail oder schreibe es hier in das Kommentarfeld. Hier gibt es übrigens noch mehr kostenlose Fotobearbeitungs-Tutorials zum Fotografieren lernen.